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Ausgabe Nr. 06/2021 vom 09.02.2021, Foto: United Archives GmbH / Alamy Stock Photo
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Zehnter Todestag von Peter Alexander.
Zehnter Todestag von Peter Alexander (†84) – Ein Schelm mit Wasserbombe
Er hatte die göttliche Gabe, sein Publikum von der ersten Minute an zu begeistern und mit seinem Wiener Schmäh zu verzaubern. Spitzbübisch und freundlich in einem, niemals arrogant oder aggressiv, sondern stets zu harmlosen Scherzen aufgelegt.
Mehr als ein halbes Jahrhundert war Peter Alexander einer der bekanntesten Unterhaltungskünstler im deutschsprachigen Raum. Selbst heute – zehn Jahre nach seinem Tod am 12. Februar 2011 – hat er noch immer Millionen von Anhängern, entstanden durch 45 Spielfilme, 600 Fernsehauftritte, 500 Schallplatten sowie zahlreiche Ehrungen, Auszeichnungen und Preise. „Menschenskind, warst du aber fleißig“, schrieb er damals selbst rückblickend in seiner Biografie „Das Leben ist lebenswert“ (Amalthea Verlag 2006).

Seinen enormen Erfolg verklärte er jedoch stets zu einem Rätsel. „Es klingt vielleicht ein bisserl geschwollen. Aber ich betrachte ihn als eine Gnade, als ein Geschenk des lieben Gottes“, erklärte er in einem Interview aus dem Jahre 1971.
In Wahrheit begründete sich die grandiose Karriere von „Peter dem Großen“, wie seine Verehrer ihn liebevoll nannten, auf dem starken Willen zum Erfolg, auf Fleiß und natürlich auf jeder Menge Talent. Und diese Eigenschaften schienen ihm bereits in die Wiege gelegt, als er am letzten Junitag des Jahres 1926 gegen 15 Uhr das Licht der Welt erblickte. „Nicht zu früh, nicht zu spät, sondern sozusagen zur gemütlichen Nachmittagsjause war ich endlich in der schönen Wienerstadt angekommen“, berichtete Peter Alexander über dieses Ereignis in gewohnt charmanter und witziger Art. Es ist daher auch kaum verwunderlich, dass er das strenge humanistische Gymnasium aufgrund eines Streiches mit einer Wasserbombe – die versehentlich seinen Mathematiklehrer traf – ohne Abschluss verlassen musste. Sein Vater Anton schickte ihn daraufhin nach Tschechien, wo er 1944 dann doch noch seine Matura bestand.

„Im gleichen Jahr ging ich zur Kriegsmarine und geriet ein Jahr später in Gefangenschaft, in der ich mich in Laiengruppen als Schauspieler und Parodist versuchte“, beschreibt Peter Alexander Maximilian Neumayer, wie er damals noch hieß, und seinen Einstieg in die
Unterhaltungsbranche. Nach seiner Freilassung studierte der ewig juxende Pennäler am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien und spielte an verschiedenen Theatern. Als Verehrer von Frank Sinatra brachte er sich selbst das Singen und Klavierspielen bei und eroberte erstmals mit seinem bubenhaften Charme die Herzen des Publikums. Mit Liedern wie „Das machen nur die Beine von Dolores“, „Die kleine Kneipe“ oder Filmen wie „Die Abenteuer des Grafen Bobby“, „Im Weißen Rössl“ sowie „Charley‘s Tante“ war er vor allem in den 60er, 70er und 80er Jahren in der Öffentlichkeit präsent und verdiente Millionen.
Zur unvergessenen Legende wurde der talentierte Alleskönner natürlich auch mit der „Peter Alexander Show“ (1987 bis 1996) – einer unterhaltsamen Mischung aus Musik, Sketchen und Gästen.

Danach zog er sich immer mehr von der Bildschirmwelt zurück. Das Fernsehen sei „brutal, ordinär und billig geworden“, beklagte er.
Vollends aus dem Rampenlicht verschwand er nach mehreren schweren Schicksalsschlägen. Seine geliebte Frau und Managerin Hilde („Schnurrdiburr“), mit der er 50 Jahre verheiratet war, starb 2003, kurz nach der Goldenen Hochzeit. Seine Tochter Susanne kam 2009 bei einem Autounfall in Thailand ums Leben. Sie wurde nur 50 Jahre alt. Zwei schwere Verluste, die der Sänger und Schauspieler nie verwand. Er verlor die Lebensfreude, gab das Klavierspielen auf und schaltete den Fernseher nicht mehr ein, um seine geliebten Sportsendungen zu sehen. Nur zwei Jahre nach dem tragischen Tod seiner Tochter starb auch Peter Alexander 2011 allein in seiner Villa in Wien-Grinzing. Woran, wurde nie veröffentlicht. „An gebrochenem Herzen“, vermuten seine Anhänger bis heute.
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