Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 04/2021 vom 26.01.2021, Foto: Drew Gurian / AP Invision / picturedesk.com
Artikel-Bild
Die Musiklegende Phil Collins wird 70 Jahre alt.
„Ich bin immer noch ein Romantiker“
Phil Collins ist in den Musik-Olymp aufgestiegen. Sein Privatleben hat sich jedoch zu einem Albtraum entwickelt. Mit seiner Exfrau liefert er sich einen unerbittlichen Rosenkrieg. Monatelang hatte sie ihn aus der gemeinsamen Villa in Miami (Florida, USA) vertrieben. Kurz vor seinem 70. Geburtstag bekam er das Luxus-Anwesen zurück.
Meine Exfrau versucht, meinen Namen zu besudeln und Millionen aus mir herauszupressen“, beklagt der britische Erfolgsmusiker Phil Collins. Mit Hits wie „Another Day in Paradise“, deutsch „Noch ein Tag im Paradies“, schrieb er Musikgeschichte. Derzeit fühlt sich das Leben für ihn jedoch an wie in der Hölle. Mit seiner Exfrau Orianne Cevey, 46, führt er seit Jahren einen erbitterten Rosenkrieg.

Zuletzt hatte sie Collins sogar aus der gemeinsamen Luxus-Villa in Miami (Florida, USA) vertrieben. Hier hatte sich Cevey mit ihrem neuen Mann, dem Musiker Thomas Bates, 31, verschanzt. Ihn heiratete sie trotz Versöhnung mit Collins hinter dessen Rücken. Erst nach einem monatelangen Rechtsstreit, der Cevey um rund fünfzehn Millionen Euro reicher gemacht haben soll, räumte das Paar das Anwesen, das früher der Sängerin Jennifer Lopez, 51, gehörte.
Cevey und Bates residieren nun in einer Villa mit einer eigenen Yacht-Anlegestelle in Fort Lauderdale (Florida). Collins, der dieser Tage seinen 70. Geburtstag feiert, bietet sein Anwesen nun um rund 32 Millionen Euro zum Verkauf an, um böse Erinnerungen loszuwerden.

Es ist aber nicht die erste Achterbahnfahrt, die der Musiker durchmacht. Geboren wurde Collins am 30. Jänner 1951 in London (England), wo er im Vorort Hounslow als jüngstes von drei Kindern aufwuchs. Die Familie eines Versicherungsangestellten lebte in bescheidenen Verhältnissen. Mit seinem Bruder Clive teilte sich Collins ein winziges Kämmerchen mit Stockbetten. „Unser Zimmer war so klein, dass wir rausgehen mussten, um auf andere Gedanken zu kommen“, erzählt er.

Ablenkung bot ihm ein Spielzeug-Schlagzeug, das er mit fünf Jahren zu Weihnachten geschenkt bekam.
Später baute ihm sein Onkel ein größeres Schlagzeug. „Ich war mit meinem Krach-Bumm-Zack-Gerät im siebenten Himmel und spielte Musik aus dem Radio nach“, sagt Collins. Noten lesen kann er bis heute nicht. Stattdessen entwickelte er ein eigenes Notensystem, nach dem er trommelt. Als ihn die „Beatles“ in ihren Bann zogen, wollte er ebenfalls auf der Bühne stehen. „Ich verkaufte die Modelleisenbahn meines Bruders für ein neues Schlagzeug, allerdings ohne ihn um Erlaubnis zu fragen“, sagt er lachend. Erste Bühnenerfahrung machte der nur 168 Zentimeter große Musiker aber als Schauspieler. Bereits als Kind stand er auf der Theaterbühne. Später ergatterte er im „Beatles“-Film „A Hard Day‘s Night“ (1964) eine Komparsen-Rolle.

Nachdem er bereits in einigen Bands gespielt hatte, meldete er sich 1970 auf eine Anzeige der Band „Genesis“. Sie suchte einen Schlagzeuger und engagierte ihn gleich beim ersten Vorspielen. Von da an ging es steil bergauf. Nach dem Ausscheiden des Musikers Peter Gabriel, 70, aus der Band, übernahm Collins auch dessen Gesangsrolle und verpasste der Band seinen musikalischen Stempel. Hits wie „Invisible Touch“ und „I can‘t dance“ haben heute Kultstatus. Nebenbei begann Collins eine Solokarriere.

Drei gescheiterte Ehen
In die Kritik gerät Collins immer wieder, weil seine Musik mit den Jahren seichter und kommerzieller wurde. Damit weiß er aber umzugehen. „Die einen mögen meine Musik, die anderen finden sie eben Scheiße. Aber ich kann es nicht allen recht machen“, scherzt er. „Kritiker sollten sich aber auch meine anderen Lieder anhören, nicht nur jene, die im Radio gespielt werden.“

Nach einer schweren Verletzung im Jahr 2009 musste er die Trommelstöcke hinwerfen. Collins hatte sich bei einem „Genesis“-Auftritt einen Halswirbel verrenkt und offenbar so lange weitergespielt, bis das Rückenmark geschädigt war. Er musste sich einer Operation unterziehen. Die Gefühle in seinen Fingern blieben eingeschränkt, sein rechter Fuß ist taub, er geht auf Krücken.

Als er sich 2011 zwischenzeitlich aus dem Musikgeschäft zurückgezogen hatte, verfiel er dem Alkohol. „Ich war pensioniert und zufrieden, doch dann kam ich zu Fall, weil ich auf einmal zu viel Zeit hatte.“ Seine Sucht setzte ihm schwer zu. Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse brachte ihn auf die Intensivstation. Die Ärzte bereiteten ihn auf das Schlimmste vor, doch Collins erholte sich
wieder.

Weniger Glück hatte Collins mit der Ehe. Drei Mal war er verheiratet, drei Mal landete er vor dem Scheidungsrichter. Mit seiner ersten Frau Andrea Bertorelli, 70, war er schon in Schulzeiten liiert. 1975 gaben sich die beiden das Jawort, nach nur fünf Jahren folgte die Scheidung. Beide warfen sich gegenseitig vor, fremdgegangen zu sein. Der Ehe entstammen Simon, 44, und Joely Collins, 48. Im Jahr 1984 heiratete der Musiker die Amerikanerin Jill Tavelman, 64, die er nach einem „Genesis“-Konzert kennenlernte. Die Ehe ging jedoch nach zwölf Jahren wegen einer Affäre von Collins in die Brüche. „Ich war ein kleiner Bastard“, gesteht er. „Aber wenn du ein Musiker bist, hast du viele Optionen.“
Wenig Zeit hatte er daher für seine Familie, was ihm seine Tochter aus zweiter Ehe, Lily Collins, 31, vorwirft.
Die bildhübsche Schauspielerin, die derzeit in der
Serie „Emily in Paris“ auf dem Internetkanal „Netflix“ zu
sehen ist, gab ihrem umtriebigen Vater die Schuld an ihrer Magersucht. „Er war oft nicht für mich da, wenn ich
ihn brauchte“, gestand sie. Mittlerweile hat sie ihrem Vater verziehen, gegen ihre Essstörung kämpft sie aber
immer noch.

"Er kümmert sich nicht um Hygiene und stinkt"
Nicht erholen wollte sich auch Collins dritte Ehe. Mit der Schweizerin Orianne Cevey, die zuvor auf einer Tournee seine Dolmetscherin war, gab er sich 1999 in Lausanne (Schweiz) das Jawort. Nach neun Jahren ließen sie sich scheiden. Cevey erhielt 32 Millionen Euro, bis dahin die teuerste britische Promi-Scheidung. Doch sie wollte mehr Geld. Trotzdem fanden sie immer wieder zusammen, zuletzt 2015. Aber das Glück war nicht von langer Dauer. „Er kümmert sich nicht um seine Hygiene und er stinkt. Es war ihm auch nicht mehr möglich, Sex zu haben“, ließ Cevey kein gutes Haar an Collins. 2020 trennten sich die beiden endgültig. Trotz drei gescheiterter Ehen hat der Musiker den Glauben an die traute Zweisamkeit nicht verloren. „Ich glaube an die Ehe. Außerdem bin ich immer noch ein
Romantiker.“

Halt gibt dem Rock-Opa seine Musik. Auch seine Band „Genesis“, heute sind sie nur noch zu dritt, findet immer wieder zusammen. Das bislang letzte Mal stand er mit Mike Rutherford, 70, und Tony Banks, 70, im Jahr 2007 gemeinsam auf der Bühne. Nach der Corona-Krise wollen sie erneut auf Tournee gehen.

Derzeit sind aber nur Konzerte in Großbritannien geplant. Ob es ein neues Album gibt, bleibt offen. Am Schlagzeug wird Collins von seinem Sohn Nicholas, 19, vertreten. „Er ist auf dem besten Weg, mir auf dem Schlagzeug den Rang abzulaufen“, meint Collins.
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung