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Ausgabe Nr. 04/2021 vom 26.01.2021, Foto: Dominik Butzmann / laif / picturedesk.com
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Christian Kohlund wurde am 17. August 1950 in Basel (Schweiz) in eine Schauspielerfamilie hineingeboren. Er absolvierte in Wien das Max-Reinhardt-Seminar und trat auf verschiedenen Bühnen auf. Seit 1973 ist er regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Weithin bekannt wurde er im Jahr 1986 als Professor Vollmer in der „Schwarzwaldklinik“. Kohlund ist in dritter Ehe mit der ehemaligen Schlagersängerin Elke Best verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder.
„Die Einsamkeit auf dem Land ist schön“
Jahrelang hat er Urlauber in der Serie „Das Traumhotel“ empfangen und Herzensangelegenheiten bereinigt. Seit vier Jahren klärt der Publikums-Liebling Christian Kohlund, 70, nun im „Zürich-Krimi“ Verbrechen auf. In jener Stadt, in der er aufgewachsen ist.
Herr Kohlund, Sie sind in Zürich (Schweiz) aufgewachsen und stehen dort nun für die beliebte Fernseh-Reihe „Der Zürich-Krimi“ vor der Kamera. War die Rückkehr wie eine Heimkehr?
Nun ja, für mich gab es an jeder Ecke, die mir vertraut war, schöne Erinnerungen. Ich wuchs ab meinem vierten oder fünften Lebensjahr in der Schweiz auf und vor allem in Zürich.
Mögen Sie die Stadt?
Zürich ist eine wunderschöne Stadt und es verbinden mich viele Erinnerungen damit an meine Eltern und meine leider viel zu früh verstorbene Schwester Franziska. Zürich ist aufregend und wahnsinnig lebendig geworden, auch in kulturellen Angelegenheiten, sei es Fotografie, Mode, Musik oder Theater. Und Zürich ist auch eine unbeschreiblich teure Stadt.
… aber dennoch eine Reise wert?
Ich würde jedem empfehlen, Zürich im Frühjahr zu besuchen, denn in dieser Jahreszeit dort am Zürichsee zu sitzen oder mit dem Schiff nach Rapperswil ans andere Ende zu fahren. Um den Odeonsplatz ist der Bär los, an der Limmat gibt es alte Badeanstalten, die zu einer Bar umgebaut wurden. Es gibt ausgezeichnete Restaurants, das Kunsthaus Zürich und die Kunsthalle sind einen Besuch wert, denn dort werden immer überragende Ausstellungen geboten.
Haben Sie durch die Dreharbeiten in Zürich noch neue Ecken in der Stadt entdeckt? Kannten Sie etwa den Berg, auf dem der Wohnwagen von Thomas Borchert, dem von Ihnen verkörperten Rechtsanwalt, steht?
(lächelt) Nein, diese Ecke kannte ich in der Tat noch nicht. Dieser Wohnwagen steht oben am Zürichberg. Dort wohnen die ganz reichen Menschen von Zürich, jene Abteilung von Schweizern mit großer Zurückhaltung. Dorthin verlaufen sich die wenigsten. Allerdings hatte ich damals am Zürichberg, weil der mit seinen engen Kurven so gemein zu fahren ist, meine Fahrprüfung abgelegt. Also, ein bisschen hatte ich dieses Gebiet doch in Erinnerung.
Die Figur des Rechtsanwaltes Thomas Borchert ist Ihnen quasi auf den Leib geschrieben worden. Schmeichelt Ihnen das oder löst es Erfolgsdruck aus, weil Sie Ihre Arbeit dann besonders gut machen wollen?
Ich habe in dieser Hinsicht keine Berührungsängste mehr. Ich bin jetzt 70 Jahre alt, ich kenne das Medium Fernsehen in- und auswendig. Druck hatten wir Schauspieler immer. Du kannst als Schauspieler nur versuchen, eine gute Arbeit abzuliefern.
Im „Zürich-Krimi“ haben Sie als Borchert auch schon in Handschellen eine Polizeizelle von innen gesehen. Privat ebenso?
Ich habe tatsächlich schon eine Zelle von innen gesehen. Vor langer Zeit, beim Schweizer Militär – wegen Ungehorsam. Ich habe auf verschiedene Aufrufe nicht reagiert und wollte mich auch nicht für mein Verhalten entschuldigen. Ich habe diese Auflage sofort akzeptiert. Wenn dann aber die Tür hinter dir zugeht, ist das schon eine prägende Erfahrung.
Wenn Sie heute einmal allein sein und abschalten wollen, was machen Sie dann?
Ich kann wunderbar meditieren. Ich wohne jetzt auch auf dem Land, inmitten der Einsamkeit und finde das wunderschön.
War das der Wunsch Ihrer Frau, aufs Land zu ziehen?
Tatsächlich wollte Elke, dass wir draußen in der Natur leben. Unsere Hunde können einfach rausgehen, wir sitzen draußen im Grünen und das ist eine herrliche Lebensqualität. Langweilig ist uns nie.
Harmonie pur, auch nach fast 40 Jahren Ehe? Würden Sie sich zutrauen, mit Ihrer Frau gemeinsam ein paar Wochen allein auf einem Segelschiff zu verbringen?
Das traue ich mir und meiner Frau absolut zu. Ansonsten bringt man sich halt zwischendurch kurzfristig einmal ein bisschen um – und macht dann einfach weiter (schmunzelt).
Haben Sie ein Rezept für Ihr Eheglück?
Meine Frau Elke ist für mich nach wie vor mein absoluter „Oscar“, mein Lebensgewinn. Was ich für die Familie getan habe, das war für mich immer eine Selbstverständlichkeit. Was meine Familie angeht, bin ich ungemein glücklich. Meine Frau und ich, wir ergänzen uns wunderbar. Ein Rezept für eine glückliche Ehe habe ich nicht.
Wie fühlen Sie sich als Opa?
Gut, mein Enkerl ist jetzt zwei Jahre alt, es stammt von meiner Tochter Francesca.
Das Enkerl trägt Ihren Vornamen …
Das war eine schöne Geste meiner Tochter und meines Schwiegersohnes. Mein Enkerl heißt Niklas Christian Lorenz und die letzten beiden Vornamen sind von den Großvätern. Besonders mag ich daran, dass auf diese Weise etwas weitergeführt wird.
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