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Ausgabe Nr. 01/2021 vom 04.01.2021, Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com
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Nach starkem Gewichtsverlust bereitet
ein unschöner Hautüberschuss Kopfzerbrechen.
Wieder straff statt schlaff
Mit dem Jahreswechsel haben viele Menschen gute Vorsätze. Stets vorne dabei ist der Gewichtsverlust. Nicht alle werfen diesen Vorsatz nach wenigen Wochen über Bord, sie schaffen die Rückkehr zum Normalgewicht. Bleibt am Ende zu viel Haut über, hilft nur das Skalpell. Dr. Dagmar Millesi erklärt dazu wichtige Details.
Zehn Kilo weniger auf der Waage. Das wünschen sich zwei von drei Menschen in unserem Land. „Vor allem Frauen wollen die Kilos purzeln lassen. Dabei besteht bei einigen Körperstellen mehr Luft nach oben als bei anderen. Der Bauch stellt mit großem Vorsprung für drei Viertel der Befragten die Problemzone Nummer eins dar. Deutlich dahinter folgen Beine, Brust und Po, die von jedem Vierten bis Fünften bemängelt werden. In Summe möchten alle Menschen im Land 44.000 Tonnen an Gewicht verlieren“, verrät Lisa Eberhardsteiner vom digitalen Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com die Ergebnisse einer im Vorjahr erhobenen Umfrage.

Wer dem Wunsch Taten folgen lässt, ist am Ende manchmal trotzdem nicht ganz zufrieden. Das Übergewicht ist weg, aber die Haut an den Oberarmen, am Bauch und an den Oberschenkeln hängt schlaff, manchmal in ausgeprägten „Schürzen“ herab. „Dieses Phänomen tritt nach zehn bis zwanzig Kilo Gewichtsverlust auf. Es gibt starke individuelle Unterschiede, doch Männer sind von einem störenden Hautüberschuss geringer betroffen, da ihre Haut elastischer ist“, erklärt die Plastische und Ästhetische Chirurgin Dr. Dagmar Millesi aus Wien (Tel.: 01/5332670, Internet: millesi.com). Dazu gesellen sich noch andere Faktoren. „Mit dem Alter kommt es zum deutlichen Elastizitätsverlust in der Haut und einer Fettatrophie, einem Gewebsschwund unter gleichzeitiger Zunahme von Fettzellen.“ Nach einem starken Gewichtsverlust wünschen sich Betroffene, ihren Hautüberschuss schnell los zu werden. Dr. Millesi mahnt dabei zu vorsichtigem Vorgehen. „Nach einem Gewichtsverlust ist die Haut stärker durchblutet. Daher sollte erst, wenn sich das Gewicht über sechs Monate stabilisiert hat, ein Behandlungsplan erstellt werden.“

Nach dem Eingriff braucht es Mitarbeit und Geduld seitens der Patienten. „Bei starker Spannung kann es zu Wundheilungsstörungen kommen. Durch das Entfernen von gut durchblutetem Gewebe treten vereinzelt Nachblutungen auf und es kommt zu Narben, die unterschiedlich stark sein können. Narbenwucherungen sind aber selten. Sollte es dennoch dazu kommen, gibt es Silikonpflaster oder Kortisoninjektionen zur Behandlung“, verrät die Chirurgin. Wichtig zu wissen ist, jede Narbe durchläuft verschiedene Stadien, bis sie glatt und fast unsichtbar ist. „Dieser Prozess dauert mindestens ein Jahr. Wichtig ist im ersten Jahr, keine UV-Strahlen an die Narbe zu lassen und die Narben wie vom Arzt empfohlen zu pflegen.“ Damit die Gesundheitskasse die Kosten übernimmt, müssen medizinische Gründe für eine Hautstraffung vorliegen, wie die Bildung von Entzündungen oder Ekzemen durch Hautüberschuss. Dennoch liegt es im Ermessen des begutachtenden Chefarztes, unter welchen Kriterien der Eingriff als ‚medizinisch‘ oder kosmetisch‘ eingestuft wird.“

„Fledermaus“ adé – die Oberarme straffen
Wie lange dauert der Eingriff an einem Arm?
Eine beidseitige Oberarmstraffung (Brachioplastik) dauert im Normalfall drei Stunden. Mit einer optimierenden Fettabsaugung bis zu vier Stunden. Der Eingriff kann ambulant in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf durchgeführt werden
Wie lange wird es dauern, bis die Arme für den Alltag wieder einsetzbar sind (etwa Duschen, Arme in die Höhe strecken, um das Haar zu föhnen …)?
Wird nur ein Längsschnitt gemacht, kann bereits nach zwei Tagen vorsichtig mit Duschpflaster geduscht werden. Die Arme sind nach zwei Wochen einsetzbar.
Kann bei dem Eingriff auch die Achsel gestrafft werden?
Ja, das ist möglich. Wird dazu über einen t-förmigen Schnitt die Achselhaut entfernt, sollen etwa vier Wochen die Arme nicht über die Horizontalebene gehoben werden. Danach sind die Arme einsetzbar.
Ist der Eingriff kombinierbar?
Ja, etwa mit einer Bauch- oder Bruststraffung.
Wieviel kostet der Eingriff privat?
In meiner Praxis € 3.500,– (inklusive allem).

Ein flacher Bauch – ohne Haut-„Schürze“
Wie lange dauert der Eingriff einer Bauchdeckenstraffung?
Er dauert drei bis vier Stunden.
Wie funktioniert das Versetzen des Nabels?
Der Nabel hängt an einem Gewebsstiel, der aus der Bauchmuskulatur kommt. Unter Erhaltung des Stieles wird der Nabel umschnitten. Nach der operativen Entfernung der Haut und nach dem Setzen der ersten Nähte wird an der Nabelposition ein Einschnitt gemacht, der Nabel hervorgeholt und eingenäht.
Welche Einschränkungen gibt es in den Wochen nach dem Eingriff?
Die ersten vier Wochen sollten Patienten Anstrengungen vermeiden, welche die Bauchmuskulatur beanspruchen. In diesen vier Wochen ist auch eine Miederhose zu tragen, die das Gewebe in dieser Region stützt und das Abheilen fördert.
Wie hoch sind die Kosten, wenn der Eingriff privat zu bezahlen ist?
Sie belaufen sich auf € 5.000,– bis € 6.000,–, inklusive dem notwendigen Spitalsaufenthalt.

Wieder schöne Beine – Oberschenkel straffen
Wie lange dauert der Eingriff an einem oder beiden Oberschenkeln?
Die Hautstraffung an beiden Seiten dauert zwischen drei und sechs Stunden und wird in Vollnarkose gemacht.
Wo verläuft die Narbe am Oberschenkel?
Sie verläuft im Schritt und in der Pofalte. Ist die Hauterschlaffung auf das obere Drittel beschränkt, erfolgt in diesem Bereich die Operation in einer halbmondförmigen Haut-/Fettentfernung. Die Narbe läuft dann entlang der Leiste in Richtung Gesäßfalte aus. An der Oberschenkelinnenseite kommt es dabei zu keiner Narbe. Zieht sich die überdehnte Haut über die gesamte Oberschenkelinnenseite bis zum Knie, muss zusätzlich eine senkrechte Haut-/Fettentfernung durchgeführt werden. Die Narbe läuft dann entlang der Leiste und der Oberschenkelinnenseite bis kurz vor das Knie. Die mehr oder weniger sichtbare Narbe verblasst im Laufe der Zeit.
Muss nach dem Eingriff eine Stützstrumpfhose getragen werden oder ein anderer Heilbehelf?
Nach dem Eingriff wird für vier Wochen eine Miederhose getragen. Eine Woche durchgehend und danach für drei Wochen tagsüber. Vier Wochen darf dann kein Sport ausgeübt werden.
Wie hoch ist der Preis für diesen Eingriff bei Privatzahlung?
Der Eingriff kostet € 5.000,– bis € 6.000,–, inklusive dem notwendigen Spitalsaufenthalt von ein bis zwei Tagen.
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