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Ausgabe Nr. 01/2021 vom 04.01.2021, Foto: Thomas&Thomas
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Uwe Adam Ochsenknecht, am 7. Jänner 1956 in Biblis, Südhessen (D) geboren, wurde 1981 mit dem Kriegsfilm „Das Boot“ und mit der Komödie „Männer“ (1985) bekannt.
Von 1993 bis 2012 war er mit Natascha Ochsenknecht verheiratet. Mit ihr hat er die Söhne Wilson Gonzalez, 30, und Jimi Blue, 29, sowie Tochter Cheyenne Savannah, 20. Zudem ist er der Vater des Schauspielers Rocco Stark, 34, er entstammt aus seiner Beziehung zur Künstlerin Rosana della Porta. Seit Juli 2017 ist Uwe Ochsenknecht mit der Visagistin Kirsten „Kiki“ Viebrock, 46, verheiratet.
„Die Zahl Sieben ist für mich bedeutend“
Die deutsche Drama-Serie „Charité“ rund um das älteste Spital von Berlin (D) geht in die dritte Runde (dienstags, ab 12. Jänner, 20.15 Uhr, ARD). Uwe Ochsenknecht schlüpft in die Rolle des Chef-Gynäkologen „Dr. Kaatz“. Der Schauspieler und Vierfach-Vater spricht über diese Fernseh-Rolle, seine Erfahrungen als Geburtshelfer und verrät, warum er sich die Zahl „7“ auf den linken Ringfinger tätowieren ließ.
Herr Ochsenknecht, mussten Sie lange überlegen, ob Sie die Rolle des Chef-Gynäkologen in der Fernseh-Serie „Charité“ annehmen?
Wie ich das bei allen Rollen-Angeboten mache, habe ich zunächst das Drehbuch gelesen. Dabei wurde mir rasch klar, dass es sich bei „Charité“ um eine absolut hochwertige Fernseh-Serie handelt. Da gab es für mich kein Zögern.
Der von Ihnen verkörperte „Dr. Kaatz“ musste als herausragender „Gott in Weiß“ damit fertig werden, dass die meisten Mitarbeiter unter seinem Niveau waren. Haben Sie als erfahrener Schauspieler schon Ähnliches erlebt?
Es gibt drei Kategorien in unserer Branche. Zum einen gibt es Kollegen, die Talent haben, aber noch keine Erfahrung. Zum anderen gibt es jene, die Erfahrung haben, aber kein Talent. Und es gibt die, die weder Talent noch Erfahrung haben und die spielen sich dann auch noch tierisch auf. Glücklicherweise hatte ich es meistens mit guten Kollegen und Film-Partnern zu tun.
Wie haben Sie die Dreharbeiten in der tschechischen Hauptstadt Prag erlebt? Haben Ihnen Kostüm und Requisiten bei der Zeitreise in den Sommer 1963 geholfen?
Ja, durchaus. Ich komme vom Theater und liebe es, mich zu verkleiden. Dazu gehören Kostüm und auch die Maske. Etwas Historisches zu drehen, machte mir schon immer Freude.
Lassen Sie Ihr Mobiltelefon bewusst in der Garderobe?
Das Mobiltelefon hat am Drehort nichts verloren. Ich mag es nicht, wenn andere in jeder noch so kleinen Drehpause daran herumwerkeln. Mich reißt das aus meiner Konzentration. Noch dazu, wo wir es mit schwierigen Dialogen und zahlreichen medizinischen Fachbegriffen zu tun hatten. Nein, Mobiltelefone beim Drehen, das geht gar nicht.
Hat Sie die Rolle des Mediziners persönlich beeinflusst? Haben Sie nun mehr Geduld im Wartezimmer oder nehmen Sie Vorsorge-Untersuchungen ernster?
Da ich ursprünglich Arzt werden wollte, habe ich mich schon immer für die Funktionsweise des menschlichen Körpers interessiert. Von daher befasse ich mich privat immer wieder einmal mit dem Thema „Gesundheit“ und lese medizinische Fachliteratur. Und Vorsorge ist für mich selbstverständlich.
Haben Sie betreffend Geburtshilfe eigene Erfahrungen gemacht?
Ich war bei den Geburten meiner vier Kinder dabei. Und ich kann sagen, dass ich die Handgriffe noch ziemlich gut drauf habe (lacht). Jedem angehenden Vater kann ich nur empfehlen, bei der Geburt dabei zu sein. Erst dann wird einem das Wunder der Entstehung von Leben richtig bewusst. Respekt davor, was Frauen bei einer Geburt leisten.
Sie wollten Arzt werden, sind aber in der Schauspielerei gelandet. Warum der Sinneswandel?
In erster Linie deshalb, weil ich keine Matura machen konnte. Ich durfte nicht mehr wiederholen und bin vom Gymnasium geflogen. Abgesehen davon, war ich schon mit etwa vierzehn Jahren mit der Schauspielerei konfrontiert. Das Spielen zieht mich bis heute in seinen Bann. Wäre mir der Beruf eines Mediziners wichtiger gewesen, hätte ich vielleicht einen Weg dorthin gefunden, aber die Schauspielerei war schneller – und sie hat bis jetzt Vorrang in meinem Leben.
Welches Sie vorwiegend auf der spanischen Insel Mallorca verbringen …
Meinen ersten Wohnsitz habe ich nach wie vor in Berlin, ich pendle zwischen der deutschen Hauptstadt und unserem Haus auf Mallorca.
Beides hat etwas für sich?
Sicher, ich muss nicht nur auf der Insel am Schwimmbecken sitzen. Auf Dauer wäre mir das zu langweilig, obwohl es dort im Haus auch immer etwas zu tun gäbe. Letztlich verdiene ich in Deutschland mein Geld und nicht, wenn ich an Mallorcas Stränden spazieren gehe. Dort bin ich, um Energie zu tanken.
Sie drehen häufig in Berlin. Mögen Sie es, wenn Berufliches und Privates nahe beieinander sind?
Unterwegs zu sein, gehört zu meinem Beruf und zu meinem Leben. Ich bin schon in so vielen Hotels gewesen, womit ich kein Problem habe, weil ich mich rasch anpassen kann. Außerdem mag ich es, wenn jemand das Bett macht, und wenn ich das Frühstück serviert bekomme.
Sie arbeiten viel. Merken Sie es selbst, wenn Sie einen Gang zurückschalten sollten, oder macht Ihre Frau Sie darauf aufmerksam?
Ich weiß selbst gut, wann eine Pause angesagt ist. Bis jetzt aber passen die Arbeit und ich gut zusammen. Meine kleine Pausen nütze ich, um nach Mallorca abzutauchen.
Feiern oder arbeiten – was würden Sie am 7. Jänner am liebsten machen?
Das ist mein nächster Geburtstag und ich muss gestehen, dass ich überhaupt nichts Spezielles vorhabe. Wahrscheinlich werde ich auf Mallorca sein, und vielleicht laden wir Freunde zum Essen oder zu einer kleinen Feier ein. Das wird sich zeigen.
Sie werden 65 – wie beschreiben Sie Ihr Lebensgefühl?
Mein Leben ist wunderbar ausgeglichen. Ich achte auf mich und meine Gesundheit, um möglichst alt zu werden. Noch dazu habe ich die beste Frau der Welt. Bei mir läuft alles rund und ich fühle mich sehr wohl.
Am Ringfinger Ihrer linken Hand haben Sie sich die Zahl „7“ tätowieren lassen. Verraten Sie uns, was dahintersteckt?
Die Zahl Sieben ist für mich bedeutend. Jede Einzelheit darüber zu erzählen, würde zu weit führen. Deshalb fasse ich die wichtigsten Bedeutungen zusammen. Beispielsweise wurde ich am 7. Jänner geboren, Kiki und ich haben am 7. Juli geheiratet. Als ich meine Frau auf Mallorca kennengelernt habe, war sie dort zu diesem Zeitpunkt mit sechs Freundinnen auf Urlaub. Als sich Kiki dann die Zahl „7“ auf ihren linken Ringfinger tätowieren ließ, habe ich ihr das – heimlich, still und leise – zwei Tage vor unserer Hochzeit nachgemacht. Als wir schließlich am Standesamt unsere Eheringe ansteckten, hat Kiki die Tätowierung an meinem linken Ringfinger entdeckt. Sie ist aus allen Wolken gefallen. Ist das nicht romantisch … wenn ich mich an diesen Augenblick erinnere, muss ich heute noch schmunzeln.
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