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Ausgabe Nr. 53/2020 vom 29.12.2020, Foto: Thomas Ramstorfer / First Look / picturedesk.com
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Kultur-Expertin Rett.
Kultur-Expertin Barbara Rett begleitet durch das Neujahrskonzert 2021: „Eine Polka darf nicht ,heruntergestampft‘ werden“
Das Neujahrskonzert 2021 wird ein Neujahrskonzert wie keines zuvor. Im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins darf zwar gespielt werden, aber aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen ohne den Applaus von üblicherweise 2.000 Konzert-Gästen.
Ganz auf Beifall müssen die Musiker nicht verzichten. Am Ende beider Konzert-Teile wird Live-Applaus von Tausenden Zusehern eingespielt. Musik-Interessierte rund um den Globus können sich am 1. Jänner 2021 im Internet auf www.mynew-yearsconcert.com registrieren und Beifall klatschen.
Im festlich geschmückten Saal sind die Wiener Philharmoniker und der italienische Dirigent Riccardo Muti, 79, jedoch allein mit 17 Fernseh-Kameras. Mit einem schwungvollen Reigen aus Walzer und Polka-Rhythmen beginnen die Wiener Philharmoniker das neue Jahr. Zum sechsten Mal steht Riccardo Muti, einer der berühmtesten Dirigenten, am Pult. Durch wie viele Neujahrskonzerte die ORF-Kultur-Expertin Barbara Rett, 67, das Fernsehpublikum begleitet hat und worauf sie sich am meisten freut, erzählt sie im Interview.
Frau Rett, wie viele Neujahrskonzerte haben Sie bereits begleitet?
Ich bin schlecht im Zählen, aber ich glaube, es ist das 14. Was ich sicher weiß, ist, dass ich jedes Konzert als einzigartig empfunden habe.
Mit welchen Gefühlen sehen Sie der diesjährigen Ausgabe, die erstmals ohne Saal-Publikum stattfindet, entgegen?
Trotz Corona bin ich gewiss, dass die Wiener Philharmoniker und wir vom ORF in unserer jahrzehntelangen freundschaftlichen Partnerschaft auch dieses Mal wieder eine Botschaft der Freude und des friedlichen Miteinanders von Wien aus in die Welt schicken werden.
Was ist für Sie das Aufregendste am wohl berühmtesten Konzert der Welt?
Wenn ein Künstler zum ersten Mal dirigiert. Das ist für den Dirigenten selbst, das Orchester und für mich als Moderatorin etwas Besonderes und hat ein bisschen etwas von „Blindflug“ an sich. Beim zweiten Mal fühlt es sich deutlich entspannter und vertrauter an, weil wir wissen, wie der Dirigent „tickt“.
Dann wissen Sie, wie Riccardo Muti „tickt“. Er dirigiert bereits zum sechsten Mal das Neujahrskonzert …
Maestro Muti hat einen außergewöhnlichen Zugang zur Eleganz der Neujahrskonzert-Musik. Denn wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass es sich um Unterhaltungsmusik auf allerhöchstem Niveau handelt. Ein Walzer muss feinfühlig und farbig zelebriert werden, eine Polka darf nicht „heruntergestampft“ werden. Und Riccardo Muti beherrscht die Kunst der zahlreichen Nuancen wie die des großen Bogens meisterlich.
Worauf freuen Sie sich am meisten?
Der schönste Moment lässt sich nicht im Vorhinein bestimmen. Er ergibt sich im Hier und Jetzt und ist bei jedem Konzert ein anderer. Ich bin dann mitgerissen von einer Stimmung, einer Melodie oder einem Solo, und ich weiß, dass dieser Augenblick so nie wieder kommen wird. Aber eines weiß ich sicher, und zwar, dass es nächstes Jahr wieder ein Neujahrskonzert geben wird.

Mit Polka-Klang, Walzer- und Marsch-Musik ins neue Jahr
Zur Einstimmung blickt die „matinee“ am Freitag, 1. Jänner, um 10.35 Uhr, ORF2, mit der Sendung „Auftakt zum Neujahrskonzert 2021“ hinter die Kulissen. Gezeigt werden Orchester-Proben
und Ballett-Dreharbeiten.
Um 11.15 Uhr beginnt die Live-Übertragung des Neujahrskonzertes 2021.
Um ca. 11.50 Uhr wird mit dem Film „Happy Birthday, Burgenland! 1921–2021“) das jüngste Bundesland zum 100-Jahr-Jubiläum gewürdigt.
Die eingespielten Einlagen des Wiener Staatsopernballetts (etwa zu Strauss‘ „Margherita-Polka“ und „Frühlingsstimmen“-Walzer) wurden im Sommer im Looshaus in Wien gedreht.
Um 13.55 Uhr, im Anschluss an das Konzert, wird „Das Ballett der weißen Hengste“, eine Gala-Vorstellung der Lipizzaner aus der Spanischen Hofreitschule, gezeigt.
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