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Ausgabe Nr. 47/2020 vom 17.11.2020, Fotos: Facebook, Bmg Rights Management (Warner)
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Amy Mcdonald.
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Über die menschlichen Bedürfnisse und ihre eigenen singt Macdonald auf ihrem neuen Werk. Es ist bereits im Handel.
"Verheiratet zu sein ist ein schönes Gefühl"
Sie genießt ihr Eheglück, ist süchtig nach Nachrichten und schmiedet Umzugspläne. Bei der schottischen Sängerin und Texterin Amy Macdonald, 33, ist immer was los. Mit der WOCHE-Reporterin Katja Schwemmers hat sie darüber gesprochen – freilich auch über ihr neues Album „The Human Demands“.
Sie sind seit zwei Jahren mit dem schottischen Profi-Fußballer Ricky Foster verheiratet. Wie gefällt Ihnen das Eheleben?
Sehr gut. Es hat definitiv nichts an unserer Beziehung zueinander verändert. Mein Mann und ich sind jetzt sieben Jahre zusammen, da ändert sich ohnedies nicht mehr so viel. Aber was die Hochzeit geändert hat, ist meine Sicht auf das Leben. Da ist jetzt diese tiefe Verbindung und das Wissen darum, dass da jemand ist, der sich um mich sorgt und mir in schwierigen Situationen den Rücken freihält. Es ist ein ziemlich schönes Gefühl.

Ihre Hochzeit fand in Las Vegas (US-Staat Nevada) statt. War ein singender Elvis zugegen?
Nein, so kitschig war es nicht. Es war eine richtig schöne Hochzeit. Ich wollte immer in Vegas heiraten. Die Idee war eigentlich, jeden zur Hochzeit einzuladen, den wir einladen müssen, und letztendlich würde dann ohnedies niemand kommen, weil Vegas zu weit weg ist. Doch dann sind alle gekommen. Wir waren 60 Menschen und haben es ordentlich krachen lassen im noblen Wynn Hotel.

Auf Ihrem neuen Werk „The Human Demands“ gibt es mit „Fire“ ein Lied über Ihre Liebe …
Ich habe es direkt nach unseren Flitterwochen geschrieben. Ich hatte es gar nicht so geplant, es war einfach eine Reflektion meines Gefühlszustandes. Ich fühlte mich so sicher und geborgen und bin gerade an einem guten Platz. Und darum geht‘s in dem Lied. Als mein Mann es das erste Mal hörte, meinte er sofort: „Das handelt von uns, oder?“ Mir war das etwas peinlich und ich sagte, dass er sich erst gar nicht an solche Lieder gewöhnen brauche. Ich werde nicht zur Romantikerin.

Dafür wünschen Sie sich im Stück „Statues“ sogar zurück in den Mutterbauch …
Da ist die Nostalgie über mich gekommen. Ich reflektierte über mein bisheriges Leben, machte persönliche Bestandsaufnahme und ließ mich von kindlichen Erinnerungen leiten. „Statues“ ist inspiriert von der Straße, in der ich aufwuchs und den Geschichten, die dort passierten. Zu „The Hudson“ wiederum ließ ich mich von meinem Vater inspirieren, der mir erzählte, wie er mit meiner Mutter in den Siebzigern nach New York (USA) aufgebrochen war. Vielleicht wäre ich sonst heute gar nicht hier. Es zeigte mir einmal mehr, dass alles, was wir tun, unsere Zukunft verändern kann und alles aus einem bestimmten Grund geschieht.

Könnten Sie sich vorstellen, in einer Metropole wie New York zu leben?
Ich liebe die Stadt, sie ist inspirierend und anders als alle anderen Städte. Ich möchte ja nicht meine europäischen Anhänger verärgern, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich nach Amerika
ziehe, ist groß. Der Wunsch meines Mannes ist, nach seiner aktiven Kicker-Karriere Fußballtrainer zu werden. Er würde das gerne in Amerika machen. Wenn er das tun will, wäre ich an seiner Seite.

Wie ist denn derzeit die Stimmung bei Ihnen in Ihrer schottischen Heimat Glasgow?
Wir hatten gerade drei Wochen Ausgangsbeschränkungen und nun wird schrittweise geöffnet. Richtig blöd ist, dass wir das Weihnachtsfest nicht planen können, weil wir nicht wissen, ob es erlaubt sein wird, Familien-Zusammenkünfte zum Fest zu haben oder nicht.

Es passiert derzeit viel in der Welt, wie kommen Sie mit der Nachrichtenflut zurecht?
Oh, ich bin schlimm. Ich bin informationssüchtig und ziehe mir wirklich jede Sendung rein. Ich bezweifle, ob das wirklich hilft, denn an manchen Tagen mache ich mir höllisch viele Sorgen. Aber ich muss trotzdem immer auf dem neuesten Nachrichtenstand sein.

Wie ist es denn um die schottische Kultur- und Musikszene bestellt?
Das Problem mit Schottland ist, dass wir nicht unsere eigenen Finanzen unter Kontrolle haben. Wir müssen auf die Regierung im Vereinigten Königreich in London warten, damit sich etwas tut. Die schottische Regierung will der Musikbranche helfen, aber ihr sind die Hände gebunden.

Würden Sie auf die Straße gehen und protestieren?
Nur für Menschen, die derzeit durchs Raster fallen, weil sie keine finanzielle Unterstützung bekommen – aber nicht gegen die Corona-Maßnahmen. Denn niemand kann mit Gewissheit sagen, was das Richtige ist.
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