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Ausgabe Nr. 45/2020 vom 03.11.2020, Foto: Starpix / picturedesk.com
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Michaela Kirchgasser, am 18. März 1985 in Schwarzach (S) geboren, absolvierte die Schi-Hauptschule und die Schi-Handelsschule in Schladming (Stmk.). Ihre Karriere als Schi-
Rennläuferin dauerte von 1999 bis 2018. Sie gewann drei WM-Gold-Medaillen im Mannschafts-Bewerb, eine Silberne im Slalom und zwei Bronze-Medaillen in der Kombination.

Mit dem Tanz-Profi Vadim Garbuzov ist sie bei der 13. Staffel der ORF-Sendung „Dancing Stars“ mit dabei. Die 35jährige lebt mit ihrem Mann Sebastian Kirchgasser, mit dem sie seit 2016 verheiratet ist, in Filzmoos (S), wo sie aufgewachsen ist.
"Meine Zehenballen spüre ich am stärksten"
Bis vor zwei Jahren raste sie noch die steilsten Pisten hinunter. Nun schwebt die Ex-Schirennläuferin Michaela „Michi“ Kirchgasser, 35, übers Tanzparkett. Mit dem Ziel, den Sieg bei „Dancing Stars“ (Fr., ORF1, 20.15 Uhr) zu holen. Welchen Körperteil sie dabei am meisten spürt und wie sie Kritik wegsteckt, erzählt die begeisterte Hobby-Köchin im WOCHE-Gespräch.
Frau Kirchgasser, wegen anhaltender Schmerzen im Knie haben Sie vor zwei Jahren Ihre Karriere als Schirennläuferin beendet. Tut Ihnen das Knie beim Tanzen weh?
Gänzlich weg sind die Schmerzen im Knie nicht. Wobei ich es mir schlimmer vorgestellt habe. Was ich am stärksten spüre, sind meine Zehenballen. Das kommt von den Stöckelschuhen. Ich trage zwar sonst schon auch manchmal hohe Absätze, aber sicher nicht so intensiv und oft wie jetzt beim Tanzen.

Sie scheinen auf dem Parkett förmlich dahinzuschweben …
Ja, weil mir das Tanzen unglaublich viel Spaß macht. Da vergesse ich meine Zehenballen und denke mir, das gehört dazu. Und die Stöckelschuhe machen ja wirklich einen schönen Fuß.

Mit dem Walzer absolvierten Sie die erste Runde. War das der richtige Einstiegs-Tanz für Sie?
Ich liebe den Wiener Walzer, der war perfekt, um ins Tanzen hineinzukommen. Ins Strudeln wäre ich geraten, wenn ich mit dem Cha-Cha-Cha begonnen hätte.

Den Sie inzwischen auch schon getanzt haben. Wie sehr haben Sie sich verbessert?
Meine Freundinnen und Schwägerinnen meinen, ich hätte mich schon gesteigert. Mir selber fällt das nicht auf, weil ich völlig gefangen vom Rhythmus bin, aber mein Selbstvertrauen ist stärker geworden. Am Anfang dachte ich schon, oh Gott, jetzt geht das wirklich los.

Sind Sie vor dem Auftritt nervös? Haben Sie ein ähnliches Gefühl, wie Sie es im Start-Häuschen vor den Schirennen hatten?
Die Nervosität vor dem Tanzen ist ein bisschen anders als vor einem Schi-Rennen. Sogar etwas schlimmer, weil ich etwas mache, was für mich nicht gewöhnlich ist. Das Schifahren war ich gewohnt. Und wenn ich beim Tanzen einen falschen Schritt mache, kann ich nicht auf „Stopp“ drücken und noch einmal anfangen. Beim Schirennen kannst du notfalls ein paar Meter zurücksteigen und dann wieder weiterfahren. Diese Möglichkeit habe ich bei „Dancing Stars“ nicht.

Wie geht es Ihnen, wenn die drei Juroren ihre Stimme erheben?
Bei der Bewertung wird‘s wieder spannend, du bist der Kritik ausgeliefert.

Die manchmal hart sein kann …
Durchaus. Im März sagte die Karina (Anm.: Ballett-Tänzerin Karina Sarkissova) zu mir, ich sei „kerlenhaft“. Da war ich schon ziemlich baff, denn burschikos bin ich sicher nicht. Als wir wegen Corona nach der ersten Sendung pausieren mussten, habe ich mir vorgenommen, persönliche Bemerkungen nicht zu nah an mich heranzulassen. Bei der ersten Show nach der Pause bewertete mich Karina mit „zauberhaft“, fügte aber hinzu, dass meine Rücken- und Schulter-Haltung der einer 90jährigen gleichen.

Wie haben Sie reagiert?
Zuerst musste ich schlucken, aber dann wusste ich, dass ich das nicht ernst nehmen muss. Denn Aufgabe der Jury ist ausschließlich, das tänzerische Können zu beurteilen, nicht mehr und nicht weniger. Inzwischen ist die Karina allerdings schon etwas netter geworden.

Sie wohnen derzeit in einem Wiener Hotel, fern Ihrer Heimat in Filzmoos in Salzburg. Vor zwei Wochen kämpften Sie mit den Tränen. Aus Heimweh?
Es war kein richtiges Heimweh. Aber die ganze Situation mit den strengen Corona-Regeln, die wir bei „Dancing Stars“ einhalten müssen, dürfte mir nahegegangen sein. Wahrscheinlich, weil ich äußerst gesellig bin und gerne Menschen um mich habe. Wir dürfen die anderen Tanzpaare praktisch nie sehen. Außer mit Vadim (Anm.: Tanz-Profi Vadim Garbuzov) habe ich kaum Kontakt zu jemandem.

Für drei Tage durften Sie heimfahren. Wie haben Sie die Zeit verbracht?
Ich koche leidenschaftlich gern und habe mich gefreut, für meinen Mann und mich etwas richtig Gutes zu zaubern. Meine Mama hat so viele Schwammerln gefunden. Aus den frischen Pilzen habe ich eine köstliche Sauce gemacht. Und dazu gab es Steaks, gebratenen Fenchel und Rosmarin-Weintrauben.

Klingt köstlich. Kocht Ihr Mann auch?
Ja, fast so gut wie ich (lacht). Sebastian ist der Kreative. Er probiert gern Neues aus, ich mag das Traditionelle. Wir ergänzen uns perfekt. Und da mein Mann ein gelernter Sommelier ist, gibt es immer die richtige Wein-Begleitung wie den exzellenten Riesling aus der Wachau, den wir uns zu den Steaks gegönnt haben.

Sie sind seit viereinhalb Jahren verheiratet. Noch immer verliebt?
Wie am ersten Tag. Ich kann es kaum fassen, wie schnell die Zeit seit unserer Hochzeit vergangen ist.

Haben Sie am Tag Ihrer Hochzeit viel getanzt?
Doch, Polka und Walzer. Aber leider nicht mit meinem Mann. Der tanzt gar nicht gerne. Aber zu einem Walzer habe ich ihn verdonnert. Sebastian ist überzeugt, dass ich ihn nun mit dem Tanzen in Ruhe lasse, weil ich bei „Dancing Stars“ tanze.

Und natürlich gewinnen möchten …
Wenn es nur nach unserem, also nach Vadims und meinem Ehrgeiz gehen würde, dann müssten wir es bis in die Endrunde schaffen. Aber da das bekanntlich nicht nur an uns liegt, hoffen wir, dass wir beim Publikum weiterhin gut ankommen.

Was werden Sie nach „Dancing Stars“ machen?
Ich werde in meinen geliebten Bergen unterwegs sein, Schi-Touren unternehmen, meine Schwünge im Schnee ziehen, auf der Couch sitzen und heißen Kakao trinken. Weiterarbeiten werde ich nicht nur an meinem Konzept, bei dem ich junge Sportler unterstütze, sondern auch an unserer Familienplanung, da ich mir drei Kinder wünsche.
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