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Ausgabe Nr. 44/2020 vom 27.10.2020, Foto: MCP/KerstinJönsson
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Andy Borg wurde am 2. November 1960 als Adolf Andreas Meyer in Wien geboren. Mit dem Schlager „Adios Amor“ (1982) schaffte er den Durchbruch. Von 2006 bis 2015 moderierte er als Nachfolger von Karl Moik den „Musikantenstadl“, seit zwei Jahren die Sendung „Schlager-Spaß“ (SWR).

Er lebt mit seiner Frau Birgit, 50, in Thyrnau (Passau, D). Die beiden sind seit 15 Jahren verheiratet und seit 22 Jahren ein Paar. Eigenen Angaben zufolge waren sie seither noch keinen Tag voneinander getrennt. Aus erster Ehe mit Sabine, 56, stammen Tochter Jasmin, 34, und Sohn Patrick, 30.
"Ich lebe mein Märchen"
Ein fröhlicher Musik-Reigen, charmant moderiert von Andy Borg. Das ist das Erfolgsrezept seiner Sendung „Schlager-Spaß“. Bislang nur auf SWR zu sehen, überträgt erstmals auch ORF2 die erfolgreiche Show. Eine kleine Revanche für Andy Borg, der einst vom ORF als „Musikantenstadl“-Moderator abserviert wurde. Jetzt wird er 60, hält aber von Geburtstagen wenig.
Herr Borg, „Es war einmal …“ – der Titel Ihres neuen Albums klingt märchenhaft. Möchten Sie uns Ihr Lieblingsmärchen erzählen?
Es war einmal ein Mechaniker, der sich nichts sehnlicher wünschte, als Sänger zu werden. Weil sich die Menschen freuten, wenn er sang. Doch leider gab es keine drei Haselnüsse und auch keinen Zaubertrank, der seinen Wunsch wahr werden ließ. Der Bursche glaubte dennoch fest daran, seinen Traum zu verwirklichen. So machte er weiterhin fleißig Musik und war stets freundlich, so wie er es von seinen Eltern gelernt hat. Dann kam eines Tages „Adios Amor“, es folgten „Die berühmten drei Worte“ und seither lebe ich mein Märchen.

Klingt das nicht fast zu schön, um wahr zu sein?
Natürlich waren nicht alle Kapitel, die in meinem Märchen dazugekommen sind, schön. Aber am Ende ist für mich immer alles gut ausgegangen, wie es sich für Märchen gehört. Manchmal habe ich mehr Geduld gebraucht, damit es „In 10.000 Jahren“ hinter den „Goldenen Bergen“, die ich auf meinem neuen Album besinge, ein „Happy End“ gibt. Ich bin zufrieden, weil mein Wasserglas immer halb voll ist. Mit dieser positiven Einstellung, die mir meine Eltern mitgegeben haben, bin ich aufgewachsen.

Mehr als zufrieden dürfen Sie mit Ihrer Show „Schlager-Spaß“ sein. Die zeigt nun auch der ORF2 am Samstag, 7. November, um 20.15 Uhr. Was macht die Sendung so erfolgreich?
Offenbar gibt es viele Menschen, denen gefällt, was ich mache, weil sie Spaß an der Schlagermusik und an meinen Gästen haben. Unser musikalisches Programm ist ebenso bunt wie das Leben. Wenn wir uns nicht umarmen dürfen, berühren wir einander mit unseren Liedern. Am nächsten Samstag sind unter anderem Johnny Logan, die „Jungen Original Oberkrainer“ und die „Paldauer“ bei mir zu Gast. Wir werden die Zuschauer zum Lachen bringen und in ihnen schöne Erinnerungen wecken.

Woran erinnern Sie sich am liebsten?
An meine Kindheit, als wir im Wald spielten und auf den Wiesen herumtobten. Und an den Sommertag, als ich das erste Mal „Adios Amor“ im Radio gehört habe, da war ich an der Alten Donau baden. Ich war total aus dem Häuschen und habe es gleich dem Würstelverkäufer erzählt. Bis heute kann ich es nicht glauben, dieses Glück erleben zu dürfen. „Adios Amor“, diese drei Minuten, haben mein Leben so sehr zum Guten verändert, ein Glück, das kein Schlager der Welt beschreiben könnte.

Dass Sie als „Musikantenstadl“-Moderator vor fünf Jahren abrupt verabschiedet wurden, hat Ihnen zugesetzt, oder? Wie gut haben Sie die Enttäuschung verdaut?
Zum Erwachsenwerden gehört es, dass wir erkennen, wann ein Kapitel zu Ende geht. Sonst würden wir doch das neue, schöne Kapitel, das beginnt, verpassen. Auch wenn ich manchmal ein Grantler und Morgenmuffel sein kann, weiß ich genau, dass ich immer meine Frau und meine Freunde an meiner Seite habe. Loslassen bedeutet nicht Alleinlassen. Jeder hat seine eigene Zeitrechnung, wie er was verdaut, auch ich. Etwas Neues zu wagen, habe ich bislang nie bereut. Mit „Schlagerparade der Volksmusik“ hatte ich meine erste Moderation beim SWR. Dorthin bin ich mit dem „Schlager-Spaß“ nun wieder zurückgekehrt.

Wohin führt Ihres Erachtens der „Jugendwahn“ oder das Bestreben der Fernseh-Sender, alles verjüngen zu wollen? Was bedeutet das für die Zukunft der Schlagermusik?
Unser „Schlager-Spaß“ bekommt so großen Zuspruch, weil wir die Zuschauer zeitlos gut unterhalten, mit Lieblingsliedern, die einen Retro-Charme versprühen. Ich nenne sie gerne die großen Melodien aus den Jahren, als wir alle jung waren und zum Tanzen gingen. Als wir unser Herz verloren und die große Liebe gefunden haben. All jene Lieder, die mit einem Lebensgefühl verbunden sind, das wir gerne in uns wachrufen. In der Schlagerwelt gibt es für jede Stimmung, sei dies Glück, Trauer oder Sehnsucht, die richtigen Töne.

„Lass mi net untergeh‘n“ ist das Lieblingslied Ihrer Frau Birgit. Hatten Sie selbst je das Gefühl, knapp davor zu sein, unterzugehen?
Ich habe nie so schlimm den Boden unter den Füßen verloren, dass ich in Gefahr war unterzugehen. Es sollte selbstverständlich sein, dass einem in schlechteren Zeiten der Partner oder die Freunde nicht im Regen stehen lassen. Doch leider ist der Zusammenhalt nicht selbstverständlich. Deshalb tut es gut, davon zu singen, um daran zu erinnern, wie fein es ist, zusammenzuhalten. Meiner Frau gefällt das Lied so gut, weil ich es in ihrem bayerischen Dialekt singe.

Was lieben Sie an Ihrer Frau am meisten?
Meine Frau ist mein Fundament. Sie begeistert mich jeden Tag aufs Neue und hält mir den Rücken frei. Während ich hervorragend gut im Vergessen bin, behält sie immer den Überblick. Sie kritisiert mich und sagt mir ihre Meinung, ohne dabei verletzend zu sein. Sie nimmt mich so, wie ich bin. Deshalb kann ich dieses Leben führen und mich um meine Musik und meine Fernseh-Sendungen kümmern.

Sie machen im Haushalt nichts?
Ja, aber ich arbeite im Garten. Das ist mein Hobby. Und auch dabei bin ich romantisch und lasse mir immer wieder etwas einfallen. Zum Beispiel, wenn ich beim Rasenmähen ein Herz aus Gras für sie stehen lasse. Wenn sie es entdeckt, freu‘ ich mich wie ein Kind. Kleine Gesten sind das Wichtigste in der Liebe.

Wie werden Sie Ihren Geburtstag feiern?
Mit meiner Birgit, wir beide, ganz für uns allein. Ob wir einen Ausflug machen, die Familie besuchen oder den ganzen Tag gemütlich daheim bleiben, das entscheiden wir spontan. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf Geburtstage wenig gebe. Lieber feiere ich, wenn es sich einfach so ergibt. Eine große Geburtstagsparty wird es sicher nicht geben. Wer nicht eingeladen ist, wurde also nicht vergessen.
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