Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 39/2020 vom 22.09.2020, Foto: AdobeStock
Artikel-Bild
Kurzsichtigkeit früh erkannt, senkt das Risiko für spätere Augen-Krankheiten
Schlechtes Sehen macht
Kopfweh
Die Kurzsichtigkeit bei Kindern ist drastisch angestiegen. Unerkannt macht diese Sehschwäche ab der Schule Probleme. Die Schüler leiden unter Kopfweh und schlechter Konzentration.
Ein Kind muss nicht in ein Möbelstück laufen oder über Augenprobleme klagen, wenn es unter Sehschwäche leidet. Im Gegenteil, eine Kurzsichtigkeit beim Kind bleibt ohne Untersuchung oft unentdeckt.

„Kritisch ist die Zeit um den Schuleintritt“, betont Markus Gschweidl, Bundesinnungsmeister der Optiker und Optometristen in unserem Land. Der Wechsel in einen Alltag mit vielem Nahsehen kann die kindlichen Augen schnell strapazieren. „Mit etwa sechs Jahren sind die meisten Kinder normalsichtig oder leicht weitsichtig. Doch im Schulalter fängt es an, bei der überwiegenden Mehrheit tritt die Kurzsichtigkeit zwischen dem sechsten
und 15. Lebensjahr auf, um sich dann im Erwachsenenalter bei bis zu -6 Dioptrien einzupendeln“, verrät Gschweidl. Neben dem Unterricht nimmt ab sechs Jahren die Nutzung von Computern, Laptops oder Tablets zu. Die Zahl der Vier- bis Sechsjährigen, die regelmäßig ein Mobiltelefon in ihren Händen halten, steigt steil an.

Den Augen der Kinder tut das nichts Gutes. Für die Entstehung einer Kurzsichtigkeit ist neben der Veranlagung der Umwelteinfluss von Bedeutung. „Der Mensch ist von Natur aus darauf ausgelegt, untertags den Blick ständig zwischen dem Horizont und nähergelegenen Objekten hin- und herpendeln zu lassen. Beim Lesen oder Spielen mit dem Mobiltelefon sind die Augen ständig auf Dinge im Nahbereich fokussiert. Dadurch verliert das Auge die Fähigkeit, sich auf weite Entfernungen einzustellen. Wird dies wiederholt über längere Zeiträume ausgeübt, führt das zu einem verstärkten Längenwachstum des Augapfels und der Abstand zwischen Augenlinse und Netzhaut vergrößert sich. Kurzsichtige erkennen Menschen und Gegenstände in der Ferne schlecht, weil die Bilder aus der Ferne unscharf auf der Netzhaut ankommen. Dieses Problem wächst. In Europa ist schon jeder zweite junge Mensch von Kurzsichtigkeit betroffen, weltweit wird sie zur Norm“, sagt Gschweidl.

Optiker und Augenärzte empfehlen Eltern, die Sehkraft ihrer Kinder vor Schulbeginn sowie ein bis zwei Mal im Jahr beim Augenarzt kontrollieren zu lassen. „Je früher die Kurzsichtigkeit beginnt, desto höher sind meist die Endwerte.“ Das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit kann der Arzt nur im Kindesalter beeinflussen. Und das wäre wichtig, denn bei Kurzsichtigen treten im Erwachsenenalter Netzhautablösung, Makulaerkrankung, grauer oder grüner Star häufiger und früher ein.

Eine Kurzsichtigkeit bei Kindern ist oft nicht sofort zu erkennen. „Das kindliche Gehirn kompensiert stark und kann die Seh-Probleme ausgleichen. Das hat Folgen. Aufgrund der Belastung kommt es zu Kopfschmerzen. Aufmerksamkeit und Konzentration leiden, was im Unterricht zu schlechten Lernerfolgen führt. Statt an Lernprobleme zu denken, wäre es sinnvoll, die Augen der Kinder überprüfen zu lassen“, rät der Experte und verrät, dass die Symptome des schlechten Fern-Sehens vielfältig sind. „Ist das Kind tollpatschig, stolpert es häufig oder fängt es Bälle nicht gut, sollten seine Augen untersucht werden. Hält es beim Sehen den Kopf schief, reibt es sich die Augen oder zieht sie zusammen, kann eine Sehschwäche schuld sein. ‚Klebt‘ das Kind beim Anschauen von Büchern oder beim Zeichnen am Blatt oder sitzt es beim Fernsehen nah am Bildschirm, sind das Alarmzeichen, ebenso leichtes Schielen bei Ermüdung, schlechtes Sehen bei Dämmerung und die abnehmende Freude an allem, was die Augen anstrengt.“
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Dodoheimarie
Es wäre ja SINNVOLL einen Test als "Medikament" zu verschreiben.
Man könnte sich mit einem Schnelltest auch zu Hause testen.

Nur, wenn man hört, dass 1-2 % der getesteten Gesunden falsche Daten liefern, so fragt man sich ob solche "Herdenteste" sinnvoll sind, wenn man keine Beschwerden hat, lt. Dr. Bhakti, den sollte man sich anhören.... er bringt sehr dezidiert und mit Zahlen belegt, dass das ganze Prozedere der Bundesregierungen nicht sinnvoll ist": Einschränkung der persönlichen Freiheit usw.... das vor allem ein Lockdown nicht notwendig gewesen war. Siehe Schweden...

Dass wir achtsam sein sollten und das immer und zu jeder Zeit, ist ja richtig. Doch spielen in unserem Leben viel ärgere Dinge eine Rolle..

Wie immer. Jeder sollte für sich die Verantwortung übernehmen in Hygiene und vor allem im Abstand halten.
Werbung