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Ausgabe Nr. 38/2020 vom 15.09.2020, Fotos: Günther Haslinger - Designworx, zVg, Judith M. Trölß
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Gasthof zum Seewirt
Johanna Enzinger
Zellhofweg 1
4893 Zell am Moos,
Tel.: 06234/8210
info@seewirt.com
www.seewirt.com

Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Do, Fr, Sa und So von 10.00 Uhr bis 23.00 Uhr geöffnet, durchgehend warme Küche, Tischreservierungen erbeten,
Ruhetag: Dienstag
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Gut speisen am schönen Irrsee.
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Mondseer Reinanke mit Petersilienäpfeln
"Pizza hat auf meiner Karte nicht verloren"
Den traumhaften Blick auf den malerischen Irrsee bei köstlicher Hausmannskost genießen. Das bietet das Gasthaus „Zum Seewirt“ in Zell am Moos im Hausruckviertel (OÖ). Seit 30 Jahren kümmert sich Johanna Enzinger, Wirtin aus Leidenschaft, um das Wohl ihrer Gäste.
Ich führe das Haus, in dem ich geboren wurde, in vierter Generation. An diesem Ort zu bleiben, war meine Bestimmung“, ist Johanna Enzinger, 64, überzeugt. Eigent-
lich müsste es „Zur Seewirtin“ heißen. Sind es doch schon
immer Frauen gewesen, die hingebungsvoll die Geschicke des Gasthauses „Zum Seewirt“ gelenkt haben.

„Obwohl es nicht immer leicht ist, in der Gastronomie zu bestehen, und schon gar nicht als Frau, macht mir meine Arbeit Freude. Durchhaltevermögen, Zuversicht und ein gewisser Dickschädel haben mir stets geholfen“, schmunzelt die Hausherrin, die sowohl im Service als auch in der Küche dafür sorgt, dass alles wie am Schnürchen läuft und sich die Gäste wohlfühlen.

Lärm und Hektik sind rasch vergessen, wenn die Gäste bei Schönwetter im Gastgarten Platz nehmen, gut essen und sich erholen möchten. Ein unvergleichliches Panorama vor Augen, blitzt der wunderschöne Irrsee auf. Der naturgeschützte See wird auch Zellersee oder Jungfernsee genannt. Die Sage über die Entstehung des Sees, an dessen Stelle das Schloss eines bösen Zauberers gestanden sein soll, wird auf der Eingangstür des Gasthauses festgehalten. Der heimische Bildhauer Hans Mairhofer-Irrsee hat die Sage in Gestalt einer Seejungfrau als Kunstwerk geschnitzt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Gasthaus im Jahre 1416. Seit mehr als 100 Jahren wird es im Familienstamm der jetzigen Chefin Johanna Enzinger geführt.

„Wir sind das geblieben, was wir immer waren. Und zwar ein bodenständiges Landgasthaus mit Hausmannskost, zubereitet aus Produkten, die wir aus nächster Nähe beziehen. Eine Pizza hat auf meiner Speisekarte nichts verloren“, sagt die Wirtin und schüttelt energisch den Kopf.

Nach Rezepten von "anno dazumal"
Die alt-österreichischen Rezepturen stammen zum großen Teil aus Überlieferungen von Enzingers Vorgängern. Wie der legendäre Topfenstrudel (3,30 Euro) nach Omas Rezept, das die 64jährige wie einen Familienschatz hütet.

„Gut und unverfälscht schmeckt unser Essen, das ist unsere Küchen-Philosophie. Dass wir unsere Zulieferer, vom Bauern über die Jäger und Fischer, persönlich kennen, ist unser großer Vorteil. Wie die kurzen Lieferwege, die dafür sorgen, dass die Lebensmittel frisch sind“, sagt die Gastgeberin. Fangfrische Fische wie Saibling, Reinanke und Zander aus dem Mondsee, geliefert vom Seefischer Hubert Daxner, oder Wild-Gerichte von Reh und Hirsch sind die Spezialitäten des Hauses.

Das in Butter gebratene Zanderfilet (16,50 Euro) wird mit Petersilerdäpfeln und Blattsalat serviert. Mondsee-Saibling (20,50 Euro) und Mondsee-Reinanke (19,50 Euro) werden im Ganzen gebraten, dazu gibt es ebenso Petersilerdäpfeln und Blattsalat.

Auch jene Gäste, die Lust und Appetit auf einen beliebten Klassiker haben, kommen auf ihre Kosten. In der Karte finden sich ein herzhaftes, saftiges Altwiener Rindsgulasch mit selbstgemachten Spätzle (12,50 Euro), ein Wiener Schnitzel vom Schwein (10,50 Euro) oder Kalb (17,50 Euro) in perfekter Panier, serviert mit Petersilerdäpfeln, ein bunter Grillteller mit Pommes frites, Gemüse und Kräuterbutter (15,50 Euro) oder ofenfrischer, magerer Schweinsbraten vom Schopf mit Semmelknödeln und Krautsalat (10,90 Euro).

Wer etwas zu feiern hat, ist im schönen Ambiente des Gasthauses gut aufgehoben. „Unsere mehr als einhundert Jahre alte Gaststube habe ich im Originalzustand erhalten. Daneben haben wir noch vier weitere Stüberl zum Feiern. Im großen Saal, der im bäuerlich-rustikalen Stil eingerichtet ist, finden bis zu 150 Gäste Platz. Im Sommer ist unser Gastgarten ein beliebter Rückzugsort. Unter den alten Kastanienbäumen genießen die Gäste den Blick auf den See und lassen dabei die Seele baumeln“, sagt Johanna Enzinger, die seit eh und je von Bewohnern und Gästen „die Johanna“ genannt wird.

„Bürger, Bauer, Arbeiter und Knecht, uns sind alle Gäste recht“, steht auf dem Wandbild in der Gaststube geschrieben. „Nach diesem Grundsatz leben und arbeiten wir“, bestätigt die Seewirtin.
Den Gästen, die am Irrsee Urlaub machen, bieten sich 21 großzügig ausgestattete Zimmer und ein sonnig gelegener hauseigener Badeplatz an.

„Den Tag beginnen unsere Gäste mit einem ausgiebigen Frühstück in der Hochzeitsstube. Meistens sind sie bestens gelaunt, weil es sich hier bei uns in dieser Ruhe gut schlafen lässt. Beim Frühstück wird geplant, wo es hingehen soll. Ob eine Tour mit dem Fahrrad oder in den Wanderschuhen auf einen der nahegelegenen Berge, ein Ausflug in die Stadt Salzburg oder einfach entspannen auf unserem Badeplatz am See, für jeden Geschmack ist etwas dabei“, weiß die ortskundige Wirtin.


Mondseer Reinanke mit Petersilienäpfeln
Zutaten für 4 Personen:
4 frische Reinanken, Salz, Pfeffer, Saft einer Zitrone,
Butter, 8 mittelgroße Erdäpfel, Petersilie

Zubereitung:
Den Fisch salzen, pfeffern und mit Zitronensaft beträufeln. Aufgestellt, mit der offenen Seite nach unten, in die gut mit Butter ausgelegte Bratform geben und bei 160 Grad 20 Minuten braten lassen.
Tipp: Flossen anheben, wenn der Fisch „glasig“ schimmert, ist die Reinanke perfekt gegart.
Die Erdäpfel im Salzwasser kochen und danach in Butter und Petersilie schwenken. Zum Fisch wird zerlassene Butter serviert.

Wein-Tipp:
Matthias Hager, Mollands/Kamptal Grüner Veltliner, fruchtig und würzig am Gaumen,
11,5 %Vol., 1/8 l/3,40 Euro
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