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Ausgabe Nr. 37/2020 vom 08.09.2020, Fotos: imago images / Christoph Worsch, zVg
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LaBrassBanda.
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Auf ihrem aktuellen Album vereinen die Bayern verschiedene Musikrichtungen und sorgen für gute Laune.
Sogar die Kühe sind zu hören
Er ist ein Urbayer mit Anhängern in der ganzen Welt. Wenn Stefan Dettl, 39, mit seiner Band „LaBrassBanda“ aufspielt, gesellen sich zur Polka Stilrichtungen wie Reggae und Cumbia. Auf dem fünften Studioalbum der Band mit dem Titel „Danzn“ sind Elemente aus Portugal, Frankreich und dem Balkan genauso wie aus Tasmanien und Thailand zu hören. Mit dem Sänger sprach der WOCHE-Reporter Olaf Neumann.
Herr Dettl, auf dem Lied „Discobauer“ Ihres neuen Albums werden Sie von Kühen begleitet.
Haben die Tiere auf Ihrem Hof in Oberbayern gemuht?
Genau. Das ganze Spektakel haben wir vor der Haustür aufgenommen. Ich selber habe keine Kühe, aber der Nachbar hat welche. Die muhen manchmal zu mir herüber oder ich höre ihre Glocken. Das ist ein Gefühl wie auf der Alm.

Ihr Album heißt schlicht „Danzn“. Zu Ihrer Musik wird fast überall auf der Welt getanzt, in welchen Regionen der Welt am wildesten?
Im vorigen Jahr waren wir in Australien in einem Surferparadies. Dort hat es sintflutartig geregnet, weshalb unser Konzert fast ausgefallen wäre. Es waren nur fünf Personen da. Aber die haben den Klub komplett zerlegt. Außerhalb von Deutschland werden wir als Tanzband wahrgenommen. Den Menschen ist es egal, woher wir kommen und wieso wir auf Bayrisch singen, sie bewegen sich einfach zu der Tuba.

War es Ihr erklärtes Ziel, die Blasmusik von identitätsstiftendem Lokalkitsch zu einer überregional konsumierbaren Partymusik zu machen?
Wir haben die Blasmusik und das ganze Drumherum nie als Kitsch empfunden. Wenn du auf dem Land groß wirst, darfst du mit zwölf, dreizehn Jahren bei der Blasmusik mitmachen, vorausgesetzt, du übst fleißig. Sie ist für dich ein Tor zur großen Welt. Wir sind dann immer nach Südtirol gefahren. Und mit fünfzehn, sechzehn lernst du andere Mädchen kennen, die auch Blasmusik spielen. Diese Musik ist für das Sozialgefüge in Bayern auf dem Land ungeheuer wichtig und auch super.

Wie würden Sie sich beschreiben?
Ich bin ein absoluter Klischee-Bayer. Ich mag es, wenn die Sonne scheint, im Biergarten unterm Maibaum zu sitzen. Da esse ich eine Weißwurst zu einem Weißbier. Andererseits lerne ich gerne Menschen kennen. Ich muss immer wieder raus aus Bayern.

Können Sie Traktor fahren?
Ja, ich besitze einen alten Traktor, Baujahr 1964. Der fährt immer noch, ich mache damit aber nur ganz leichte Sachen wie kleine Bäume ziehen.

Sind Sie schon einmal mit dem Traktor zum Konzert gefahren?
Das kann schon passieren. Wenn ein Konzert im Nachbarort stattfindet, fahren wir aber mit dem Rad hin und übernachten dort. Wir haben eine bandinterne Regel: Egal, wo wir ein Konzert spielen – wir übernachten immer im Veranstaltungsort. Denn wenn es dann lustig ist, muss niemand nach dem Konzert noch heimfahren. Das ist immer schön.

Sie brauen Ihr eigenes „Love Beer“, ein trockenes Weißbier mit fruchtiger Hopfennote. Wie kam es dazu?
In meiner Ortschaft hat vor acht Jahren eine Brauerei aufgemacht. Die experimentierte mit anderen Hopfensorten und Bieren, die doppelt so stark wie normale Biere sind. Wenn aber mit diesem Geschmack ein leichtes Weißbier gemacht wird, dann lässt sich damit den ganzen Abend gemütlich beisammensitzen, ohne einzuschlafen. Dieses Bier brauen zu lassen, hat Spaß gemacht.

Nehmen Sie es mit, wenn Sie auf Tour sind?
Nein, nie.
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