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Ausgabe Nr. 37/2020 vom 08.09.2020, Foto: Vojtech Vlk / CTK / picturedesk.com
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An etlichen Grenzen wird nur stichprobenartig kontrolliert.
Sicherheitslücken an unseren Grenzen
Die Corona-Zahlen steigen wieder an. Verantwortlich dafür sind auch Urlaubsrückkehrer aus Risikoländern wie Kroatien, Serbien oder der Türkei. Ihre Überprüfung bei der Einreise obliegt den Behörden. Im Detail gibt es aber offenbar Sicherheitslücken.
Die Corona-Krise hält uns seit Monaten in Atem. Mehr als 28.000 bestätigte Corona-Fälle gibt es bis jetzt hierzulande, rund 24.000 Erkrankte sind wieder genesen, mehr als 700 Personen sind an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben.

Die neuesten Infektions-Zahlen nahm die Regierung wieder zum Anlass, die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Bis zu 400 Corona-Neuinfektionen wurden zuletzt pro Tag registriert. Das war der höchste Anstieg seit fünf Monaten. Die meisten neuen Corona-Fälle gibt es in Wien (rund 200). Dort leben besonders viele Menschen, die aus Risikoländern stammen, wie etwa aus Kroatien, Serbien oder aus der Türkei. Viele kehren dieser Tage, zum Ende des Sommers, aus ihrem Urlaub zurück in unser Land. Die höheren Infektionszahlen sind auf vermehrte Tests und Urlaubsheimkehrer zurückzuführen.

Denn treffen Rückkehrer ein, müssen sie ein ärztliches Gesundheitszeugnis mit negativem Corona-Test vorlegen. Er darf nicht älter als drei Tage sein. „Wenn die Testung im Ausland nicht möglich ist, kann die Einreise trotzdem gewährt werden,der PCR-Test (mittels Rachenabstrich)
muss innerhalb von 48 Stunden hierzulande durchgeführt werden“, erklärt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Innerhalb dieser Zeit müssen sich die jeweiligen Personen daheim in Quarantäne begeben.

Kontrolliert werden die Einreisenden am Flughafen vom Bundesheer direkt bei der Passkontrolle. Hinsichtlich der Quarantäne ist das jeweilige Magistrat zuständig.

Schulbeginn mit Maske
Anders ist die Situation, wenn Rückkehrer aus einem Risikogebiet zuerst etwa mit dem Flieger in Deutschland landen, beispielsweise am Flughafen München. Wenn sie glaubhaft machen, dass sie nur auf der Durchreise sind, müssen sie sich in Deutschland keinem Test unterziehen und dürfen weiter in Richtung Grenze fahren.

Dort sollte entweder ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden oder es erfolgt eine Unterschrift zur selbstüberwachten Quarantäne. Auch eine Registrierung der Personen ist vorgesehen. Das Gesundheitsministerium bestätigt aber, „dass das Grenzpersonal je nach Verkehrsaufkommen nur stichprobenartig kontrollieren kann.“ Gerade zum Schulbeginn könnten die Corona-Zahlen daher in Städten wie Wien weiter in die Höhe schnellen.

Seit voriger Woche gilt hierzulande die sogenannte Corona-Ampel, die das Risiko in Bezirken anzeigen soll. Sie operiert mit den Farben Grün (niedriges Risiko), Gelb (mittleres), Orange (hohes) und Rot (sehr hohes Risiko). Die Ampel soll wöchentlich festgelegt werden. Zuletzt standen bereits die Städte Wien, Linz (OÖ) und Graz (Stmk.) sowie der Bezirk Kufstein (T) auf Gelb. Das hat zur Folge, dass die Maskenpflicht verschärft wird, laut ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz etwa im Handel, in der Gastronomie und bei Veranstaltungen. An Schulen sollen bei Gelb
fix verschärfte Hygienevorkehrungen gelten, wie eine Maskenpflicht bis vors Klassenzimmer.
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