Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 35/2020 vom 25.08.2020, Fotos: Trölß (3)
Artikel-Bild
Gasthof „Rote Säge“
Urthaleramt 2
3684 St. Oswald
Mo, Do, Fr und Sa ab 9 Uhr geöffnet
So und Feiertag ab 11 Uhr
Tel: 07415/7328
www.rotesaege.at
bamberger@rotesaege.at
Artikel-Bild
Gemeinsam für die Gäste. Die Wirtsleute (links außen) mit ihren fleißigen Helfern in Küche und Service.
Artikel-Bild
Handgemachte Gemüseknödel mit brauner Butter, Rucola und Grana Padano
Wo einst Wasser die Säge betrieb
Dort, wo einst ein Sägewerk stand, rauscht nun die Ysper gediegen dahin. Ihr Plätschern untermalt den Aufenthalt der Besucher im Gasthof „Rote Säge“. Dort kredenzt das Wirtepaar Bamberger den Gästen kulinarische Genüsse aus regionalen und selbstgemachten Produkten.
Der Name hat sich eingeschlichen“, sagt Andrea Bamberger. Die 48jährige führt in vierter Generation mit ihrem Mann Christian das Gasthaus, das heute „Rote Säge“ heißt und im Yspertal in St. Oswald in Niederösterreich liegt.

Über die „schleichende“ Namensgebung meint die sympathische Wirtin, dass ihr Haus im Jahr 1840 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Im Zuge des Straßenbaues durch das Yspertal. „Bis 1935 befand sich ein Sägewerk in unmittelbarer Nähe des Gasthauses. Wir wissen, dass im Mittelhochdeutschen das Wort ,Rothe‘ für rotieren stand. Das Wasser hat im Sägewerk rotiert. Um 1890 wurde das Haus dann ,Rotte Säge‘ bezeichnet. Eine ,Rotte‘ wiederum beschreibt eine Gemeinschaft – weil die Säge gemeinschaftlich betrieben wurde. Heute trägt unser Haus den Namen ,Rote Säge‘, weil sich die Schreibweise eben so ,eingeschlichen‘ hat“, meint Andrea Bamberger lachend.

Wobei die Wirtsleut auf Gemeinschaft nach wie vor großen Wert legen. Vor allem, wenn es darum geht, den Gästen die besten Gerichte auf die Teller zu zaubern. Das gelingt ihnen im wahrsten Sinn des Wortes ausgezeichnet. Sind sie doch Mitglied der Niederösterreichischen Wirtshauskultur und wurden bereits dreizehn Mal in Folge zum Top-Wirt gekürt. Weil die „Rote Säge“ in einem idyllischen Wandergebiet im Bezirk Melk liegt, kehren natürlich hungrige Ausflügler gerne ein. Für sie stehen im gemütlichen Gastgarten 70 Plätze zur Verfügung. „Aber nicht nur Wanderer stärken sich hier bei uns. Jeder, der gut essen will, kommt zu uns“, spricht die Wirtin aus Überzeugung. „Die Gäste lieben die Ruhe und hier können sie nach Herzenslust die ländliche Idylle genießen.“
Säfte und Pesto werden selbst gemacht
Gekocht wird in der „Roten Säge“ nach bodenständigen Rezepten. Das Zepter in der Küche führt der Chef des Hauses, Christian Bamberger, der großen Wert auf Produkte von heimischen Lieferanten und Erzeugern aus der Region legt. Fleisch vom Ringlschwein, Eier und Dinkel kommen direkt aus der Nachbarschaft. Viele andere Produkte werden aus der Umgebung und den Genussregionen unseres Landes angeliefert.

Säfte, Liköre, Chutney, Pesto und Marmeladen werden von der Chefin selbst hergestellt. Ein Höhepunkt auf der Speisekarte und einmalig ist das Bauernhofeis vom Bauern Gebetsberger. Daraus wird etwa ein Genussdessert (7,90 Euro) aus Dirndleis, Marilleneis und Mohneis mit Schlagobers, Likör, Fruchtsoße und Schoko-Blätterteigspitzen gezaubert. Das sollte freilich der krönende Abschluss sein. Es gibt genügend Auswahl, zuvor den Hunger zu stillen.

Wie wäre es mit Bio Heumilchbratkäse mit sautierten Steinpilzen, hausgemachtem Apfel-Currychutney und kleinem Blattsalat (9,50 Euro), Carpaccio vom Rindslungenbraten mit Rucola, Olivenöl, hausgemachtem Kräuterpesto, Grana Padano und getoastetem Rosmarinbrioche (9,50 Euro) oder einer klaren Rindsuppe mit Mohn-Käseschöberl um 3,90 Euro. Danach kommen Fleischgenießer mit dem Hüferscherzl vom Weiderind, rosa gegrillt mit gebratener Grammelroulade, Kräuterbutter und Gemüse (17,90 Euro), Alt Wiener Backfleisch vom Weiderind, pikant mit Senf, Kren und Knoblauch gewürzt, gebacken, dazu Petersilerdäpfel und Dirndlfruchtmark (16,50 Euro) oder einem geschmorten
Schopfbraten in Wurzelrahmsoße mit gebratenen Schupfnudeln und Preiselbeeren (16,90 Euro) auf ihre Kosten. Auch das „Rote Säge“-Pfandl, gegrillte Schweinsmedaillons mit Gorgonzolarahmsoße, hausgemachte rote Spätzle und Gemüse (15,90 Euro) ist zu empfehlen. Wer es fleischlos liebt, kann zu Gemüserisotto mit Gartengemüse (11,90 Euro) und den beliebten hausgemachten Gemüseknödeln mit brauner Butter (12,90 Euro) greifen.

„Der Jahreskreis ist bei uns kulinarisch. Wenn sich die lauen Sommernächte dem Ende zuneigen, beginnen wir im September mit Spezialitäten vom Kürbis. Dann hält der Herbst Einzug in unsere Küche“, sagt Bamberger.


Handgemachte Gemüseknödel mit brauner Butter, Rucola und Grana Padano
Zutaten für 4 Personen:
Für den Teig:

400 g mehlige Erdäpfel, gekocht und noch heiß gepresst, 200 g griffiges Mehl, 1 Ei, 1 TL Salz

Für die Fülle:
200 g Wurzelgemüse (Karotten, Pastinaken, gelbe Rüben, Sellerie) fein geraspelt, 1 kl. Zwiebel, 1 Lauch in Ringe geschnitten, 1 TL Salz, Pfeffer, Majoran, gehackte Kräuter (Kerbel, Liebstöckel, Thymian, Petersilie), 50 g geriebener Parmesan, 2 Knoblauchzehen fein gehackt, etwas Butter, Parmesan und Rucola

Zubereitung:
Butter zerlaufen lassen, Zwiebel und Lauch darin andünsten. Knoblauch und Gemüse dazugeben und zugedeckt im eigenen Saft 10 Minuten dünsten lassen. Dabei öfter umrühren.
Kräuter und geriebenen Parmesan untermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und auskühlen lassen, Gemüsefülle zu kleinen Knödeln formen.
Alle Zutaten für den Erdäpfelteig rasch zu einem geschmeidigen Teig verkneten und die Gemüseknödel damit überziehen.
Knödel im Salzwasser ca. 20 Minuten kochen.
Mit brauner Butter, geriebenem Parmesan und Rucola servieren.

Wein-Tipp:
Sauvignon Blanc, Hochstrass 2017, Weingut Zeilinger–Hohenwarth, weltweit eine verbreitete Weinsorte, mit vielschichtigen Fruchtaromen, die speziell bei dieser Sorte von Herkunft und Reifegrad geprägt sind. Fruchtig und exotisch. 13 % Vol., trocken, 0,75 l, 1/8 l/3,40 Euro.
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung