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Ausgabe Nr. 34/2020 vom 18.08.2020, Fotos: Traunseehotels/Christof Wagner(5), Judith M. Trölß(4)
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Poststube 1327
Das Wirtshaus im Hotel Post Traunkirchen
Ortsplatz 5
4801 Traunkirchen
Tel.: 07617/2307
post@traunseehotels.at
www.hotel-post-traun-kirchen.at
Täglich geöffnet, warme Küche von 12 bis 21.30 Uhr
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Die Gastgeber-Familie Monika und Wolfgang Gröller mit ihren Töchtern.
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Griessler (2. v. l.) motiviert seine Mitarbeiter.
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Hand-Arbeit: Chefkoch Stefan Griessler.
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Suite „Kloster Refugium“.
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Wirtshausbank in der Gaststube.
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Das Kochbuch mit Salzkammergut-typischen Rezepten.
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Grammelknödel
Hochgenuss am "glücklichen See"
Die historische „Poststube 1327“ im oberösterreichischen Traunkirchen ist lediglich ein paar Schritte vom Traunsee entfernt. Dort erfahren die Gäste neben dem kulinarischen Hochgenuss das Wiederaufleben der guten, alten Sommerfrische, wie sie früher einmal war.
Auch wenn der Kaiser, die Sommerfrische und das Kloster Traunkirchen (OÖ) mit seiner 1.000jährigen Geschichte den Ton angeben, fehlt es keineswegs an Modernität, Kunst und Weltoffenheit. Wir halten die Werte des Salzkammergutes zwar hoch, achten allerdings darauf, diese Werte weiterzuentwickeln und zu erneuern“, erklärt
Wolfgang Gröller. In dritter Generation betreibt er mit sei-
ner Frau Monika das Hotel Post am Traunsee, der von den
Römern „lacus felix“, „glücklicher See“, genannt wurde.

Die malerische See- und Bergkulisse zog seit jeher Städteurlauber an, zumal das Salzkammergut eine Fülle an Freizeitaktivitäten und Kulturgenuss bietet.

Mit dem Kloster Traunkirchen ist das Hotel eng verbunden. Bereits im 13. Jahrhundert diente es als Gästehaus und Hoftaverne. „Hier, im Stammhaus“, sagt der Gastgeber, „eröffneten wir unsere ,Poststube 1327‘, benannt nach dem Datum ihrer ersten urkundlichen Erwähnung.“

Vor vier Jahren ließ die Familie Gröller das urige Wirtshaus, das über einen schattigen Gastgarten verfügt, renovieren. Handwerker und Künstler aus der Region verhalfen der historischen Gaststube, in der 120 Gäste Platz finden, zu neuem Glanz. Boden und Schank sind aus rotem Salzkammergut-Marmor, die zauberhaften Lampenschirme stammen von der Altmünster Künstlerin Liselotte Lang.

Nicht minder regional geprägt ist das, was auf den Tisch kommt. Für die Speisen verantwortlich zeichnet Stefan Griessler. Seit einem Jahr zaubert der junge Küchenchef „ausdrucksstarke Wirtshaus-Klassiker“ in der Küche der „Poststube 1327“. „Seit ich denken kann, liebe ich gutes Essen“, sagt der 27jährige lachend, der überzeugt ist, von seiner Mutter, einer „fantastischen Köchin“, das Talent zum Kochen geerbt zu haben.

"In der Küche darf auch gelacht werden"
„Dazu kommt der große Spaß, den ich dabei habe“, sagt Stefan Griessler. Er legt Wert darauf, dass bei der Arbeit der Humor nicht zu kurz kommt. „Auch wenn es in der Küche öfters heiß hergeht, darf auch gelacht werden. Dass wir alle gut zusammenarbeiten, ist mir wichtig. Ich bin mir sicher, dass ein gutes Arbeitsklima wesentlich dazu beiträgt, dass die Speisen unseren Gästen schmecken“, ist der Chefkoch überzeugt.

Die „Verbindung aus Tradition und Moderne“, die ihm bei der Auswahl der Lebensmittel so wichtig ist, wird beispielsweise im „Traunsee Räucherfisch-Topfen“ mit Radieschen auf Sauerteigbrot (4,90 Euro) deutlich. Er ist in der Speisekarte in der Rubrik „Kleine Magenpflanzerl vorweg“ zu finden, ebenso wie „Gabis Russenkraut“ mit Chiliöl und Paprika (2,90 Euro). Einen krafvolleren Anfang garantiert die „echte Rindsuppe“ mit Wurzelwerk, die je nach Wunsch mit Kalbsleberknödeln, Grießnockerln, Fleischstrudel, Frittaten oder Kaspressknödel (je 3,50 Euro) serviert wird.

Gebackene Fleisch-Spezialitäten mit Petersilienerdäpfel, gemischtem Salat und Preiselbeeren sind in unterschiedlichen Variationen erhältlich. Herzhaft-zart kommt das Schnitzel vom Jungschwein (14,90 Euro), das Schnitzel vom Weidekalb (21,50 Euro) oder ein Buttermilch-Backhendl in Bio-Qualität (15,90 Euro) auf den Teller. Dem Kaiser-Gulasch mit Sauerrahm-Nocken setzt der Küchenchef mit einer kandierten Zitrone und eingelegtem Paprika (18,50 Euro) die Krone auf. Je nach Verfügbarkeit gibt es Fisch im Ganzen gebraten (21,90 Euro), ausschließlich frisch aus dem Tagesfang.

Wer sich noch den Kaiserschmarren mit Rumrosinen, Zwetschkenröster und Apfel-Karamelleis (15,90 Euro) gönnen möchte, muss sich mindestens eine halbe Stunde gedulden. Gut Ding braucht eben Weile, schließlich will der Mehlspeis-Traum frisch zubereitet und in feinster Vollendung genossen werden.

Das Beste zum Schluss verspricht die „Traunkirchner Torte“ aus Mürbteig, Kaffee und Obers (4,20 Euro) oder der „G‘schlamperte Strudel“ mit Vanilleeis, Schlagobers und Mandelstreusel (5,60 Euro).

Häufig wechselnde Angebote saisonaler Spezialitäten ergänzen die Speisekarte mit zusätzlichen Schmankerln.
Grammelknödel
Zutaten für 4 Personen:
Für den Erdäpfelteig:

100 g mehlige Erdäpfel, 2 Eier, 50 g Butter (flüssig),
270 g glattes Mehl, Salz, Pfeffer, Muskat

Für die Füllung:
250 g Schweinefilz oder grüner Speck (unbehandelter Rückenspeck vom Schwein), 1 gehackte Zwiebel, 1 gehackte Knoblauchzehe, 1 EL gehackte Petersilie, grobes Meersalz

Zubereitung:
Die Erdäpfel weich kochen und auskühlen lassen. Die kalten Erdäpfel durch eine Erdäpfelpresse drücken und mit den restlichen Zutaten rasch verkneten.
Für die Füllung den Speck in Würfel schneiden und mit den restlichen Zutaten in der Pfanne langsam knusprig braten. Erst ganz zum Schluss die Petersilie beigeben.
Die Knödel je nach Belieben groß formen, füllen und je nach Größe 10 bis 20 Minuten in kochendes Salzwasser einlegen und bei geringer Hitze leicht kochen lassen.
Mit Salat, Sauerkraut oder Rahm-Sauerkraut servieren.
Küchenchef Stefan Griessler empfiehlt als Beilagen gebratenes Frühkraut oder gebratenes Weißkraut (je nach Saison) mit kandiertem Kümmel, Brennnesseln, fermentiertem Knoblauch und eingelegten Bärlauch-Kapern. Das Rezept zu den Bärlauch-Kapern gibt es zum Nachlesen im neuen „Salzkammergut Kochbuch“ von Lukas Nagl, Executive Küchenchef Traunseehotels, und Katharina Seiser, Brandstätter Verlag).
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