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Ausgabe Nr. 31/2020 vom 28.07.2020, Fotos: AdobeStock (6)
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Das zartrosa Sträußchen erfreut nicht nur die Oma.
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Kartäusernelke
Blüht: von Juni bis September.
Blütenfarbe: purpurrot.
Wuchs: 30 bis 50 Zentimeter.
Eigenheit: stark versamend, ideal für die Verwilderung.
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Federnelke „Tatra Fragrance“
Blüht: von Juni bis August.
Blütenfarbe: weiß-rosa.
Wuchs: bis 30 Zentimeter.
Eigenheit: gefiederte Blütenblätter – ein Blickfang.
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Staudennelke „Pink Kisses“
Blüht: von März bis September.
Blütenfarbe: pink-bordeauxrot.
Wuchs: bis 30 Zentimeter.
Eigenheit: stark ausgeprägte
Pflegeleichtigkeit, frostfest bis -15 Grad.
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Prachtnelke
Blüht: von Juni bis September.
Blütenfarbe: rosa, hell-lila, purpur.
Wuchs: 20 bis 60 Zentimeter.
Eigenheit: federförmig tief geschlitzte Blüten, die intensiv duften.
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Bartnelke
Blüht: von Juni bis August.
Blütenfarbe: weiß-rot, rosa, violett, mehrfarbig. Wuchs: 25 bis 60 Zentimeter.
Eigenheit: zweijährig, verliert danach an Blühfreude.
Die Blume der Götter
Sie waren einst fester Bestandteil in den Blumengärten unserer Großmütter. Später büßten sie an Beliebtheit ein, aber jetzt sehen wir die Gartennelken wieder überall. Denn die pflegeleichten Blühwunder bereichern Beete und Töpfe mit ihrer reichlichen Formen- und Farbenkraft.
Wer eine weiße Nelke verschenkt, zeigt damit seine Verehrung, mit einer roten seine heiße Liebe. Nelken symbolisieren Leidenschaft, Verlangen und Romantik.

Schon bei den alten Griechen standen die zarten Blüten hoch im Kurs. Denn eigentlich sind Nelken Götterwerk. Darauf verweist zumindest ihr botanischer Name „Dianthus“. Er ist aus dem altgriechischen „dios anthos“ hervorgegangen und bedeutet „Blume der Götter“. Darin sind auch die wichtigsten Vertreter eingeschlossen – die Garten-, Bart-, Feder-, Stauden- oder Prachtnelken. Allerdings wollten sich Hobbybotaniker selbst mit dieser großen Vielfalt nicht zufriedengeben und begannen früh, selber neue Sorten aus der Wildart der Landnelken zu kreieren. Schließlich nimmt es die göttliche Blume in der Liebe nicht allzu genau.

„Das heißt, sie paart sich recht ungehemmt mit anderen Vertreterinnen ihrer Art. Daraus entstehen dann immer wieder neue Sorten“, weiß der niederländische Gartenprofi Carlos van der Veek.

Unter dem Begriff „Gartennelke“ werden also alle Hybriden zusammengefasst, die durch Kreuzungen aus der Landnelke entstanden sind. „Gegenwärtig gibt es knapp viertausend Sorten, die im Handel zu finden sind. Diese Hybriden mit Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern eignen sich sowohl für die sommerliche Bepflanzung von Beeten als auch für Töpfe, Balkonkästen und Ampeln. Außerdem geben sie prächtige Schnittblumen ab“, sagt der Experte.
Der größte Reiz der Gartennelken ergibt sich freilich aus ihren Blüten. Wie ein feines Rüschenröckchen erscheinen die runden, gekerbten oder gefransten Blütenblätter in allen erdenklichen Farbschattierungen zwischen Weiß, Lila, Rosa und Rot, was ihnen ein fast barockes Flair verleiht. Einige Sorten entwickeln sogar zweifarbige Blüten, die oft gefüllt sind und angenehm duften. Die Vielfalt kennt kaum Grenzen. Und einmal auf einem sonnigen Plätzchen angewachsen, benötigen die göttlichen Blumen keine spezielle Pflegemaßnahmen mehr.

„Sie sind enorm überlebensstark, da sie in freier Natur misslichsten Verhältnissen trotzen müssen. Daher brauchen sie auch nur wenig Nährstoffe, vertragen Trockenheit unbeschadet und werden darüber hinaus kaum von Krankheiten befallen. Sogar Schnecken schleimen achtlos an ihnen vorbei“, erklärt Carlos van der Veek. Er empfiehlt jedoch bei Gartennelken, die als Schnittblumen verwendet werden, die Seitenknospen zu entfernen. So steckt die Pflanze mehr Energie in die Hauptblüte. Wer die Blühdauer bis in den September hinein verlängern will, sollte zudem abgedorrte Triebe regelmäßig ausbrechen – und dadurch Platz für neue schaffen. Ansonsten können die hübschen Pflänzchen bequem aus dem Gartensessel bestaunt werden, ohne dass sich „faule Gärtner“ groß darum kümmern müssen. „Nur in besonders langen Trockenzeiten sollten Sie zur Gießkanne greifen. Zehn Liter Wasser reichen pro Quadratmeter aus, um die Pflanzen mit Feuchtigkeit zu versorgen“, so der Profigärtner.

Ein starkes Symbol
  • Seit dem 15. Jahrhundert verweisen die Blüten der Nelken auf Liebe und Treue.
  • Zu Zeiten der Französischen Revolution (1789–1799) bekam die Nelke erstmals eine politische Bedeutung. Adelige, die zum Tode verurteilt waren, trugen als Zeichen ihrer Unerschrockenheit auf ihrem letzten Weg zur Guillotine eine rote Nelke im Knopfloch. Ein knappes Jahrhundert später mauserte sich die rote Nelke zum Erkennungszeichen der Sozialisten und wurde zu feierlichen Anlässen am Revers getragen.
  • Auch im Kampf um die Rechte der Frauen marschierte die rote Blume zuvorderst mit. Bereits 1911 wurde sie an den Demonstrationen des Weltfrauentages als Symbol eingesetzt.
  • Im Jahr 1974 führte die Nelkenrevolution in Portugal zu den ersten freien Wahlen.
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