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Ausgabe Nr. 29/2020 vom 14.07.2020, Fotos: Harald Wisthaler, Daniele Molineris, Helmuth Rier
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Im Rosengarten gibt es mehrere Wege sowie den „Bike Park Carezza“ für sportliche Radler.
Der Karer See beeindruckt mit seiner intensiven Wasserfarbe. Er ist mit dem Rad und dem Auto zu erreichen.
Ausflug in den Rosengarten
Das Eggental liegt nahe Bozen romantisch in den Dolomiten. Die Region beeindruckt mit den Bergformationen Rosengarten und Latemar. Urlauber können wandern, Rad fahren und Naturjuwele wie den Karer See besuchen. Zwei Orte des Tales haben sich zum Sternendorf zusammengeschlossen und bieten einen Planeten-Wanderweg, eine Sternwarte sowie astronomisch eingerichtete Zimmer an.
Hoch hinauf ragen die Zacken der Dolomiten im Südtiroler Eggental (Italien). Mittendrin schiebt sich ein Berg prominent ins Bild. Die Marmolata, die Königin der Dolomiten. Genaugenommen ist sie ein Gratrücken, der aus mehreren Gipfeln besteht. Der höchste, der „Punta Penia“, ragt 3.343 Meter in den italienischen Himmel.
Der Aufstieg ist aber kein Spaziergang und nur routinierten Bergsteigern vorenthalten. Ein Teil der Marmolata ist von einem Gletscher bedeckt. Wanderfreundliche Wege gibt es in den Dolomiten aber genug.
In den sieben Dörfern des Eggentales, das nahe der Stadt Bozen romantisch in den Bergen liegt, erwarten die Besucher 530 Kilometer lange Wanderwege. Familiengerechte Themenwege gibt es im „Latemarium“. Das Naturjuwel des Latemar-Gebirgsstockes bildet die eindrucksvolle Kulisse.
Ein beliebtes Wanderziel ist auch der Rosengarten. Statt Blumenduft gibt es für die Ausflügler eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Dolomiten-Gipfel. Mit der Kabinenbahn „Laurin“ in Welschnofen geht es zu den schroffen Felsen des Rosengartens hinauf. Die Seilbahn ist nach dem Zwergenkönig Laurin benannt, um den sich im Eggental so ziemlich jede zweite Sage dreht.

"Rosadira", Alpenglühen auf Südtirolerisch
„Der Legende nach gab es hier tatsächlich einen Garten voller Rosen, der dem Zwergenkönig Laurin gehörte. Eines Tages entführte er die schöne Simhilde. Als Ritter der Frau zu Hilfe eilten, versteckte sich Laurin inmitten der Rosen. Die Soldaten erspähten den Zwerg dennoch. Daraufhin verfluchte Laurin den Rosengarten. Fortan sollte weder bei Tag noch bei Nacht ein Menschenauge seine Rosen erblicken. Weil er aber die Dämmerung vergaß, erstrahlen die Felswände des Rosengartens bei Sonnenuntergang in verschiedenen Rottönen. Und sorgen so für das Alpenglühen, das wir in Südtirol ,Rosadira‘ nennen“, erzählt Dr. Helene Thaler vom Eggental Tourismus.
Der Rosengarten ist auch bei Radfahrern beliebt. Ein Muss für alle Freunde des Zweirades ist der „Carezza Trail“. Die Bergbahnen in Welschnofen bringen die Radler bequem nach oben. „Auf 4,4 Kilometern geht es entlang eines Bachlaufes durch Wälder und Wiesen nach Welschnofen hinunter. Die Sportler legen dabei 500 Höhenmeter zurück“, erzählt die Südtirolerin.
Mit der Seilbahn geht es dann wieder zügig nach oben. Wer seine Technik verfeinern will, biegt bei der Bergstation in den „Bike Park Carezza“ ab. Dort gibt es Spitzkehren, große und kleine Sprünge sowie Hindernisse zum Überqueren.
Wer schon vor Ort ist, kann mit seinem Drahtesel auch zum Karer See radeln. Je nach Lichteinfall leuchtet das Wasser des Sees in den verschiedensten Farbtönen und das in einer Intensität, als hätte jemand künstlich nachgeholfen. Die Farbe des Wassers ist auf eine Algenart zurückzuführen, die das Wasser in Blau- und Grüntönen schimmern lässt. Das Gewässer ist auch mit dem Auto zu erreichen.

Oberhalb des Sees liegt das Grand Hotel Carezza. Karl May, Winston Churchill und Sisi haben hier ihren Urlaub verbracht. Der Aufenthalt der Schriftstellerin Agatha Christie schlug sich sogar in einem ihrer Werke nieder. In dem Kriminalroman „Die Großen Vier“ ermittelt Inspektor Poirot im Rosengarten und im Latemar.

Wem das noch nicht außergewöhnlich genug ist, besucht die beiden Orte Steinegg und Gummer. Die zwei Gemeinden haben sich zum „Ersten Europäischen Sternendorf“ zusammengeschlossen. Sie bilden gemeinsam mit Südtirols einziger öffentlicher Sternenwarte, einem Planetarium und einem Planeten-Wanderweg ein kosmisches Rundumerlebnis.
Einige Betriebe bieten auch stilvoll eingerichtete Schlafzimmer an. Hier sticht der Gasthof Oberwirt in Stein-
egg hervor. Die Gäste können in der Mondlandefähre „Eagle“ übernachten, mit der im Jahr 1969 die erste bemannte Landung auf dem Erdtrabanten gelang.
Im Hotel Oberwirt steht eine originalgetreu nachgebaute Mondlandefähre der Apollo-11-Mission. „Das Modell steht in einem sieben Meter hohen Raum auf einer nachempfundenen Mondoberfläche. Bis zu vier Personen können in der Kapsel übernachten. Im Gegensatz zum Original verfügt sie über ein geräumiges Badezimmer und zwei Schlafzimmer“, erzählt der Gastgeber Roland Schroffenegger.
Im Cockpit können die Gäste Hebeln drücken und eine Nebelmaschine macht Dampf beim vermeintlichen Start. Eine Übernachtung kostet ab 250 Euro pro Nacht. Das Hotel hat noch weitere Zimmer, die sich dem Thema Sonne, Mond und Sterne verschrieben haben. „In den Sternenzimmern genießen die Gäste den Blick auf den nächtlichen Himmel“, sagt der Hotelier. In den Betten lässt es sich von einer Expedition ins All träumen oder von einer Wanderung in den Dolomiten.

Auf in die Dolomiten
Eggental Tourismus, Tel.: 0039 471 619500, www.eggental.com; Gasthof Oberwirt,
Tel.: 0039 471 376 525, www.gasthofoberwirt.com
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