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Ausgabe Nr. 27/2020 vom 30.06.2020, Fotos: Werbung am Inn, Wirtshaus zur Bums´n
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Die Wirte Helmut Schuster und Herbert Unger mit Sous-Chef Miroslav Muka und Küchenchef Andreas Pretzl.
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Rezept: Bratl in der Rein

Zutaten für 4 Personen:
600 g Schweinsschopf oder Bauch,
600 g Surschopf,
Gewürzmischung aus Salz, Pfeffer,
Kümmel, Majoran, Knoblauch, 1 große Zwiebel, Erdäpfeln je nach Bedarf, Weißkraut, Radiwurzn, 2 EL Sauerrahm, Schuss Schlagobers und Essig

Zubereitung: Den Schopf mit der Gewürzmischung gut einreiben, in eine Rein geben und bei 180 Grad in den Backofen schieben. Rundherum anbraten lassen, nach einer halben Stunde geschälte, zerteilte Zwiebel zugeben, anlaufen lassen, mit Wasser etwas angießen. Es sollte immer genügend Flüssigkeit in der Rein sein. Nach 1 ½ Stunden die rohen, geschälten Erdäpfel mit in die Rein geben. Mit etwas Salz würzen.

Ist der Braten 1 ¾ Stunden im Backrohr, kommt das Weißkraut (in 4 cm Spalten geschnitten, mit Strunk, damit es nicht auseinanderfällt) dazu. Erdäpfeln und Kraut schmoren mit in der Soße. Nach ca. 2 ½ Stunden Garzeit ist das Bratl mit Erdäpfeln und Kraut fertig. Alles aus der Rein herausgeben, die Soße durch ein Sieb seihen, wenn gewünscht eindicken, ansonsten ein Natursafterl genießen.

Dazu ein Radisalat: Eine Radiwurzn hacheln, einsalzen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Radi ausdrücken und in eine Schüssel geben. Den Radi mit Pfeffer, Sauerrahm, Obers und Essig abrunden.

Gerne werden zu diesem Gericht auch Semmelknödel serviert.
Aus der „Rein“ schmeckt’ s am besten
Sie ist urig und ihr Name so originell, dass so manch einer verwirrt ist. Die „Bums‘n“ in der oberösterreichischen Barockstadt Schärding punktet bei Gästen aus nah und fern mit ihren „richtigen Mahlzeiten“, und zwar den traditionellen Speisen aus der „Rein“.
Kennt jemand die Hintergründe nicht, kann er beim Wort ‚Bums‘n‘ schon was missverstehen. Wir wurden sogar schon gefragt, was denn bei uns eine Zimmerstunde kostet“, sagt Helmut Schuster, der schon über viele
Anekdoten im Zusammenhang mit dem Namen seines Lokals gelacht hat.

„Um die Jahrhundertwende wurden die Bierfässer mit der Pferdekutsche angeliefert, abgeladen und über den leicht schiefen Bretterboden durch die Gaststube gerollt. Zum Halt brachte die Fässer nur der massive Tresen, wo sie ‚anbumsten‘. Der Aufprall war im ganzen Ort zu hören. Von daher stammt der Name ,Bums‘n‘“, erklärt der 45jährige und wischt damit alle Doppeldeutigkeiten vom Tisch. Gemeinsam mit Herbert Unger, 49, „schupft“ er die „Bums‘n“. Unterstützt von 50 Mitarbeitern, die sich in der urigen Gaststätte in Schärding (OÖ) flink und freundlich um das Wohl der Gäste kümmern.

Gemütliche Platzerl finden die Besucher in der urigen Gaststube (80 Personen), im Jägerstüberl (45 Pers.), Braumeisterstüberl (18 Pers.), Gartenstüberl (45 Pers.) oder im Bürgerstüberl (50 Pers.). Für größere Veranstaltungen bietet sich der Gambrinuskeller (100 Pers.) an. Der beschattete Innenhof lädt ebenso zum Verweilen ein wie der Schanigarten vor dem Haus.

„Die ‚Bums‘n‘ ist das Wohnzimmer in unserer Stadt, für den Arbeiter wie für den Vorstandsdirektor“, beschreibt Schuster das Erfolgsgeheimis.

Die Sportler vom Innradweg kehren gern ein, um sich zu stärken und zu erfrischen. Nicht nur die radfahrenden Gäste erholen sich und tanken auf, auch die motorbetriebenen Vehikel können im Wirtshaus an der Ladestation „gespeist“ werden. Motorradfahrer sind ebenso gern gesehene Gäste in der schmucken Gaststätte.

Seit mehr als drei Jahren schwingt Andreas Pretzl das Zepter in der Küche. „Schon als Kind war ich fasziniert davon, wenn es in Mutters Küche herrlich duftete. Denn für mich bedeutet Kochen in erster Linie Riechen und Schmecken. Am liebsten zaubere ich g‘schmackige Variationen mit unseren regionalen Lebensmitteln. Und für die Gäste mit großem Hunger darf es durchaus deftig sein“, versichert der Koch.

„Am liebsten bestellt wird unser ,Essen aus der Rein‘, eine richtige Mahlzeit für die ganze Familie oder eine Gruppe von Freunden. Die ,Rein‘, eine Bratenform, wird in die Mitte des Tisches serviert und jeder kann sich daraus selber bedienen“, sagt der Wirt Helmut Schuster.

Ab vier Personen und nach Vorbestellung wird Köstliches in der Rein kredenzt. Das Bratl in der Rein (11,70 Euro pro Person) mit Schweins- und Surbraten, Semmelknödeln, Stöcklkraut, Erdäpfeln, Radi und einem Schnapserl ist der absolute Renner. Die „Bums‘n“-Rein (11,70 Euro pro Person) bietet Schweinsbraten und Sur-Ripperln. Die Schlacht-Rein (14,70 Euro pro Pers.) ist gefüllt mit Sauwaldgeselchtem, Surbratl, Blutwurst, Grammelknödeln, Semmelknödeln, Sauerkraut, Erdäpfeln und dem obligaten Stamperl Schnaps. Darüber hinaus gibt es noch eine Rein mit gegrilltem Allerlei, Sur-Ripperln und Schnitzel-Variationen.

„Es ist schön zu sehen, wie gern unsere Gäste gemeinsam aus der Rein essen, sich dabei verbunden fühlen und ihren Spaß dabei haben. Die Rein, um die sich alles schart, ist urig und erinnert vielleicht an die Kindheit. Es ist spürbar, wie verbunden sich die Menschen beim gemeinsamen Verzehr fühlen. Dazu empfehlen wir natürlich unser Baumgartner Bier, speziell das Zwickl Halbe vom Fass“, sagt Unger und zückt gleich den Zapfhahn.

Die Innviertler Hausmannskost ist abwechslungsreich. Vom Rindsgulasch mit Semmelknödel (10 Euro), für das die „Bums‘n“ weithin bekannt ist, über das gebackene Surschnitzel auf Bierrahmsauce mit Semmelknödel und Krautsalat (12,30 Euro) bis hin zu den Innviertler Knödeln mit Sauerkraut und Sauwalderdäpfeln (10,90 Euro) lässt die Speisekarte keine Wünsche offen. Auch die Salat- und Fischliebhaber, die süßen Schleckermäuler und Vegetarier kommen auf ihre Kosten.

Einmal wöchentlich finden bei Schönwetter Grillabende
statt. An lauen Sommerabenden tönt im Gastgarten Live-Musik. „Bei Familienfeiern, Hochzeiten und Firmenfesten verwöhnen wir die Gäste mit unserem Catering-Service und in unserer ,Bums‘n‘-Manier, die herzlich und gesellig ist“, zwinkert Helmut Schuster neckisch.
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