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Ausgabe Nr. 24/2020 vom 08.06.2020, Foto: AdobeStock
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Asiatische Riesenhornisse:

Die größte Hornisse der Welt wird fast sechs Zentimeter lang und hat eine Flügelspannweite von bis zu neun Zentimetern. Sie nistet bevorzugt in unterirdischen Hohlräumen. Oberirdische Nistplätze befinden sich selten mehr als ein bis zwei Meter über dem Boden.
„Mörderhornissen“ reißen Bienen die Köpfe ab
Sie ist fast sechs Zentimeter lang, tötet ganze Bienenvölker und greift sogar Menschen an – die Asiatische Riesenhornisse. Jetzt breiten sich die orange-braunen Brummer aus Japan verstärkt in den USA und Kanada aus. Aber auch in unserem Land sind wir vor ihr nicht sicher.
Ich habe gedacht, nach dem Corona-Virus kann es gar nicht schlimmer werden, und plötzlich tauchen diese riesigen Brummer auf“, fasst es eine besorgte Bewohnerin im kanadischen Calgary zusammen.

In den nordamerikanischen Nachrichten hat sich der Spitzname „Mörderhornisse“ für die per Schiff eingeschleppte Asiatische Riesenhornisse rasch durchgesetzt. „Sie ziehen aber nicht los, um zu töten, sondern um zu fressen. Genau wie wir“, relativiert der Insektenforscher John Swann den Begriff. Trotzdem kann der Experte verstehen, dass diese Insektenart den Menschen Angst macht. Aggressiv sind diese Tiere eigentlich nicht. Weil die Asiatische Riesenhornisse aber unter der Erde nistet, besteht die Gefahr, die Insekten versehentlich zu stören. Und das kann schmerzhaft enden – oder sogar tödlich.

In Japan sterben durchschnittlich 30 bis 50 Menschen pro Jahr nach Attacken der Riesenhornissen.

Häufig ist die Todesursache ein allergischer Schock.

Abgesehen davon ist der „Piks“ äußerst schmerzhaft. Schließlich ist die Asiatische Riesenhornisse mit einer Flügelspannweite von bis zu neun Zentimetern beinahe doppelt so groß wie eine europäische Hornisse und fast fünf Mal größer als eine Honigbiene. Und das macht dem Insektenforscher zufolge ihre Gefahr aus. Bei einem Stich bekommen die Opfer dadurch potenziell die drei- bis vierfache Dosis Gift ab. „Bei etwa 28 Stichen überlebt ein Mensch vermutlich noch. Bei 50 bis 60 wird‘s kritisch“, erklärt John Swann. Ihr rund sechs Millimeter langer Stachel besitzt auch keine Widerhaken – somit kann die Riesenhornisse mehrmals zustechen, um sich zu verteidigen. Doch trotz des starken Giftes ist die Wahrscheinlichkeit, an einem Stich zu sterben, eher gering.

Viel gefährlicher ist die Asiatische Riesenhornisse hingegen für Honigbienen – die aufgrund von Pestiziden und schwindenden Lebensräumen ohnehin bedroht sind.

„Mit ihren scharfen Mundwerkzeugen reißen die Hornissen den Bienen die Köpfe ab. Anschließend verfüttern sie die enthaupteten Bienen und den gesammelten Nektar an ihren Nachwuchs. Eine einzelne Riesenhornisse tötet bis zu 40 Honigbienen pro Minute. Und eine kleine Gruppe von 30 Hornissen kann innerhalb von nur vier Stunden sogar ein ganzes Bienenvolk mit 30.000 Tieren auslöschen“, erklärt der Insektenforscher.

Die in Japan vorkommende Honigbiene hat darum eine geniale Abwehrstrategie entwickelt. Dabei bilden Hunderte Bienen um die Hornisse eine Art Traube und lassen ihre Flugmuskulatur vibrieren. „So steigt im Inneren des ‚Hitzeballes‘ die Temperatur auf etwa 46 Grad. Zusätzlich erhöht sich der Anteil an Kohlenstoffdioxid in der Luft. Die Hornisse kollabiert und stirbt nach einigen Minuten. Die Bienen hingegen können dank ihres Stoffwechsels kurzzeitig Temperaturen von bis zu 50 Grad überleben“, erklärt der japanische Wespen-Experte Jun-ichi Takahashi. Unklar ist freilich noch, ob sich westliche Bienen auch auf diese Art vor der neuartigen Bedrohung schützen können.

„Auch wenn es bei uns noch keine Sichtungen von Asiatischen Riesenhornissen gibt, es kann jederzeit passieren, dass sie sich auch in unserem Land breitmachen“, weiß der Linzer Biologe Dr. Martin Schwarz.

Übertriebene Angst bräuchten wir vor den großen Brummern jedoch nicht haben. „Für uns sind sie normalerweise ungefährlich“, beruhigt der Fachmann.

Dafür wird uns in diesem Sommer vermutlich ein ganz anderes Insekt gehörig plagen. „Viele Wespen sind wohlbehalten durch den Winter gekommen, die hohen Temperaturen begünstigen ihre Brut. Es ist also mit einem leicht überdurchschnittlichen Wespenjahr zu rechnen“, prognostiziert der Biologe. Hwie
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