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Ausgabe Nr. 24/2020 vom 08.06.2020, Fotos: picturedesk.com, zVg.
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Lionel Messi dribbelt wieder mit dem
FC Barcelona.
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Im „Cirque du Soleil“ wird Messis Lebensgeschichte erzählt. Clowns und Artisten zeigen ihr Können mit dem Ball.
Vorhang auf für den Zirkuskicker
Der Neustart des spanischen Ligafußballes in dieser Woche läutet auch Lionel Messis, 32, wohl letzte Karrierephase in Spanien ein. Der Millionär verlängerte beim FC Barcelona und feiert auch den baldigen Start der Zirkusshow „Messi 10“ mit dem „Cirque du Soleil“ in Argentinien.
Zirkustricks des Argentiniers mit dem Ball waren zuletzt Corona-bedingt nur seiner Familie vorbehalten. „Ich war mit meinen Söhnen im Garten Trampolin springen, habe mit ihnen Karten und Fußball gespielt und mit meinem Hund ‚Hulk‘, einer 50 Kilo schweren Bordeaux-Dogge, gegaberlt“, erzählt der rund 90 Millionen Euro pro Jahr verdienende Lionel Messi, 32, über seine Heimquarantäne. Gemeinsam mit seiner Frau Antonella, 32, und den Kindern Thiago, 7, Mateo, 4, und Ciro, 2, war sie auszuhalten gewesen, immerhin hatte Messi acht Millionen Euro in seine Villa im Nobelort Bellamar (Spanien) investiert, die neben Schwimmbad und Fitnessraum auch ein Fußballfeld und eine Basketballhalle umfasst.

Nervige Nachbarn wurden von Messi kurzerhand aus ihren Verträgen herausgekauft, er soll sogar seinen Einfluss geltend gemacht haben, damit Flugzeuge einen Bogen um das Grundstück fliegen. Söhnchen Mateo schaffte es trotzdem, den Vater zu ärgern. „Beim Kicken im Garten will er stets ein Spieler jener Mannschaften sein, die mich schon geschlagen haben. Und bei jedem Duell Barcelonas gegen Real hält er lautstark zu den Madrilenen, um mich zu ärgern“, schmunzelt der Vater.

Vor dem Liga-Neustart in dieser Woche freilich ein doppelt heikles Thema im Hause Messi, denn Barcelona liegt in der „Primera Division“ nur zwei Punkte vor dem Dauerrivalen Real Madrid. „Die Liga und das ganze Land helfen alle zu Real“, ärgert sich Ex-Barca-Präsident Joan Gaspart. „Bei einer Tabellenführung der Madrilenen wären sie sicher ohne Neustart zum Meister erklärt worden.“ Bestätigt sieht er sich in seiner Sichtweise von der jüngsten Aussage eines Schiedsrichters, dass 90 Prozent aller spanischen Referees Real-Anhänger seien. Allerdings verfügt Barcelona im Gegensatz zu Real über einen „Messi“, obwohl der sechsfache Weltfußballer des Jahres zuletzt ernsthaft mit einem Abgang spekuliert hatte. Sogar ein konkretes Angebot von Inter Mailand soll vorgelegen sein. Dennoch verlängerte Messi seine Karriere in Barcelona vorerst bis 2021 und kickt damit bereits seit 20 Jahren im Dienste der Katalanen. Doch er hat immer noch Ziele. „Wir haben die Meisterschaft und die Champions League im Visier, vielleicht kommt uns ja die Pause zugute“, hofft der 32jährige.

Im internationalen Vergleich befindet sich Spanien unter den Frühstartern, die Italienische Serie A beginnt am 20. Juni, die Premier League nur drei Tage früher. Auf den Wiederankick in England werden sich viele Blicke richten, weil die Corona-Zahlen dramatisch waren und sportlich gesehen dem FC Liverpool nur noch zwei Siege auf die Meisterschaft fehlen. „Wir werden den Titel feiern
und eine Parade abhalten“, verspricht Trainer Jürgen Klopp.

Obwohl das runde Leder wieder rollt, hinterließen die wirtschaftlichen Opfer und Corona-Toten ihre Spuren beim Fußball-Millionär Messi. Er hatte sich erst vor einem Jahr einen Privatjet um 13 Millionen Euro angemietet. „Ich fürchte, die Welt wird nicht mehr dieselbe sein wie vorher“, zeigt sich Messi geläutert. „Keiner von uns hätte gedacht, dass uns die Krise in diesem Ausmaß treffen würde. Es gibt nichts Schlimmeres, als Menschen zu verlieren, die du liebst.“ Um seinem Verein zu helfen, verzichtete er wie seine Kollegen auf 70 Prozent seines Gehaltes und spendete zwei Millionen Euro für Spitäler. Wenn die Infizierten-Zahlen sinken, würde sich Messi vor allem auf den Beginn des Zirkusprogrammes „Messi 10“ in seiner Heimat Argentinien freuen. Die Premiere fand 2019 in Barcelona statt, es ist die erste Zirkusshow weltweit im Zeichen eines Fußballers, die der „Cirque du Soleil“ ihm zu Ehren ins Leben rief. „Dabei wird meine Lebensgeschichte erzählt“, verrät der Zirkuskicker.
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