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Ausgabe Nr. 23/2020 vom 02.06.2020, Fotos: Macheiner, DMG
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Die Alpenrose säumt Wanderwege im Lungau
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Agnes und Rupert Schitter bauen Aroniabeeren an.

Tel.: 06473/8216, www.zehnerhof.at

Bio-Alpen–Dinkel (1 kg) um 2,90 Euro,
Bio-Aroniasaft (0,53 l) um 5,90 Euro, getrocknete Bio-Aroniabeeren (100 g)
um 3,90 Euro,


Almrosen-Biohonig von Familie Moser
(0,5 kg) um 8,70 Euro,
Tel.: 0676/5069470,

www.mosers-bienengarten.at
Hier erblüht unsere Heimat
Das Frühjahr zeigt seine volle Pracht, überall grünt und blüht es. Aber immer noch schränken uns die Folgen des Corona-Virus ein. Darum, liebe Leser, bringen wir mit unserer Serie über die schönsten Plätze unseres Landes ein wenig Blütenpracht direkt zu Ihnen nach Hause. Dieses Mal geht es um die rosarote Blüte der Alpenrose im Salzburger Lungau.
Wenn die Berghänge rosarot gefärbt sind, dann hat die Blüte der Alpenrose begonnen. Im Salzburger Lungau blüht das Heidekrautgewächs je nach Schneelage ab Mitte Juni. Wanderer treffen hauptsächlich auf die „Rostblättrige Alpenrose“ und die „Bewimperte Alpenrose“.

Die beiden Arten zu unterscheiden, ist einfach. „Der Blattrand der bewimperten Alpenrose hat, wie ihr Name schon sagt, Härchen. Die Blüten sind etwas heller als die der rostblättrigen Alpenrose“, sagt Clara Leutgeb, Schutzgebietsbetreuerin im Lungau.

Im Volksmund wird die Alpenrose auch Almrose oder Almrausch genannt. Als „Rausch“ wird alpines, immergrünes Buschwerk bezeichnet. Die Alpenrose ist ein immergrüner Strauch, der etwa einen Meter hoch wird und recht anpassungsfähig ist. „Sie wächst auf bis zu 2.800 Meter Seehöhe und bietet Nahrung und Unterschlupf für Insekten, Säuger oder Vögel. So ernährt sich zum Beispiel das Alpen-Schneehuhn von den Blütenknospen dieser schönen Pflanze“, informiert die Schutzgebietsbetreuerin.

Damit die Alpenrose im Sommer mit ihren rosafarbenen Blüten betören kann, braucht sie im Winter eine geschlossene Schneedecke. „Sie schützt die Pflanze vor Frost und starkem Wind“, erzählt Leutgeb.

Dank ihrer farbenfrohen Blüten ist die Pflanze leicht zu erspähen. Vorausgesetzt, es wird der richtige Wanderweg gewählt. Wo sich im Lungau der Almrausch von seiner schönsten Blüte zeigt, weiß Elisabeth Macheiner. Die Kräuterpädagogin aus Mauterndorf ist häufig in den Bergen unterwegs. „Die Alpenrose ist auf dem Weg zum Twenger Almsee oft anzutreffen“, verrät die Salzburgerin.

Die Wanderung beginnt beim Jugendheim Schaidberg in Obertauern. Dort führt ein Weg auf die bewirtschaftete Twenger Alm, wo Hüttenwirt Wolfgang Kocher mit verschiedenen Käsesorten, hausgemachtem Zirbensirup und frisch gebackenem Kuchen auf Besucher wartet.

Nach einer Stärkung geht es weiter zum 2.120 Meter hoch gelegenen Twenger Almsee, der gut zwei Stunden Gehzeit vom Ausgangspunkt in Obertauern entfernt ist. Von dort können die Wanderer auf die leicht erreichbare Gollitschspitze auf 2.247 Meter aufsteigen und dann denselben Weg zurück nach Obertauern wandern. Oder sie gehen vom Twenger Almsee weiter ins sehenswerte Weißpriachtal.

„Wer sich für das Weiterwandern entscheidet, gelangt zum Schönalmsee und zum Wirpitschsee, wo die Ausflügler in der Toni-Mörtl-Hütte einkehren können. Von dort geht es weiter zur Granglerhütte“, erzählt Macheiner. Der Tälerbus und ein Linienbus bringen Wanderer zurück nach Obertauern.

Wasser ist bei den Wanderungen im Lungau ein ständiger Begleiter. „Im Lungau gibt es knapp 60 Bergseen“, erzählt Macheiner. Zahlreiche Seen befinden sich auch im Naturpark Riedingtal.

Nach der Gemeinde Zederhaus folgen Autofahrer einer Bergstraße, die mautpflichtig ist. Mit der Maut erwerben sie gleichzeitig die Erlaubnis, den Tälerbus zu nutzen. Die Straße schlängelt sich in Serpentinen hinauf zur Schliereralm am Schliereralmsee auf 1.496 Metern, wo das Auto abgestellt wird.

Die Wanderer befinden sich nun inmitten eines landschaftlichen Juwels. Hohe Gipfel, wilde Kare und Almen laden ein, entdeckt zu werden. „Ein Rundweg führt zur bewirtschafteten Franz-Fischer-Hütte mit Blick auf den Zaunersee und das imposante 2.680 Meter hohe Mosermandl. Danach geht es weiter zu den Esser Seen“, erklärt Macheiner. Sie sind im Sommer so warm, dass sie sich sogar zum Baden eignen.

Nach einer Abkühlung folgen die Wanderer dem Weg zur bewirtschafteten Jakober-Hütte und zurück zur Schliereralm. „Unterwegs ist auf der gesamten Runde immer wieder der Almrausch zu sehen.“

Wer noch höher hinaus und Berggipfel erklimmen will, kann beim Tourismusverband einen Bergführer engagieren. Einer davon ist Klaus Gruber aus St. Michael. „Ich bin im Lungau aufgewachsen und von den Bergen fasziniert. Diese Begeisterung möchte ich an meine Gäste weitergeben. Bei mir können Urlauber individuelle Touren buchen“, sagt der Bergführer (Tel.: 0664/20 12 995, www.klaus-gruber.at).

In luftiger Höhe fühlen sich auch die Bienen von Monika und Bernhard Moser aus Mauterndorf wohl. Sobald die Alpenrosen-Blüte beginnt, stellen die beiden ihre Bienenstöcke in den Bergen auf.

„Die Bienen sammeln drei Wochen lang den Nektar, aus dem wir Almrosen-Biohonig gewinnen. Er ist etwas heller und flüssiger als Blütenhonig“, erzählt Bernhard Moser. Der Nektar ist im Gegensatz zum Rest der Pflanze nicht giftig, weshalb der Honig gefahrlos gegessen werden kann. Ihr Honig ist einmalig. Mehrfach wurde das Ehepaar Moser schon mit der „Goldenen Honigwabe“ prämiert. Die beiden stellen auch andere Bio-Honigsorten und Presshonig her. Dafür werden die Waben nicht geschleudert, sondern gepresst. Dadurch gelangen mehr Pollen und Wachs in den Honig.

Mit Naturprodukten kennen sich auch Agnes und Rupert Schitter aus. Das Ehepaar aus Mariapfarr bewirtschaftet den Zehnerhof und baut Getreide und Aroniabeeren an.

Die beiden sind Bio-Pioniere, die seit 40 Jahren ohne Pflanzenschutzmittel und synthetische Dünger auskommen. Auf ihren Feldern auf 1.150 Metern Seehöhe sprießen Alpen-Dinkel, Nackthafer, Alpen-Roggen und der Alpen-Emmer, eine 7.000 Jahre alte Grieß-Weizensorte.

„Der Lungau ist eine Hochebene, weshalb der Anbau von Getreide möglich ist. Unsere Felder liegen weit abseits von stark befahrenen Straßen“, sagt Agnes Schitter.

Größte Aufmerksamkeit erregen aber ihre Aroniabeeren. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika. „Begünstigt durch die sonnenreiche Höhenlage entstehen besonders aromatische Beeren. Die Früchte verarbeiten wir schonend zu Saft, getrockneten Beeren, Tee und Aroniapulver“, sagt die Salzburgerin.

Die Beeren enthalten viele Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, bekannt als Antioxidantien. Sie dienen als Vorbeuger gegen Krebs. Aronia-Produkte sind gut für das Immunsystem und können den Blutdruck sowie den Cholesteringehalt positiv beeinflussen.

Die Produkte sind entweder über das Internet oder vor Ort zu kaufen. „Im Herbst sind die Aroniafelder besonders schön, denn dann färben sich die Blätter rot“, gibt Schitter einen Ausflugs-Tipp.

Nur der Berge wegen zieht es Reisefreudige aber nicht in den Lungau. Manche kommen auch, um den Samson zu sehen. Die riesenhafte Heldenfigur ist das Lungauer Wahrzeichen. Der Riese soll übermenschliche Kräfte besitzen, die sich in seinen langen Haaren befinden. Es ist ein imposantes Schauspiel, wenn die Figur durch die Gassen getragen wird.

Normalerweise finden von Juni bis September regelmäßig Samson-Umzüge in zehn Gemeinden im Lungau statt. Für dieses Jahr gibt es noch keine fixen Termine, es sollen aber Umzüge stattfinden. widlak
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