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Ausgabe Nr. 23/2020 vom 02.06.2020, Foto: AdobeStock
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Je niedriger die Sonne, desto höher der Bogen und umgekehrt.
Die himmlischen Farben des Regenbogens
Manchmal treibt es das Wetter ganz schön bunt. Zuerst regnet es, dann scheint die Sonne, dann regnet es wieder. Das sind beste Voraussetzungen für die Entstehung eines Regenbogens – wahrlich eines der schönsten Wetterphänome auf unserem Planeten. Doch einige Einzelheiten über dieses farbenfrohe Himmelsspektakel sind sicher nicht jedermann bekannt. Hier kommen die bunten Fakten zu dem kurzlebigen Lichtband.
Dieser bunte Bogen, der auftritt, wenn die Sonne scheint und es gleichzeitig regnet. Die meisten Menschen haben schon einen Regenbogen gesehen, was nicht allzu überraschend ist. Das liegt daran, dass dieses Phänomen relativ häufig auftritt.

Viele Naturliebhaber wissen daher auch, dass ein Regenbogen nur eine kurzlebige Erscheinung ist, die durch die Brechung und Reflexion des Sonnenlichtes im Zusammenspiel mit Regentropfen zustandekommt.

Es gibt jedoch noch viele weitere Einzelheiten über dieses Himmelsspektakel zu berichten. So war es der englische Naturforscher Sir Isaac Newton, der bereits im 17. Jahrhundert entdeckte, dass sich das weiße Sonnenlicht durch ein Prisma – das ist ein Körper aus Glas mit drei-
eckiger Grundfläche – brechen und in sieben Spektralfarben aufspalten lässt. Für das menschliche Auge erscheint ein Regenbogen deshalb stets in den Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. „Wenn also das Sonnenlicht auf Regentropfen trifft, können sich die Sonnenlichtfarben nicht mehr zusammen ausbreiten. Jede ändert dann mitten im Tropfen ein wenig ihre Richtung und dadurch sehen wir auf einmal alle Farben einzeln“, erklärt Mag. Thomas Wostal von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien.

Wer sich die Anfangsbuchstaben dieser Farben einprägen möchte, kann beispielsweise auch auf Eselsbrücken wie „Regen ohne Gewitter geht bestimmt irgendwann vor-
über“ zurückgreifen.

„Der Lichtanteil mit der kürzesten Wellenlänge, das violette Licht, erscheint innen am Bogen, das mit der längsten Wellenlänge, das Rot, außen“, erklärt der Meteorologe (www.wetterzeit.at).

Ein Regenbogen kommt allerdings nicht immer allein daher. Unter bestimmten Umständen entsteht ein zweiter, größerer Regenbogen, der aber schwächer leuchtet und die Farben in umgekehrter Reihenfolge beinhaltet – Rot innen und Violett außen.

„Dabei handelt es sich um Lichtstrahlen, die innerhalb der Regentröpfchen zwei Mal reflektiert werden“, weiß der Experte. Das farbenfrohe Naturschauspiel entsteht allerdings nur, wenn die Sonne nicht allzu hoch am Himmel steht. Das heißt, meistens in der Früh oder gegen Abend. Bei uns in Mitteleuropa sind die Bedingungen am späten Nachmittag nach einem ordentlichen Gewitter ideal.

Doch eigentlich ist ein Regenbogen gar kein Bogen, sondern ein Kreis. Er ist am Horizont also nicht zu Ende. „Wir können ihn nur bis dorthin sehen, weil sozusagen die Erde im Weg steht“, sagt Wostal. Wenn der Beobachter jedoch an Höhe zunimmt und die Sonne im Rücken von ihm steht, wird er in der Lage sein, mehr vom Kreis zu erkennen. Ein kreisrunder Regenbogen lässt sich somit nur aus der Luft, von einem Flugzeug aus, und nur, wenn der ganze Regenvorhang beschienen wird, beobachten. Einen „Schneebogen“ gibt‘s hingegen nie. Auch nicht, wenn es schneit und gleichzeitig die Sonne scheint. Schließlich wird das Sonnenlicht nur an runden Wassertropfen gebrochen, nicht aber an Schneekristallen. Dafür ist es möglich, dass ein Regenbogen in der Nacht entsteht. „Wenn der Vollmond den Platz der Sonne einnimmt, kann das abgestrahlte Licht, ähnlich wie Sonnenstrahlen, Regentropfen erreichen und somit ein ähnliches buntes Spektrum entstehen lassen“, berichtet der Meteorologe. Glück hat, wer einen solchen Bogen sichtet. Immerhin strahlt die Sonne etwa 400.000 Mal heller als der Mond.

Im alten Volksglauben gilt der Regenbogen nach wie vor als Glücksbringer. Allgemein bekannt ist die Legende, dass sich am Ende des Regenbogens ein Schatz befinden soll – der berühmte Topf voll Gold. Den werden wir bedauerlicherweise nie finden, weil das Ende eines Regenbogens nicht erreichbar ist. „Wenn wir uns bewegen, bewegt sich der Regenbogen mit. Er ist ja nichts anderes als eine Lichtreflexion und somit nicht statisch“, sagt Thomas Wostal. Die Jagd nach dem Gold war also von jeher zum Scheitern verurteilt. Hwie
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