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Ausgabe Nr. 23/2020 vom 02.06.2020, Fotos: picturedesk.com, zVg
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Der Wiener Musiker Josh. hat eine neue Single produziert. Ein bisschen mit Wehmut.
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Mit der Single „Wo bist Du?“ gibt der Wiener Musiker Josh. einen Vorgeschmack auf das nächste Album, das im kommenden Jahr auf den Markt kommt.
Die Melancholie im Herzen
Auch Johannes Sumpich alias Josh. hat den Frühling vorwiegend daheim verbracht und dort unter anderem seine neue Single „Wo bist Du?“ produziert. Inklusive Applaus und Chorgesang, beides haben ihm seine Anhänger nach einem Aufruf im Internet geschickt. Doch nun geht es so langsam wieder nach draußen, und Josh., 33, der seit seinem Hit „Cordula Grün“ zu unseren erfolgreichsten Musikern gehört, ist mehr als bereit, den Sommer zu genießen, wie er dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth erzählt hat.
Hallo, Josh., die Gasthäuser sind wieder geöffnet, die Maskenpflicht wird eingeschränkt. Worauf freuen Sie sich am meisten?
Ich will endlich wieder das Meer sehen. Und ich bin froh, dass ich meine Freunde treffen darf. Die Zeit war schon lang.

Sie gehen also wieder aus?
Ja, definitiv. Ich bin nicht der Typ, der dafür gemacht ist, alleine daheim zu bleiben. Ich bin unheimlich gern unter Menschen, quatsche mit ihnen, trinke ein paar Bier. Das wochenlange Eingesperrtsein habe ich zwar ausgehalten, aber besonders viele neue Songs sind mir, ehrlich gesagt, nicht eingefallen in der Corona-Zeit. Ich brauche meine drei, vier Personen im Studio, um kreativ zu sein. Als Alleinbastler bin ich nicht begabt.

Waren Sie denn ganz allein in der Quarantäne?
Nein, ich hatte eine Gefährtin. Wir haben die Zeit zusammen bei ihr in Innsbruck (T) verbracht. Ich fand es dort angenehmer als in Wien, wo ich eigentlich lebe.

Ist Ihre neue Single „Wo bist Du?“ vor oder während der Corona-Quarantäne entstanden?
Geschrieben habe ich sie davor, produziert haben wir sie währenddessen. So richtig aus dem „Homeoffice“ heraus. Ich habe in Innsbruck gesungen, die Gitarren kommen aus Berlin (D), die Trompete aus der Steiermark.

Es ist ein fetziges Lied und der Vorgeschmack auf ein neues Album?
Ja, es wird im nächsten Jahr herauskommen.

Die Melodie ist fröhlich, aber der Text ganz schön wehmütig …
Das ist typisch für mich, diese Melancholie. Ohne geht es nicht. Ich wollte mit dem Lied ausdrücken, dass es natürlich schön ist, erfolgreich zu werden und einen großen Zirkus mit vielen bunten Lichtern um sich herum zu veranstalten. Also, alles zu haben, was ich mir erträumt habe, seit ich Musik mache. Aber dann ist da dieser eine Mensch, den ich so gerne dabeigehabt hätte. Aber dieser Mensch ist nicht oder nicht mehr da. Und schon fühlt sich das alles längst nicht mehr so wunderbar an.

Erfolg im Beruf und Glück in der Liebe zu haben ist wohl nicht leicht. Oft macht der Erfolg sogar einsam …
Gerade am Anfang mit „Cordula Grün“, als alles so schnell ging, ist es mir manchmal passiert, dass ich schon etwas zu sehr im Mittelpunkt stand. Das tat mir nicht gut, und an manchen Tagen drohte ich, in eine eigene Welt hineinzukippen. So als würde es gar kein Drumherum mehr geben. Tja, und abends lag ich dann alleine im Hotelzimmer und mir wurde bewusst, dass es auch andere Dinge gibt, die mindestens genauso wichtig sind wie der Erfolg.

Seit „Cordula Grün“ sind etwa zwei Jahre vergangen. Haben Sie sich daran gewöhnt, eine Popgröße zu sein?
Ja, ich glaube schon. Das Schöne bei mir ist, dass die Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, etwa mein Manager und meine Musiker, alle schon da waren und auch vor dem Erfolg an mich geglaubt haben. Auch meine besten Freunde sind dieselben wie früher. In meinem Alltag hat sich also nicht viel verändert. Ich stehe halt mehr in der Öffentlichkeit.

Trifft es Sie finanziell hart, dass sämtliche Volksfeste, speziell auch das Münchener Oktoberfest, in diesem Jahr ausfallen?
Ja, das trifft mich sogar sehr. Ich bin selbst nie auf der „Wiesn“ aufgetreten, doch ein Teil meiner Einnahmen sind die Tantiemen, die ich bekomme, wenn die Festzeltbands meine Lieder spielen, insbesondere natürlich „Cordula Grün“. Aber ich will nicht jammern. Viele Menschen hat es sehr viel härter getroffen als mich.
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