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Ausgabe Nr. 21/2020 vom 18.05.2020, Foto: AdobeStock
Jedes Jahr aufs Neue wird sie heiß ersehnt: Die Pfingstrosen
Die prächtige Blüte der
Pfingstrosen
Sie gilt als eine der ältesten Gartenpflanzen der Welt und wird wegen ihrer prächtigen Blüte auch „Königsblume“ genannt. Pfingstrosen sind aber auch als Vasenpflanzen hervorragend geeignet. Denn sie brauchen nur wenig Pflege und bleiben von lästigen Schädlingen verschont. Zudem ist im Lauf der Jahrhunderte eine schier unüberschaubare Sortenvielfalt entstanden.
Im frühen Mittelalter durfte die Pfingstrose in keinem Klostergarten fehlen. Alte Bezeichnungen wie „Benediktinerrose“ oder „Gichtwurz“ verweisen noch heute darauf, dass sie zu den damals geschätzten Arzneipflanzen gehörte. Mittlerweile wächst die großblütige Pflanze hauptsächlich der Zierde wegen in heimischen Gärten und Parkanlagen und macht dabei ihrem Namen alle Ehre. Schließlich haben Pfingstrosen am 50. Tag nach Ostern ihre Hauptblütezeit und sind als bunte Festbegleiter ein Blickfang im Beet.

„Es gibt jedoch auch Sorten, die beginnen schon Anfang bis Mitte Mai zu blühen, andere wiederum erstrahlen erst im Laufe des Monats Juni“, weiß Wolfgang Praskac, der bei Tulln (NÖ) einen der größten Gärtnerei-Betriebe unseres Landes führt und derzeit 47 verschiedene Pfingstrosensorten im Angebot hat.

Eine große Gruppe machen dabei die staudenförmigen Pfingstrosen aus. Allen voran die „Paeonia officinalis“, auch als Bauernpfingstrose bekannt, die in Europa seit rund 900 Jahren kultiviert wird und eine Wuchshöhe von 40 bis 80 Zentimetern erreicht. „Schon Anfang Mai erfreut uns dieser Klassiker des Bauerngartens in dunklem Rot, aber auch in Rosa und Weiß durch seine verlässliche Blütenpracht“, sagt Praskac. Staudenförmige Pfingstrosen unterscheiden sich von der anderen Gruppe, den strauchförmigen vor allem dadurch, dass sie im Herbst verwelken. „Sie können sie dann bis zum Boden rückschneiden. Keine Sorge, im nächsten Frühling ist sie wieder da und treibt voll durch“, beruhigt der Fachmann. Die höher wachsenden Strauchpfingstrosen werfen hingegen nur die Blätter ab, ihre verholzten Äste warten dann darauf, im Frühling neu auszutreiben.

Eine noch recht junge Gruppe sind die sogenannten Hybrid-Kreuzungen, von denen bereits mehr als 3.000 Zuchtsorten erhältlich sind. Mit einfachen, aber auch mit halbgefüllten und gefüllten, wunderbar nach Veilchen duftenden Blüten. „Die unglaubliche Auswahl an Blütenformen und -farben ist ja genau das, was einen Pfingstrosen-Liebhaber so ins Schwärmen geraten lässt“, erklärt Wolfgang Praskac.

Und obendrein ist auch kaum eine Pflanze so anspruchslos und widerstandsfähig wie sie. Von Läusen und Raupen bleibt sie weitgehend verschont und auch Schnecken finden an ihr keinen Gefallen. Fünfzig Jahre Lebensdauer sind daher keine Seltenheit. Um das Blütenwachstum anzuregen, sollten sie allerdings regelmäßig zurückgeschnitten werden.

„Das passiert am besten an einem trockenen Tag und mit einer scharfen Schere. Stauden werden im Herbst geschnitten, beim Strauch können die Blüten nach ihrem Abblühen entfernt werden“, empfiehlt der Experte.

Mit ihren bis zu 25 Zentimeter großen Köpfchen macht die „Königsblume“ natürlich auch im Wohnzimmer eine gute Figur. „Der ideale Schnittzeitpunkt ist erreicht, wenn die Knospe einem leichten Druck zwischen Daumen und Zeigefinger nachgibt“, wissen Profigärtner.

Ein besonders hübsches Exemplar im Praskac-Sortiment ist die Zucht-Pfingstrose Otto Fröbel.

„Ihre zinnoberrote Farbe ist wirklich beeindruckend. Es gibt kaum eine andere Sorte, die so kräftig leuchtet“, schwärmt Wolfgang Praskac. Beliebt ist auch die purpurrot blühende chinesische Edel-Pfingstrose Karl Rosenfield, die Wuchshöhen von bis zu einem Meter erreicht.

Ein echter Verkaufsschlager ist die Sorte Coral Charm, eine halbgefüllte Pfingstrose mit lachsrosa Blüten und goldgelben Staubgefäßen.

Der botanische Name „Paeonia“ kommt übrigens aus dem Griechischen und steht für den Götterarzt Paian, der mithilfe einer Pfingstrose den Gott der Unterwelt heilte. „Die Namen unserer Pfingstrosen erinnern zwar nicht an Götter, klingen mit Bartzella oder Nippon Beauty aber mindestens genauso spektakulär“, sagt Wolfgang Praskac. Hwie
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