Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 20/2020 vom 12.05.2020, Fotos: Parlamentsdirektion/Photo Simonis, BKA
Norbert Hofer, Rudolf Anschober
Sollen wir schneller zur Normalität zurückkehren?
Nicht nur ein Teil der Schüler kehrt ab Mitte Mai wieder in die Klassenzimmer zurück, auch die Gasthäuser dürfen von 6 bis 23 Uhr aufsperren. Allerdings unter strengen Auflagen. Gottesdienste sind ab 15. Mai ebenfalls möglich. Erst Ende des Monats sollen die Beschränkungen für die Hotellerie fallen. Den Freiheitlichen gehen die Lockerungen zu langsam. Sie haben die Petition „Jetzt reicht‘s! – Allianz gegen den Corona-Wahnsinn“ ins Leben gerufen.
JA: Norbert Hofer,
FPÖ-Bundesparteiobmann:

„Ja, eine raschere Rückkehr zur echten Normalität ist das Gebot der Stunde. Die Entwicklung der Infektionszahlen spricht eindeutig dafür. Und wir müssen die Wirtschaft schnellstmöglich wieder hochfahren, denn sonst droht eine andere zweite Welle: eine Arbeitslosigkeits- und Insolvenzwelle. Bereits jetzt haben wir rund 600.000 Arbeitslose und mehr als eine Million Menschen in der Kurzarbeit. Es ist durch den langen ,Lockdown‘ und das zu langsame Öffnen der Geschäfte fraglich, ob sich die Wirtschaft vom entstandenen Schaden nachhaltig erholen wird können. Daher plädiere ich für eine sofortige Öffnung aller noch verbliebener Betriebe wie etwa Hotels und Pensionen – unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln und mit Verwendung von Schutzmasken. Die Bundesregierung hat erst zu spät reagiert (Grenzschließung, Kontrollen am Flughafen) und kommt jetzt zu spät in die Gänge. Es ist ja wirklich niemandem zu erklären, warum ein Baumarkt schon öffnen durfte und ein Möbelhaus nicht. Auch jetzt gibt es zu viele unterschiedliche und verwirrende Regelungen. Gesundheit der Menschen und Überleben der Wirtschaft – beides zusammen ist möglich.“

NEIN: Rudolf Anschober,
Gesundheitsminister (Grüne):

„Wir haben in der Corona-Krise die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt gesetzt, und die in Österreich lebenden Menschen haben sie großartig umgesetzt. So ist es möglich, gesichert Schritt für Schritt wieder in ein Leben zurückzukehren, das dem vor dem Corona-Ausbruch schon recht ähnlich ist. Diese zweite Phase wird die schwierigste Phase insgesamt. Daher müssen wir Sicherungsmaßnahmen verankern und vorsichtig agieren. Denn eine zweite Welle wäre das Schlimmste, und die müssen wir unbedingt verhindern. Nach wie vor hat der Gesundheitsschutz absoluten Vorrang. Daher müssen die Auflagen bei den einzelnen gesicherten Öffnungsschritten genau eingehalten werden. Denn wir müssen konsequent darauf achten, dass es zu keinem größeren Anstieg der Infektionszahlen kommt. Eine vorschnelle Öffnung aller Bereiche könnte das bisher Erreichte mit einem Schlag zunichte machen. Neben der Einhaltung der Auflagen für die Öffnungsschritte werden täglich die Zahlen evaluiert und die Entwicklung genau beobachtet. Nur wenn der positive Trend weitergeht, können Öffnungen entsprechend der derzeitigen zeitlichen Planung umgesetzt werden.“
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Kindchen
Maskenpflicht in Schulen
Ich habe bei der U6 Station einige Mädchen beobachtet, die sich mit Küsschen begrüßt haben. Das führt die Maskenpflicht an Schulen ad absurdum.
Ich glaube kaum, dass Teenager weiterhin wochenlang privaten Kontakt unterlassen.
Werbung