Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 19/2020 vom 05.05.2020, Foto: RTL
Eine neue Staffel von „Sing meinen Song“ steht auf dem Programm. Mit dabei ist LEA.
„Es war einfach unglaublich“
Am Dienstag begann auf dem Sender VOX die siebente Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“. Mit dabei ist die 27jährige deutsche Sängerin LEA, die mit bürgerlichem Namen Lea-Marie Becker heißt. Die Dreharbeiten fanden vor der Corona-Krise in Südafrika statt.
LEA, wie sind Sie in den vergangenen Wochen mit den
Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus zurechtgekommen?


Ich kam von den „Sing meinen Song“-Dreharbeiten aus Südafrika zurück, quasi direkt in die Isolation. Das war schon heftig. Für uns Künstler sind das jetzt generell ganz neue Erfahrungen, die auch Fragen aufwerfen: Wie gehe ich damit um, dass ich gerade keine Konzerte geben kann? Was mache ich daraus? Wie nutze ich die Zeit sinnvoll, so dass ich gar nicht erst der Depression verfalle?

Wofür nutzen Sie die Zeit?

Ich spreche viel mit Freunden übers Telefon und über Facetime. Ich kann vieles machen, was ich sonst nicht tun würde. Dazu gehört auch, wieder mehr zu mir selbst zu finden und mich besser zu reflektieren. Ich bin ein Mensch, der das braucht, ich muss mich immer wieder selbst hinterfragen.

Sie stecken mitten in den Aufnahmen für Ihr drittes
Album „Treppenhaus“ …


Ich versuche, es nun daheim zu Ende zu bringen. Die letzten Lieder müssen also in meiner Wohnung aufgenommen werden. Das habe ich noch nie gemacht, aber es muss funktionieren. Ich bin dabei, mir den Umgang mit dem Heimstudio beizubringen. Ich bin gezwungen, mehr Klavier zu spielen, was gut ist.

Viele Musiker sind in ihrer Existenz gefährdet, weil sie nicht mehr auftreten können. Hilft es da, bei einem großen Musikverlag unter Vertrag zu stehen?

Wo jemand unter Vertrag steht, hat damit nichts zu tun. Im vergangenen Jahr konnte ich viele Festivals spielen. Die fallen dieses Jahr weg. Ob die November-Tour stattfinden wird, kann mir auch niemand garantieren. Das wird wahrscheinlich von Woche zu Woche neu entschieden. Aber dadurch, dass ich schon etwas länger im Geschäft bin und im Radio gespielt werde, muss ich nicht um meine Existenz fürchten.

Sie sind jetzt in der neuen Staffel der VOX-Show „Sing meinen Song“ zu sehen. Hat die Zeit in Südafrika bleibende Eindrücke bei Ihnen hinterlassen?

Oh ja, es war unglaublich. Ich hätte mir alles erträumt, nur nicht das, was am Ende passiert ist. Zunächst war ich skeptisch. Ich dachte: Das ist Fernsehen, wahrscheinlich stressig, und wir haben als Künstler gar nicht viel Zeit miteinander. Aber diese Sorgen konnte ich sofort über Bord werfen, als wir dort ankamen. Wir waren eine wunderbare Gruppe von Menschen und richtig schockverliebt ineinander.

Wie drückte sich das aus?

Ich habe noch nie erlebt, so schnell mit fremden Menschen so eine freundschaftliche, vertraute Beziehung aufbauen zu können. Es waren die schönsten und sorglosesten Abende, die ich seit Langem hatte. Und es war das größte Kontrastprogramm zu dem, was zurück in Deutschland auf uns gewartet hat.

Wie war das, wenn Musiker wie Jan Plewka von „Selig“, der so lange im Geschäft ist, Ihre Lieder sang?

Plewka ist in der deutschen Musikszene ein Urgestein, den ich vergöttert habe und es immer noch tue. Als er mein Lied sang, war bei mir alles aus. Das war eine Erfahrung, die ich so noch nie hatte und die ich mit nichts vergleichen kann. Es gab Momente, in denen ich mich fragte: „Womit habe ich das verdient?“

Sie landeten bereits mit 15 Jahren auf der Internet-Plattform YouTube mit „Wo ist die Liebe hin?“ einen Hit. Ganz so frisch sind Sie also auch nicht im Geschäft. Fühlen Sie sich in der deutschen Musikszene angekommen?

In Südafrika war es tatsächlich so, dass es keine Hierarchien gab. Da war niemand, der die Gruppe anführte. Wir sechs waren auf Augenhöhe und im Umgang miteinander äußerst sensibel, feinfühlig und offen.

Katja Schwemmers
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung