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Ausgabe Nr. 13/2020 vom 24.03.2020, Foto: AdobeStock
Die Menschen fürchten sich vor dem Corona-Virus.
Unser Leben ist aus den Fugen geraten
Die von der Regierung festgelegten Regeln, wie unser Leben in der nächsten Zeit auszusehen hat, werden ungeahnte Folgen haben. Davon sind Wissenschaftler überzeugt. Mehr noch, es gibt Virologen, die das Vorgehen von Kanzler Sebastian Kurz und seinen Ministern als überzogen halten, und Wirtschaftsexperten sehen in Hinweisen auf bargeldloses Zahlen den Einstieg in den Ausstieg vom Bargeld-Verkehr. Eines wurde durch die Maßnahmen auf jeden Fall erreicht. Die Menschen fürchten sich vor dem Corona-Virus. Die kuriose Konsequenz – sie geben ihre Haustiere ab, weil sie glauben, Hund und Katz‘ würden die Krankheit übertragen.
Corona ist kein Killer-Virus

Unser Land befindet sich im Ausnahmezustand. Die Regierung hat unser Land in den „Sparmodus“ versetzt. Mit Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbot.

„Ich bin nicht der Meinung der Politik. Wir überspannen den Bogen. Was da passiert, ist eine der Situation nicht angemessene Angstmacherei. Corona ist kein schweres Killer-Virus. Die Panikmache ist das Problem. Ohne Viren gäbe es schlicht kein Leben und natürlich lösen sie auch Krankheiten aus. Aber im Vergleich zur Anzahl der Viren sind Epidemien eigentlich selten. Und wenn es einmal dazu kommt, sind wir Menschen daran meist mit schuld. Der globale Tourismus, Rodungen und Megastädte bereiten den Viren den Boden für ihre Ausbreitung vor“, sagt Dr. Karin Mölling, Virologin und emeritierte Professorin sowie Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Universität Zürich (Schweiz). Die 76jährige preisgekrönte AIDS-Forscherin war unter anderem am Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin (D) tätig und hat mehrere Bücher über die „erstaunliche Welt der Viren“ geschrieben.

„Genauso wie Bakterien besiedeln auch Viren in hoher Anzahl unseren Körper und schützen uns vor nicht wohlwollenden Eindringlingen. So besteht unser Erbgut zur Hälfte aus Viren, die von Generation zu Generation weitergegeben werden – mit positivem Effekt. Viren regen unseren Körper an, Antigene zu produzieren. Wurde ein Virus erfolgreich bekämpft, bleibt das Antigen ein Leben lang in unserem Körper bestehen. Auf diese Weise konnte etwa bei Affen eine Resistenz gegen das AIDS-Virus erzielt werden. Dies könnte in zehn Generationen auch beim Menschen der Fall sein. Das wäre gut, denn dann ist das HIV uns nicht mehr fremd und steckt nicht mehr an. Viren sind nicht die Hauptkrankmacher, sondern die Antreiber der Evolution. Nur weil wir Medikamente und Impfstoffe haben, entfliehen wir weder den negativen noch den positiven Einflüssen von Viren“, ist die renommierte Viren-Expertin überzeugt.

Allerdings ist Dr. Mölling sehr wohl für die Einhaltung hygienischer und vernünftiger Vorsichtsmaßnahmen. „Das Händeschütteln zur Begrüßung lehne ich bereits seit 20 Jahren ab. Denn die Hände sind die Überträger von Infektionen, wenn wir uns danach mit den Händen ins Gesicht greifen. Deshalb ist Händewaschen auch so wichtig“, mahnt die Virologin. Sie hätte sich gewünscht, dass Vorsichtsmaßnahmen wie Händewaschen sowie in Taschentücher oder in die Armbeuge zu niesen schon bei der Influenza angeordnet worden wären. Denn weltweit sterben jedes Jahr zwischen 290.000 und 650.000 Menschen an der Grippe. In unserem Land starben 2018/2019 rund 1.400 Menschen an Influenza – mehr als drei Mal so viele wie im Straßenverkehr.

Das Bargeld wird abgeschafft

Verkäuferinnen sitzen mit Einweg-Handschuhen hinten den Kassen, an den Geschäftseingängen hängen Zetteln, die darauf hinweisen, möglichst auf die Zahlung mit Bargeld zu verzichten. Stattdessen sollten die Kunden die Zahlung kontaktlos und mit Bankomatkarte oder Kreditkarte vornehmen.

Dabei ist eine Ansteckung mit dem Corona-Virus über Banknoten ausgeschlossen. „Ich bin 64 Jahre alt und gehöre noch zu jener Generation, die lieber bar bezahlt, und ich werde das auch nicht ändern. Und ich sehe auch für andere keinen Grund, wegen einer möglichen Corona-Infektion die Zahlungsgewohnheiten zu ändern“, sagt der Infektiologe René Gottschalk, der in Beratungsgremien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des Robert-Koch-Institutes sitzt. Bei Corona- und Influenza-Viren handelt es sich um behüllte Viren. Sie sind gegen Eintrocknung „extrem empfindlich“. Dabei sei es nach Ansicht von Gottschalk unerheblich, wie lange solche Viren auf diesen Oberflächen überleben können. Entscheidend sei, dass darüber ganz offensichtlich keine Übertragung stattfinde. „Wäre das so, dann hätten wir inzwischen schon ganz andere Fallzahlen“, ist sich der Experte sicher. Das Gleiche gelte im Übrigen auch für Münzen.

Für den Bankenexperten Prof. Dr. Hans-Peter Burghof ist empfohlene bargeldlose Zahlung ein Hinweis dafür, dass „die Corona-Krise dazu genutzt wird, um gewisse Interessen durchzusetzen oder gar damit politischen Missbrauch zu betreiben. Es gibt ein Interesse der großen Zahlungs-Vernichter wie etwa Visa, Mastercard oder PayPal, dass die Menschen in Abhängigkeit geraten“, sagt Burghof, der Professor für Bankwirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Universität Hohenheim (D) ist. „Münzen und Scheine bringen Sicherheit und Freiheit. Bargeld ist das Schutzinstrument gegen einen allmächtigen Staat. Der Bürger kann zahlen, ohne sich sichtbar zu machen, wo er was gerade zahlt und sich aufhält. Dass es gar kein Bargeld mehr gibt, halte ich allerdings für gut möglich. Aber es wäre extrem gefährlich. Weil es kein Auffangnetz mehr gäbe, wenn die Systeme für das bargeldlose Bezahlen versagen, sabotiert oder für Betrug missbraucht würden. Wenn Zahlungen nur noch über digitale Systeme abgewickelt werden, ist die gesamte Volkswirtschaft von diesen Systemen abhängig. Fallen sie aus, bricht faktisch die ganze Wirtschaft zusammen. Bargeld ist und wäre eine Reißleine und würde die Abhängigkeit von den Systemen erheblich mindern“, ist Burghof überzeugt.

Tierheime werden überrannt

Unsere Haustiere gehören bereits zu den Verlierern dieser Krise. „Es gibt aus derzeitiger Sicht keinerlei Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen das Virus bekommen oder weitergeben können“, betont Salzburgs Landesveterinärdirektor Dr. Josef Schöchl. „Eine Übertragung vom Vierbeiner auf den Menschen und auch umgekehrt, vom Menschen auf den Hund, wird nach derzeitigem Wissensstand als unmöglich angesehen.“

Dennoch melden Tierheime einen extremen Ansturm von Menschen, die ihre Haustiere abgeben wollen. „Die Telefone in den Tierheimen unseres Landes laufen heiß, weil sich zunehmend mehr besorgte Tierhalter aus Angst vor einer Übertragung von ihren Lieblingen trennen möchten“, erklärt Michael Ruttner vom Tierschutzverein „animalfriends.at“ in Klosterneuburg (NÖ). Zum Schutz der Mitarbeiter sind die Tierheime zurzeit zwar gesperrt, die Abholung von Fundtieren beziehungsweise die Abgabe vom Haustier ist aber weiterhin möglich.

Ruttner betreut in seinem Verein normalerweise etwa 30 Hunde und Katzen. Durch das Corona-Virus ist die Zahl bereits auf 60 Haustiere gestiegen, die es zu verpflegen und zu versorgen gilt. „In den nächsten Wochen rechnen wir noch einmal mit einem Anstieg. Außerdem wird es zu einer steigenden Tierabgabe, auch von Kleintieren, durch Corona-Patienten kommen, die aufgrund von Quarantänebestimmungen oder Krankenhausaufenthalt nicht in der Lage sind, ihre Tiere zu versorgen. Die größte Sorge für unseren Verein stellt derzeit aber die Betreuung der obdachlosen oder einkommensschwachen Tierhalter dar. Rund 100 bedürftige Tierhalter kommen immer am letzten Samstag des Monats zur Ausgabestelle in die Billa-Ladezone unter der Schnellbahnbrücke am Wiener Praterstern. Sie nehmen dort ihre Monatsration Futter, aber auch andere Sachspenden wie Maulkörbe, Leinen, Spielzeug, Leckerlis oder Zeckenschutzimpfungen für ihre geliebten Fellnasen entgegen. Gerade für sozial schwache Menschen sind Haustiere besonders wichtig. Sie helfen ihnen, ihr Leben zu strukturieren, geben ihnen eine Aufgabe und ein Selbstwertgefühl. Sie sind oft der einzige ,Freund‘, der sie liebt. Durch die aktuellen Corona-Einschränkungen können wir das Pratersternprojekt am 28. März nun nicht abhalten. Das kommt einer Katastrophe gleich“, meint Ruttner, der nun neue Wege sucht, um Hilfe leisten zu können. „Denn wir lassen die Tiere und deren Besitzer nicht im Stich.“

Der Tierschützer setzt in diesen Tagen mehr denn je auf finanzielle Spenden. Wer helfen möchte, kann dies übers Spendenkonto tun: animalfriends.at,
IBAN: AT10 5300 0027 5500 6176.

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Dodoheimarie
Dieser Link wurde von mir aus Business Insider entnommen. Weil ich ihn äußerst gut finde gebe ich ihn in der Hoffnung hier herein, dass ihn viele von Euch lesen und das Wissen weiter geben werden.

: Ein belgischer Top-Virologe hat seinen Kindern diese Briefe geschrieben, um ihre Ängste vor dem Coronavirus zu mildern (Brief 2) https://www.businessinsider.de/wissenschaft/gesundheit/so-versucht-ein-virologe-seinen-kindern-die-angst-vor-dem-coronavirus-zu-nehmen/

Wir dürfen nicht leichtsinnig sein, an die Anweisungen der Bundesregierung halte ich mich zu meinem Schutz. Angst muss ich überhaupt keine haben.

Uns allen weiterhin viel Gesundheit und denen die bereits erkrankt sind eine baldige Genesung.
Angst ist ein schlechter Wegbereiter!!!
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