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Ausgabe Nr. 11/2020 vom 10.03.2020, Fotos: action press, imago
Maria Scharapowa
Als strahlende Grand-Slam-Siegerin.
Das Tennis-Modell tritt ab
Maria Scharapowa, 32. Ein Name, der die Herzen der Männer, nicht nur der am Tennis begeisterten, höher schlagen lässt. Denn die 188 Zentimeter große Blondine beeindruckte nicht nur mit brillantem Spiel, sondern auch mit ihrem attraktiven Aussehen. Die Scharapowa ging nicht auf den Platz, sie erschien. Dort begleitete sie ihre Schläge mit lautstarkem Gestöhne, das ihr den Spitznamen „Schrei-Königin“ einbrachte.
Nun gab die Tennis-Spielerin das Ende ihrer Karriere bekannt. „Die Täler waren tief, aber die Aussicht von der Spitze unglaublich. Ich gab mein Leben dem Tennis, und Tennis schenkte mir ein Leben“, fasst die 32jährige ihre wechselhafte Laufbahn zusammen. Es seien vor allem körperliche Beschwerden, die sie zu dem Schritt bewogen hätten, begründet die ehemalige Weltranglisten-Erste, zuletzt auf Platz 373, ihre Entscheidung.

Abgezeichnet hat sich der Abschied der Tennisspielerin schon bei den US Open 2019. Um überhaupt spielen zu können, musste Scharapowas rechte Schulter betäubt werden. „Seit 2008 bin ich mehrmals an der Schulter operiert worden. Ich habe monatelange Therapien hinter mir. Mein Körper ist ein Wrack, deshalb sage ich dem Tennis ,Auf Wiedersehen‘“, verkündete die schöne Russin. Dennoch werde sie es vermissen, „im Morgengrauen aufzustehen, meinen linken Schuh vor dem rechten zuzubinden und vor meinem ersten Schlag die Tür zum Platz zu verschließen“.

Geboren am 19. April 1987 im russischen Njagan, bekam Maria Scharapowa im Alter von vier Jahren ihren ersten Tennisschläger geschenkt. Obwohl sie ihn kaum halten konnte, übte sie fleißig mit ihrem Vater. Als Sechsjährige wurde sie bei einem Sichtungsturnier von Martina Nawratilowa entdeckt. Die Tennis-Legende empfahl Scharapowas Eltern, die talentierte Tochter an die Tennis-
akademie im US-Bundesstaat Florida zu schicken, 1994 wanderte Scharapowa mit ihrem Vater nach Bradenton aus, ihre Mutter folgte zwei Jahre später.

Durch ihre Erfolge bei den Jugendturnieren belegte sie Ende 2002 den 186. Platz in der Weltrangliste. Von da an ging es steil bergauf. Die Sportlerin gewann fünf Grand-Slam-Turniere. Diese Erfolge machten sie zur Nummer eins der Tennis-Welt. Der wird sie wohl in Erinnerung bleiben. Denn die Werbe-Ikone, Geschäfts- und Titelblatt-Frau war die weltweit bestverdienende Athletin. Unter der Marke „Sugarpova“ vertrieb sie Süßwaren in Kussmundform. Sie entwickelte eine Schuh-Modelinie und ihre „Nike“-Tennis-Kollektion.

Wo immer Scharapowa antrat, waren Massen an den Kassen garantiert. So ließen sie die Turnier-Direktoren nicht im Stich, als sie wegen Dopings 15 Monate lang gesperrt war. Scharapowa akzeptierte die Strafe und zeigte sich geständig. Seit 2017 suchte sie trotz Schulterproblemen den Weg zurück an die Spitze. Sie fand ihn nicht mehr. Bei den Australian Open im Jänner war für sie bereits in der ersten Runde alles vorbei.

Nun will sie ein neues Kapitel aufschlagen. „Egal, welchen Berg ich besteige, ich gebe Gas und werde weiter wachsen“, hält sie sich über ihre Ziele bedeckt.

Auch was ihre Liebe betrifft. Als Tennisprofi eine Beziehung zu führen, sei eine Herausforderung, sagte sie, nachdem sie im Frühjahr 2012 ihre Verlobung mit dem slowenischen Basketballer Sasha Vujacic, 35, gelöst hatte. Zur Riege ihrer Verflossenen gehört auch der bulgarische Tennisspieler Grigor Dimitrov. „Obwohl wir kein Paar mehr sind, empfinde ich Liebe und Respekt für Maria. Ich bin sicher, wir werden in Zukunft viel von ihr sehen“, ist der 28jährige überzeugt.
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