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Ausgabe Nr. 11/2020 vom 10.03.2020, Foto: AdobeStock
Die griechische Insel Kreta ist voller Mythen
Urlaub auf der Götterinsel
Auf Kreta wurde Zeus geboren, hier lief der Minotaurus durch das Labyrinth und die Königstochter Europa gab einem Kontinent ihren Namen. Auf der größten griechischen Insel gibt es neben Mythen auch bezaubernde Städte, Hochebenen und eine Nachbarinsel mit trauriger Geschichte.
Auf den ersten Blick ist es eine ganz normale Tropfsteinhöhle. Bizarre Steinformationen ragen in die Höhe. Der Weg führt die Besucher immer tiefer hinein bis zu einem kleinen See, in dem Münzen aus aller Herren Länder glitzern. In der „Diktäischen Höhle“ wurde der Legende nach Zeus geboren. Sie befindet sich im Ort Psychro auf Kreta, der größten griechischen Insel. Um das Dorf erstreckt sich die fruchtbare Lassithi-Hochebene, wo Obst und Gemüse gedeihen.

Von der Schönheit dieses Landstriches können sich Interessierte während eines einwöchigen Urlaubes selbst überzeugen. „SeniorenReisen“ bringt Reiselustige zum Frühjahrstreffen nach Kreta. Alle Ausflüge werden von deutschsprachigen Reiseleitern betreut, es stehen rund um die Uhr Ärzte zur Verfügung und der Koffer wird vom Abflughafen direkt in das Hotel gebracht.

Die Urlauber sind im Norden in den Orten Stalis, Hersonissos und Malia untergebracht. „Alle Hotels liegen unmittelbar am Meer. Einige Mitarbeiter sprechen auch Deutsch und tun alles, damit sich die Gäste wohlfühlen“, erzählt Fanny Nunner-Grammatikou, 54, von „SeniorenReisen“, die von der Gastfreundschaft der Kreter beeindruckt ist.

„Die Menschen sind unglaublich lieb. Dieses Gefühl habe ich selbst als Griechin nicht gekannt. Die Bewohner sprechen Besucher an und laden sie spontan auf ein Getränk ein. Eine kretische Spezialität ist der Tresterbrand ,Tsikoudia‘. Zum Stamperl wird immer Essen gereicht, entweder Käse, Oliven oder Nüsse“, erzählt die gebürtige Griechin.

Vielleicht resultiert diese Liebenswürdigkeit daraus, dass der auf Kreta geborene Zeus den Beinamen „Gott der Gastfreundschaft“ trägt. Der gastfreundliche Göttervater war aber auch ein Schürzenjäger. Statt seiner Ehefrau Hera treu zu bleiben, verliebte er sich in die Königstochter Europa, die später einem ganzen Kontinent ihren Namen gab. Zeus verführte die junge Frau, entführte sie aus ihrem Heimatland Phönizien und brachte sie nach Kreta. Er ging mit ihr in Matala, einem Dorf im Süden der Insel, an Land. Dieser Moment ist auf der griechischen Zwei-Euro-Münze verewigt.

Zu diesem beschaulichen Ort zieht es auch die Reisegruppe. Die Fahrt nach Matala führt über Berge und Täler. „Der Süden Kretas ist ursprünglich und wurde von der Hotellerie größtenteils noch nicht erschlossen. Hierher kommen Ruhesuchende“, erzählt die 54jährige.

Im Fischerdorf Matala haben in den 1960ern Hippies gewohnt. „Sie lebten in den Felsformationen.“ Heute schlendern Touristen entlang der Bucht. Viele Tavernen und Cafés laden zum Verweilen ein.

Zwei Dörfer mit Charakter sind auch Rethymno und Chania. „Das Schönste an Rethymno ist die Altstadt mit ihren engen, blumengeschmückten Gassen. In Chania, der alten Hauptstadt Kretas, sticht die Promenade am Hafen hervor. Sie ist von bunten venezianischen Häusern gesäumt“, sagt die Mitarbeiterin von „SeniorenReisen“.

Eine der wichtigsten Adressen für antike Sagengestalten ist der Palast von Knossos. Er war der Sitz des Königs Minos. Hier soll auch jenes Labyrinth gewesen sein, in dem der Minotaurus gefangen war. Das Wesen, halb Mensch, halb Stier, sollte aus dem komplexen Gangsystem nicht herausfinden.

Die Residenz des Königs Minos hatte 1.300 bis 1.400 Räume. Lange Korridore führten zu Höfen und Galerien. Wer sich nicht auskannte, verlor zwischen den roten Säulen und den Wandmalereien bald die Orientierung.

Eingesperrt war auf Kreta aber nicht nur der Minotaurus, das waren auch einige Bewohner. Auf der heute unbewohnten Insel Spinalonga wurden zwischen 1903 und 1957 alle verbannt, die an Lepra erkrankten. Aus diesem Grund wird das Eiland auch „Leprainsel“ genannt.

Die Isolierung auf der Insel sollte verhindern, dass sich die Krankheit weiter ausbreitete. Erst als ein Impfstoff entwickelt wurde, endete die leidvolle Geschichte. Einige der Kranken kehrten geheilt heim, die meisten sind aber auf der Insel begraben. Heute ist sie ein Ausflugsort.

Das Mittelmeer trennt die beiden Eilande voneinander. Das Wasser ist auch ein Grund, warum es Sonnenhungrige nach Kreta zieht. Nunner-Grammatikou geht im Frühjahr aber noch nicht schwimmen. „Vor Juli gehe ich als Griechin nicht ins Meer“, schmunzelt sie. widlak
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Dodoheimarie
Kreta ist neben Mykonos, Santorin für mich die schönste Insel.
Und, wenn Frau Nunner-Grammatikou sagt sie kenne die Griechen nicht so als "Gastfreundlich", so sage ich ihr "ICH KENNE SIE NICHT ANDERS."

Auf Cypern war ich im Wirbelsturm verunglückt. Als einzige der Insel.
Ich wurde behandelt als wäre ich eine Königin.
Wer von unseren Primarärzten würde einen im Hotel weiter wohnen lassen und täglich zur Visite kommen.? Außer es hat sich die Notwendigkeit ergeben dass ich zu ihm ins Spital musste um eine spezielle Behandlung zu erhalten und unter Kontrolle und Beobachtung zu stehen?

Die Landschaften vom Norden bis hin zu sämtlichen Inseln hin in alle Richtungen einzigartig. Vielfältig ist ihr Leben.

Ich liebe die Griechen über alles. Am liebsten wäre ich unten geblieben hätte ich hier nicht meine Arbeit.

Ein Leben in diesem Land mit seinen Menschen wäre mein Traum.
Aber was die EU mit ihm und seiner Bevölkerung macht: SCHÄNDLICH, einfach verachtungswert.
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