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Ausgabe Nr. 10/2020 vom 03.03.2020, Foto: Daniel Raunig
Bei der ersten Verhandlung. Einer der
höchsten Polizisten Kärntens ist angeklagt.
Polizei-Chef soll Hunde-Besitzerin geschlagen haben
Weil sie ihre beiden Hunde frei herumlaufen ließ, soll ein hochrangiger Polizei-Offizier einer 53jährigen Kärntnerin ins Gesicht geschlagen haben. Der Mann, er ist auch Jagdaufseher, bestreitet die Vorwürfe. Nun treffen die beiden vor Gericht aufeinander.
Einen aufsehenerregenden Fall muss am Donnerstag, dem 12. März, Richterin Andrea Wetschnig am Bezirksgericht Hermagor (Kärnten) verhandeln. Einer der höchsten Polizisten des Bundeslandes ist wegen Verdachts der Körperverletzung angeklagt. Er soll eine Hundebesitzerin mit einem Faustschlag verletzt haben. Einen Termin gab es bereits, da war der Gerichtssaal voll mit Jägern. Denn der hochrangige Polizist gehört ebenfalls der Waidmannschaft an, allerdings ist er bei seinen Kollegen wenig beliebt.

„Er ist extrem aufbrausend, machtsüchtig und auch aggressiv“, erklärte einer der Zuhörer. Der nun zu verhandelnde Vorfall hat sich am 1. März 2019 auf einer Waldlichtung in Kirchbach im Gailtal (K) ereignet. Die 53jährige Frau war damals mit ihren beiden Hunden unterwegs. Sie ließ ihre Tiere ohne Leine laufen. Das stieß dem entgegenkommenden Polizisten sauer auf, der ebenfalls einen Hund bei sich hatte. „Als ich die beiden Kampfhunde der Frau gesehen habe, dachte ich, die zerfleischen meinen Hund“, erklärte der Polizist in der ersten Verhandlung und meinte, er habe die Frau darauf aufmerksam gemacht, dass lediglich Jagdhunde frei herumlaufen dürfen, ihre jedoch nicht. Die Frau sei aber nach kurzer Diskussion davongegangen, ohne die Hunde anzuleinen. „Bei allem, was mir heilig ist, gewatscht habe ich sie nicht“, sagte der ranghohe Polizist aus.

Auch fünf Polizisten wurden geladen, um den Charaker ihres Vorgesetzten zu beschreiben. Sie hielten sich jedoch bedeckt. Als der Rechtsanwalt der 53jährigen, Alexander Todor-Kostic, fragte, ob der Beschuldigte im Dienst rabiat sei, meinte einer der Polizisten: „Das darf ich nicht sagen.“

Der Schilderung der Frau zufolge soll er handgreiflich geworden sein. „Der Mann ist damals schon aggressiv auf mich zugekommen und hat mich wegen der freilaufenden Hunde zur Rede gestellt. Dann fing er an, über Gesetze und Vorschriften zu reden. Als ich ihn fragte, wer er sei, dass er so mit mir rede, hat er mir mit der Faust auf die linke Wange geschlagen. Ich war total geschockt.“

Eine Ärztin bescheinigte der Frau eine Jochbeinprellung, die 53jährige litt unter Schmerzen und hatte Verfärbungen im Gesicht, die mit Fotos belegt wurden. Bei der Verhandlung am 12. März möchte die Richterin die behandelnde Ärztin als Zeugin einvernehmen. Der Strafrahmen für die Körperverletzung liegt zwischen einer Geldstrafe von 720 Tagessätzen und einem Jahr Gefängnis.
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