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Ausgabe Nr. 10/2020 vom 03.03.2020, Fotos: picturedesk.com, zVg
Sie wollen nicht sexy sein, denn sie sind Punks.
Fetzig und jugendlich frisch präsentieren sich „Green Day“ auf dem neuen Album
„Wir packen die Menschen beim Kragen“
Der Titel ist provokant, die Zeit schien knapp bemessen. In nur 26 Minuten ist das neue Album von „Green Day“ abgespielt. Mit „Father Of All Motherfuckers“ wollten Mike Dirnt, Tré Cool und Billie Joe Armstrong (alle 47) anecken, wie sie im Gespräch mit dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth sagten.
Was sagen Ihre Kinder zum provokanten Titel des Albums?
Armstrong: Meine sind doch schon groß (lacht). Joey ist 24 und Jakob 21, beide sind selbst Musiker. Auch meine Frau Adrienne ist Künstlerin, die sieht das locker. Mehr noch: Alle wissen, dass du mutig sein und auch einmal anecken musst. Du darfst alles machen, außer zu langweilen. Dieser Titel packt die Menschen beim Kragen.
Dirnt: Meine Kinder schockt überhaupt nichts mehr. Außer Einhörner. Bei Einhörnern flippen sie aus (lacht). Warum? Keine Ahnung. Allerdings gestand mir mein Sohn, der in die fünfte Klasse geht, kürzlich, dass sein Lehrer wohl etwas irritiert gewesen sei wegen des Titels.

Das Album ist kurz und knackig …
Cool: Ja, es dauert 26 Minuten. Aber damit haben wir uns viel Arbeit gemacht. Wir haben eine für Punkbands schlimme Angewohnheit, wir proben. Das muss wohl damit zu tun haben, dass wir alle in Arbeiterklassefamilien großgeworden sind. Wir üben tatsächlich an vier bis sechs Tagen pro Woche, wenn wir nicht auf Tour sind.

Es gibt auf dem Album das hymnische Stück „I Was A
Teenage Teenager“. Was ist das?

Dirnt: Ich war einer, sieben Jahre lang. Das war super. Nicht selten fühle ich mich auch heute noch wie ein Teenager.
Cool: Ich habe nie damit aufgehört, so zu fühlen.

Sind Sie glückliche Teenager gewesen?
Dirnt: Das würde ich nicht sagen. Mein grundsätzlicher Zustand am Anfang der Pubertät war eher eine Unzufriedenheit mit allem. Ich war schrecklich bockig. Und was die Mädchen anging, hey, die wollten sich einfach nicht mit mir treffen.
Cool: Ich war ein frustrierter, suchender, manchmal auch glücklicher Teenager. Wir alle drei waren die Außenseiter, die Freaks, ein bisschen die Verrückten.
Armstrong: Ich habe gern Unsinn gemacht und Streiche gespielt. Keine bösen, sondern herzliche Streiche.
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