Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 10/2020 vom 03.03.2020, Fotos: TOW/Kley, Tierschutz Ombudsstelle Wien
Die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy mit Hund „Obama“.
„Kommt mir nicht zu nahe“
Ein Trend für Hunde aus Schweden findet nun auch hierzulande Einzug. Ein gelbes Band, das an der Leine oder am Geschirr des Tieres befestigt wird, soll darauf hinweisen, dass Menschen und andere Vierbeiner dem Hund nicht zu nahe kommen sollen.
Auf heimischen Straßen ist es immer öfter zu sehen. Hundebesitzer bringen an der Leine oder am Halsband ihres Vierbeiners ein gelbes Band an. Über die Bedeutung dieser Kennzeichnung herrscht bei vielen Menschen jedoch Rätselraten.

„Der Gedanke dahinter ist ganz einfach“, erklärt die Wiener Tierschutzombudsfrau Eva Persy. „Das gelbe Band bedeutet, bitte dem Tier nicht zu nahe zu kommen. Das gilt sowohl für Menschen als auch für andere Vierbeiner, zumal Hunde manchmal aus bestimmten Gründen ihren Freiraum benötigen.“

Sie könnten etwa läufig sein oder kommen gerade aus einem Tierschutzhaus und haben Angst vor ihrer neuen Umgebung, andere Hunde sind krank, manchmal auch ansteckend.

Oder sie sind einfach nur älter, wie der Mischlings-Rüde „Obama“. „Als Hunde-Senior ist er mit Problemen am Bewegungsapparat überaus vorsichtig und mag keine stürmischen Begegnungen mit anderen Hunden. Daher trägt er das gelbe Band.“

In anderen Ländern weit verbreitet

Die Aktion „Gelber Hund“ gibt es in Schweden bereits seit dem Jahr 2012. Auch in anderen Ländern, darunter Deutschland, ist das Band an der Leine oder am Halsband weit verbreitet. Jetzt findet die Initiative auch hierzulande Einzug.

Leider gibt es immer wieder Missverständnisse. „Viele Menschen kennen das gelbe Band noch nicht. Es ist jedenfalls kontraproduktiv, wenn Menschen es für ein Mode-Accessoire halten“, weiß Persy. In den in Wien verpflichtenden Hundeführscheinkursen für Listenhunde wird daher bereits darüber informiert.

Die Vorteile des Bandes liegen für Persy auf der Hand, zumal es keine einheitliche Kennzeichnung gibt. „Jeder kann sich selbst ein Band oder eine Schleife basteln, sie muss nur gelb sein und gut sichtbar. Die Bedeutung, ‚bitte Abstand von dem Hund halten‘ kann jeder lernen, auch kleine Kinder.“

„Wichtig ist, dass die gelbe Markierung nicht zur Kennzeichnung aggressiver Hunde dient, und auch kein Ersatz für einen Maulkorb ist. Auch ersetzt sie kein möglicherweise notwendiges Hundetraining oder eine tierärztliche Behandlung“, erklärt Persy.

„Das Band stellt auch keinen ‚Freibrief‘ für die Halter dar, mit dem sie sich aus der Verantwortung und gegebenenfalls aus der Haftung für ihren Hund ziehen können, sollte es zu Vorfällen mit anderen Tieren oder Menschen kommen.“ rb
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung