Jetzt anmelden
Ausgabe Nr. 10/2020 vom 03.03.2020, Foto: imago
Norris als „Walker, Texas Ranger“.
Filmhaudegen Chuck Norris wird 80. Er ist der härteste Vollbart auf Gottes Erde
Chuck Norris isst keinen Honig, er kaut Bienen.“ Die Witze über den amerikanischen Schauspieler sind so legendär wie er selbst. Sie nehmen den hartgesottenen Actionhelden aufs Korn, der in seinen Filmen stets mit grimmiger Miene und geballten Fäusten auftrat.
Die Scherze über ihn nimmt Norris gelassen, „auf diese Weise habe ich zumindest junge Bewunderer in aller Welt“, sagt er lachend. Dieser Tage feiert der vollbärtige Haudegen seinen 80. Geburtstag, oder wie seine Bewunderer sagen, „der Geburtstag feiert ihn.“

Seine Karriere als Leinwandheld musste er sich aber hart erarbeiten. Er erblickte das Licht der Welt am 10. März 1940 in Ryan im US-Bundesstaat Oklahoma, damals ein 800-Einwohner-Ort. Seine irischstämmige Mutter taufte ihn nach einem befreundeten Priester Carlos Ray und musste ihn und seine jüngeren Brüder Aaron, 68, und Wieland († 1970) alleine großziehen. Denn sein Vater, ein Indianer vom Stamm der Cherokee, war Alkoholiker und kümmerte sich nur wenig um die Familie. Norris‘ Abstammung machte den Buben immer wieder zum Gespött anderer Kinder.

An seine Schulzeit erinnert sich der Mime daher nur ungern. „Ich war schüchtern, unsportlich und nur ein mittelmäßiger Schüler. Ich schaffte es auch nicht in die Footballmannschaft, weil ich für den Trainer zu wenig aggressiv war.“

Erst der Armeedienst veränderte sein Leben. Als Mitglied der Militärpolizei wurde Norris 1958 nach Korea versetzt. Er fand schnell Anschluss, seine Kameraden gaben ihm den Spitznamen „Chuck“.

Als Soldat fing er an, zuerst Judo, dann Tang Soo Do, eine koreanische Variation des Karate, zu erlernen. „Ich war kein Athlet, deshalb musste ich härter trainieren als andere.“ Trotzdem erlangte er Meistergrade.

Zurück in den Vereinigten Staaten gründete er eine Karateschule. Norris unterrichtete Schauspielgrößen wie Michael Landon († 1991) und Steve McQueen († 1980). Im Jahr 1968 wurde er zum ersten Mal Weltmeister in der Mittelgewichtsklasse im Karate, den Titel verteidigte er sechs Jahre lang. Steve McQueen vermittelte den Vorzeigekämpfer schließlich an die Filmstudios in Hollywood (USA).

Dort debütierte Norris im Jahr 1969 in seinem ersten Film „Rollkommando“ an der Seite von Dean Martin († 1995). In seinem zweiten Film „Die
Todeskralle schlägt wieder zu“ (1972) lieferte er sich einen legendären Zweikampf mit der Kampfkunst-Ikone Bruce Lee († 1973). „Er sagte mir bereits vor dem Dreh, ‚Ich will den Karate-Welt-meister töten.‘ Nachher war ich mir sicher, er wollte mich wirklich umbringen.“

Danach ging es mit Norris‘ Filmkarriere Schlag auf Schlag. Als Schauspieler wurde er mit Billigkrachern wie „Missing in Action“ und „Delta Force“ aber nie richtig ernst genommen, zumal er immer nur Actionhelden verkörperte. Trotzdem hat er zahlreiche Bewunderer. Nicht zuletzt wegen seiner Rolle als Gesetzeshüter Cordell Walker in der Fernseh-Serie „Walker, Texas Ranger“.

Im realen Leben gilt Norris als streng gläubiger Christ, der die amerikanische Waffenlobby unterstützt. Seine strengen Ansichten verbreitet er im Internet und auf den Treffen der religiösen Rechten, „Unsere Schulen bringen den Kindern die Evolutionslehre bei und unterziehen sie damit einer Gehirnwäsche, sodass sie nicht an Gott glauben“, empört sich dabei der fünffache Vater.

Er hat zwei Söhne aus seiner ersten Ehe mit Dianne Holechek, 78, mit der er bereits zu Schulzeiten liiert war. 1998 ließ er sich aber nach 30 Jahren von ihr scheiden. Seine Sprösslinge Mike, 57, und Eric Norris, 55, aus zweiter Ehe, stehen ebenfalls vor der Kamera. Aus einem Seitensprung stammt eine Tochter.

Für seine jetzige Frau, das ehemalige Modell Gena O‘Kelley, 57, die ihm die Zwillinge Danilee Kelly und Dakota Alan, 18, schenkte, hat sich Norris 2017 aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, da sie an Nierenproblemen und schlimmen Nervenschmerzen leidet.

Auch Norris‘ Gesundheit bietet Grund zur Sorge. Im August 2017 kollabierte er unter der Dusche und musste im Rettungsauto reanimiert werden. In der Notaufnahme bekam er einen zweiten Herzinfarkt und wurde erneut wiederbelebt. Zwei Mal an nur einem Tag war er dem Tod knapp von der Schippe gesprungen.

Die Vorfälle lassen aber auch Spielraum für Verschwörungstheorien, zumal ein Spruch lautet, „Chuck Norris ist bereits vor vielen Jahren gestorben. Der Tod hatte aber nicht den Mut, es ihm zu sagen.“ rb
Weitere Inhalte dieser Ausgabe:
Ihre Meinung
Ihre Meinung ist uns wichtig.

Schreiben Sie Ihren Kommentar zu diesem Artikel, den wir dann prüfen und veröffentlichen werden.
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu verfassen.
Werbung