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Ausgabe Nr. 09/2020 vom 25.02.2020, Fotos: mauritius images/EDB Image Archive/Alamy
Kesha hat ihre Lebensfreude wieder gefunden.
Die Reise mit „High Road“ dauert fast 50 Minuten. Mit unterhaltsamem Pop.
„Ich verliebe mich täglich neu in meinen Freund“
Sie hat die Formel für die Treue gefunden. Mit ihrem Freund ist Kesha seit sechs Jahren zusammen, ihr beste Freundin kennt die amerikanische Sängerin gar seit ihrem siebenten Lebensjahr. Wichtig dabei ist nach Ansicht der 32jährigen, hartnäckig zu sein und den Widrigkeiten einer Auseinandersetzung etwas Positives – und zwar eine Lösung – abzuringen. Beruflich hat Kesha Rose Sebert mit dem neuen Album „High Road“ eine interessante Lösung gefunden. Sie hat zum Teil ihren lebenslustigen Pop ihrer Anfangstage wiederbelebt. Darüber sprach sie mit dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth ebenso wie über ihre Liebe zu ihrem Freund und zu Katzen.
Sie sind seit sechs Jahren in festen Händen – und noch verliebt?
Na klar, denn ich habe gelernt, an die tiefe, auf ewig bestehende Liebe zu glauben.

Das wird Ihr Partner aber gern hören …
Das weiß er. Gleichzeitig verliebe ich mich praktisch täglich neu in ihn. Wenn also jemand an die Liebe glaubt, dann ich (lacht). Ich glaube, ich leide an Liebessucht. Allerdings verliebe ich mich längst nicht immer sexuell. Ich liebe zum Beispiel meine Katzen über alles.

Laut dem Text Ihres neuen Liedes „Cowboy Blues“ vom aktuellen Album „High Road“ sind es derer drei.
Mittlerweile sind es sogar vier. Ich habe einen Kater aus Japan adoptiert und mitgebracht.

Wie kam es dazu?
Mein Freund hat mir auf dem Mobiltelefon Fotos von dem Kater gezeigt, als wir in Tokio waren. Er lebte in einem Tierasyl. Ich war begeistert: „Oh, wer ist das denn?“ Ich kenne nicht viele Menschen in Tokio, also eigentlich gar niemanden, deshalb konnte ich ihn nicht vermitteln. Das Tier mitzunehmen, war die einzige Lösung.

Ist Ihr Freund eifersüchtig?
Er weiß, wie sehr ich Katzen liebe. Mehr als alles und alle anderen auf der Welt. Das ist in Ordnung für ihn.

Kommen Ihre Katzen gut miteinander aus?
Eigentlich nicht (lacht). Alle vier sind Männchen.

Sie haben harte Jahre hinter sich. Durch einen Rechtsstreit mit Ihrem Ex-Produzenten Dr. Luke, über den wir nicht sprechen dürfen, weil er noch nicht beendet ist, konnten Sie jahrelang keine Musik veröffentlichen, wurden depressiv und haben dann vor drei Jahren mit dem ernsten Album „Rainbow“ ein großes Comeback gefeiert. Auf „High Road“ sind Sie jetzt wieder die fröhliche, ausgelassene Kesha, wie Musikfreunde Sie vom zehn Jahre alten Hit „Tik Tok“ kennen. Warum diese Rückbesinnung?
Im Lied „Shadow“ singe ich: „Ich liebe die Liebe und ich liebe das Leben.“ Diese Zeile fasst meine derzeitige Stimmung optimal zusammen. Ich habe nach „Rainbow“ überlegt, ob ich weiter solch seriöse Musik machen soll, aber die Wahrheit ist, ich bin gerne glücklich und fröhlich. Und ich schreibe gerne glückliche, fröhliche und ein bisschen freche Lieder. Ich genieße es, wenn die Menschen in meinen Konzerten tanzen und ausflippen. Sie sind mit mir durch die Hölle und zurück gegangen. Ich wollte ihnen Lieder geben, bei denen sie richtig mitgehen können. Doch die Platte ist keineswegs nur oberflächlich.

In „Father Daughter Dance“ singen Sie darüber, wie es war, ohne Vater aufzuwachsen.
Genau. Ich weiß gar nicht, wie es ist, einen Vater zu haben, weil meiner einfach nicht Teil meines Lebens war. Auf „High Road“ gibt es beides – tiefe Gefühle und Leichtfüßigkeit. Die Welt ist ernst und problematisch genug. Du weißt auch nie, welcher Tag dein letzter ist. Also koste das Leben aus, so lange du hier bist.

„Raising Hell“ dagegen ist eine Liebeserklärung an Ihre Mutter, die Countrysängerin Pebe Sebert, mit der Sie viele Ihrer Liedergemeinsam schreiben …
Das stimmt. Meine Mutter hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Ich habe fast alles, was ich über das Leben wissen muss, von ihr gelernt. Und, na ja, die Schimpfwörter auch. Meine Mutter hat kein Problem damit, dass kaum ein Lied von mir ohne das böse Wörtchen mit „F…“ auskommt. Allerdings nervt das meinen Bruder.
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