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Ausgabe Nr. 05/2020 vom 28.01.2020, Foto: picturedesk.com
Nach zehn Jahren hat Biedermann mit „DNA“ wieder ein neues Album. Es ist die Basis ihrer derzeitigen Tour.
„Männer werden im Alter immer besser“
Sie wurde vor 20 Jahren als Darstellerin in der Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannt. Nebenher konnte die Deutsche Jeanette Biedermann ein paar Hits mit englischsprachigen Popliedern landen. Dann legte die 39jährige eine längere Pause ein, ehe sie im vergangenen Jahr das Comeback bei der Musikshow „Sing meinen Song“ feierte. Mit ihrem aktuellen Album „DNA“ geht Biedermann nun auf Tournee, der WOCHE-Reporter Steffen Rüth hat vorab mit ihr gesprochen.
Frau Biedermann, Sie feiern am 22. Februar Ihren
40. Geburtstag …

(lacht) Ja, das ist wirklich ein Grund zum Feiern, ein schöner Anlass. Ich fühle mich gut. Wenn ich in den Spiegel schaue, bin ich zufrieden mit der Version der Jeanette, die ich heute bin. Ich lasse mich nicht gehen und nicht hängen, bleibe offen und neugierig. Ob du ein paar Fältchen unter den Augen hast, ist egal. Ich habe Geschichte. Ich bin der Meinung, wenn wir älter werden, werden wir interessanter. Jede Falte zeichnet uns aus.

Möchten Sie noch ein Mal jung sein?
Nein, ich nehme mich so, wie ich bin. Mit 20 Jahren hatte ich noch keine Ahnung, weniger Können und weniger Geist. Auch körperlich habe ich heute viel mehr zu bieten als mit 20. Ich finde bei Männern übrigens auch, dass sie im Alter immer besser werden. Meinen Mann zum Beispiel habe ich in ziemlich jungen Jahren kennengelernt, jetzt ist er 51 Jahre alt und wird immer interessanter.

Ihr Mann Jörg Weißelberg ist auch Ihr Gitarrist. Steht er bei der „DNA“-Tour mit auf der Bühne?
Aber natürlich. Jörg ist mein bester Mann.

Ist das nicht anstrengend, Leben und Arbeitsplatz zu teilen?
Überhaupt nicht. Im Gegenteil, wir verstärken uns in unserer Leidenschaft. Musik ist meine Sucht, ich bin immer wieder erstaunt über diese Triebhaftigkeit, gerade in den vergangenen Wochen, in denen wir intensiv für die Tournee geprobt und mehr als 30 Lieder einstudiert haben. Es gab Nächte, in denen ich nicht schlafen konnte, weil ich immer neue Ideen hatte, die wir noch umsetzen könnten. Jörg ist genauso. Er ist Vollblutmusiker.

Wecken Sie ihn dann auf, wenn nachts die Ideen kommen?
Da muss er durch. Klar, in den heißen Phasen können wir nie abschalten, aber dafür versteht auch niemand meinen Wahnsinn so gut wie er. Insofern passt das gut mit uns.

Worauf haben Sie bei der Tour-Vorbereitung besonders geachtet?
Dass wir nicht krank werden. Disziplin ist angesagt. Wir trinken keinen Alkohol, das Weinchen am Abend ist gestrichen.

„DNA“ ist Ihr erstes Album seit zehn Jahren. Was war der Grund für die lange Pause?
Ich habe im Jahr 2009 mein Album „Undress To The Beat“ veröffentlicht und parallel die Fernseh-Serie „Anna und die Liebe“ gedreht. Drei Jahre lang hatte ich keinen einzigen Tag frei. Das war zu viel für mich. Der Stress hat mich niedergeschmettert. Danach habe ich alles reduziert und angefangen, Musik zu schreiben. Parallel habe ich mit meinem Mann Jörg und unserem Freund Chris Bömkes die Indie-Rockband „Ewig“ gegründet. Wir haben zwei Platten mit deutschen Texten aufgenommen, ich bin also jetzt nicht plötzlich auf einen Zug aufgesprungen, sondern schreibe schon lange Lieder in deutscher Sprache. Dann stieg Chris aus, um Vollzeit-Papa zu sein, und ich fiel wieder in ein kleines Löchlein.

Wie sind Sie da herausgekommen?
Ich habe mich gefreut, als die Anfrage im Vorjahr kam, bei „Sing meinen Song“ mitzumachen. Die Sendung hat mich motiviert. Ich hatte vorher schon viele Songs geschrieben, aber danach habe ich mit Vollgas angefangen, das „DNA“-Album aufzunehmen.

Mit „Deine Geschichten“ gibt es auch ein Lied über Ihren Vater, der im Jahr 2016 gestorben ist …
Meine Mutter hatte sofort Tränen in den Augen, als ich es ihr vorspielte. Ich möchte mit dem Lied zum Ausdruck bringen, dass wir die Geschichten von Menschen weitererzählen sollten. Dann bleiben diese Menschen in Erinnerung. Musik kann helfen und dir über die Seele streicheln.
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