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Ausgabe Nr. 05/2020 vom 28.01.2020, Foto: Harald Artner
Karl Baron gründete die neue Partei DAÖ.
„Ich habe DAÖ für Straches Rückkehr gegründet“
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Heinz-Christian Strache wird als Spitzenkandidat für die Allianz für Österreich in den Wiener Wahlkampf ziehen. Die Partei wurde für seine politische Rückkehr gegründet.
Die Freiheitliche Partei kämpft ums Überleben. Und bekommt dabei quasi Konkurrenz aus den eigenen Reihen, denn in Wien haben sich drei Landtagsabgeordnete abgespalten und mit Die Allianz für Österreich (DAÖ) eine neue Partei gegründet. Angeführt von Karl Baron, dem Klubobmann der neuen Partei. Er will mit Heinz-Christian Strache bei der Wien-Wahl (voraussichtlich im Herbst) für Aufsehen sorgen.

Das ging nur auf diesem Weg, erklärt Baron. „Ich musste mich entscheiden. Für mich gab es nur zwei Optionen: Entweder mit der Politik aufzuhören, weil ich den Umgang der FPÖ mit Heinz-Christian Strache nicht mittragen konnte, oder ich beginne mit einem neuen Klub, um ihm ein Comeback zu ermöglichen. Zunächst wollte ich ja den Rauswurf verhindern. Das hat nicht geklappt. Als sich der Hinauswurf abgezeichnet hat, stand mein Entschluss fest.“ Dass letztlich Klaus Handler und Dietrich Kops mit zu den „Rebellen“ gehörten, lag an deren engem Kontakt zu Strache und Baron.

Einem weiten Kreis der FPÖ blieben die Abspaltungspläne ohnedies vorenthalten. Strache wusste jedoch davon. Baron hat für seine Partei auch weitreichende Pläne, die über Wien hinausgehen. „Vorerst gilt es natürlich, bei der Wahl in Wien gut abzuschneiden, dann sehen wir weiter.“ Spitzenkandidat dafür möchte er nicht sein. Dieser Platz ist für Strache reserviert, der zwar offiziell noch nicht das Aushängeschild der neuen Partei ist, dennoch gilt sein Antreten als fix.

Für Baron ist das Ziel klar, er will die FPÖ schlagen und ein zweistelliges Ergebnis einfahren. „Hofer und Kickl versuchen uns als Geisterfahrer darzustellen, als ein paar Abtrünnige. Aber wir werden sehen, wie das mit dem Geisterfahrer ist, wenn einem immer mehr entgegenkommen. Es stehen ja schon zahlreiche Bezirksräte in Wien in den Startlöchern, sie sind bereit für einen Wechsel zu uns.“

An eine neue politische Ausrichtung werden sie sich kaum gewöhnen müssen. „Das Programm, das die FPÖ bis zu Straches Rücktritt hatte, ist unser Programm“, meint Baron. „Das hat Strache maßgeblich gestaltet. Die FPÖ muss sich überlegen, was sie macht, denn das ist unser Programm. Wir werden natürlich ein Programm, das unseren Namen trägt, vorlegen, aber es wird sich nicht wesentlich unterscheiden vom FPÖ-Programm unter Strache.“

Schwerpunkte daraus: Zunächst soll die Islamisierung in Wien und im gesamten Bundesgebiet gestoppt oder zumindest verringert werden. Außerdem ist das DAÖ EU-kritisch, weil von der EU viel gesteuert wird, was gar nicht notwendig ist. Die Staaten sollten wieder autonom handeln können. Der Klubobmann nennt hier als Beispiel die Migrationsvorschrift, sie treffe vor allem Wien mit voller Keule.

„Wir haben Sorge, dass das mit den Grünen in eine völlig andere Richtung laufen wird, Stichwort Migrationspakt, von dem H. C. Strache bereits in der FPÖ ein Gegner war.“

Einen weiteren Programm-Schwerpunkt sieht Karl Baron im leistbaren Wohnen, vor allem für Jungfamilien.

Von rechten Fanatikern will er sich dagegen distanzieren. „Wir sind eine Rechtspartei, aber keine rechtsextreme Partei. Menschen mit rechtsradikalen Ansichten haben bei uns nichts verloren. Wir lehnen sowohl Rechts- als auch Linksextremismus ab.“ m. bauer
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