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Ausgabe Nr. 04/2020 vom 21.01.2020, Fotos: AdobeStock, zVg
Sprossenzucht – Frischer geht‘s kaum jetzt im Winter.
Hier finden Sie herrliche Rezeptideen für Salate, Suppen und bunte Gemüsegerichte. ISBN-978-3-86374-364-2
Die Winzlinge von der Fensterbank
Besonders in der kalten Jahreszeit, wenn es weniger Frisches gibt, bereichern Sprossen und Keimlinge unseren Speiseplan. Die Winzlinge sind einfach auf der Fensterbank zu ziehen, schmecken äußerst gut und decken den Energiebedarf wie kaum ein anderes Gemüse. Um Schimmelbefall zu vermeiden, sollten Hobbyzüchter dabei allerdings auf die Hygiene achten.
Eine Legende aus dem dritten Jahrhundert nach Christus besagt, dass chinesische Seefahrer, als sie in Seenot gerieten, zu guter Letzt nur noch über getrocknete Sojabohnen verfügten. Allerdings waren sie aufgrund der Feuchtigkeit an Bord schon gekeimt. In der Not haben die Seefahrer diese Keimlinge gegessen und stellten fest, dass sie nicht nur schmackhaft waren, sondern auch zu neuer Kraft verhalfen.

„Heute verschönern die gesunden Winzlinge meist fade Käsebrote mit ihrem frischen Grün und geben Salaten oder asiatischen Gerichten den gewissen Biss“, weiß die Ernährungsexpertin Dr. Barbara Rias-Bucher, Buchautorin von „Keimlinge und Sprossen“ (Mankau Verlag).

Zudem ist die Sprossen-Küche mittlerweile unglaublich abwechslungsreich geworden, da Keimsaaten und somit auch Sprossen in einer schier endlosen Vielfalt vorhanden sind. Auch für die Anzucht zu Hause gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel spezielle Keimgefäße mit schrägem Standfuß aus dem Handel. „Doch ein Einmachglas oder eine Schale mit einem feuchten Papiertuch tut‘s auch“, weiß die Autorin.

Besonders leicht und für erste Versuche mit der Sprossenzucht bestens geeignet sind Erbsen, Linsen, Mungbohnen oder Radieschen.

„Alle keimen und wachsen rasch, und zwar in jedem Keimgefäß. Auch in mehreren Lagen übereinander geschichtet“, berichtet die Fachfrau.

Rucola und Kresse eignen sich hingegen eher für die Anzucht von Baby-Pflanzen, also für Keimlinge mit bereits sichtbarem Stängel und zwei Blättchen. Logischerweise dürfen diese Samen nur in einfacher Lage in eher flache Schalen – am besten mit etwas Erde – gegeben werden. Ganz wichtig ist bei der Sprossenzucht jedenfalls die Beachtung von Hygieneregeln. Denn durch das feuchte Milieu, in dem die Samen keimen, ist auch die Gefahr der Bakterienbildung relativ hoch.

„Spülen Sie die Keimlinge deshalb zwei bis drei Mal täglich mit lauwarmem Wasser durch, um Schimmelbildung zu verhindern“, rät Dr. Barbara Rias-Bucher (siehe Kasten
li.). Auch eine möglichst kühle Raumtemperatur zwischen 18 und 20 Grad reduziert die Keimbelastung und die Sprossen sind länger haltbar. Als besonders günstig für die Anzucht haben sich Fensterbänke, die nicht unbedingt einer dauerhaften Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, erwiesen.

Keimlinge und Sprossen überzeugen allerdings nicht nur durch ihre einfache Handhabung, sondern haben es auch ordentlich in sich.

„In erster Linie versorgen sie uns mit Vitaminen, vor allem in der kalten Jahreszeit, wenn es weniger Frisches gibt. Wesentlich ist auch, dass wir mit ihnen viele Ballaststoffe bekommen, die ebenfalls unser Immunsystem unterstützen“, erklärt Dr. Barbara Rias-Bucher.

Für die Buchautorin gehören Keimlinge und Sprossen jedoch noch immer zu den unterschätzten Lebensmitteln, obwohl sie unsere moderne, leichte und auf pflanzlichen Lebensmitteln basierende Küche außerordentlich vielfältig machen. „Je nachdem, welche Samen Sie wählen und wie lange Sie die Pflänzchen wachsen lassen, können Sie Salate damit mischen, Wok-Gerichte zubereiten oder Suppen würzen“, sagt die Ernährungsexpertin. Und frischer geht‘s auch kaum – denn Sprossen wachsen sogar noch auf dem Speiseteller weiter. Hwie
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