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Ausgabe Nr. 02/2020 vom 07.01.2020, Foto: F1online
Anfänger sollten auf der untersten Stufe liegen. Dort ist es am „kühlsten“.
Schwitzbaden im Liegen ist gut für Venen und Herz
Kurz schwitzen, abkühlen und danach ausgiebig ruhen. Saunieren ist ein bewährtes Gesundheits- und Pflegeritual für Körper und Geist. Dennoch steckt das „Schwitzbaden“ in unserem Land noch in den „Kinderschuhen“. Angst vor der Hitze muss niemand haben, versichert ein Experte jedem Anfänger. In der Sauna „verdunstet“ der Stress und der Körper wird gestärkt.
Wenn‘s draußen frostig ist und die nasse Kälte „bis in die Knochen“ zieht, sehnen wir uns nur nach Wärme. Ein idealer Platz zum Aufwärmen ist die Sauna, meinen nicht nur die Finnen, die das „Heißluftbaden“ erfunden haben und bereits ab dem Babyalter mit in der Sauna sitzen.

Regelmäßig im „Heißluftbad“ für ein paar Minuten zu schwitzen, kann jedoch viel mehr, als nur die Kälte aus dem Körper zu vertreiben. Saunieren ist ein wahres Verwöhn- und Gesundheitsprogamm. So lassen die abwechselnden Warm-Kalt-Anwendungen die oberste Hornschicht der Haut aufquellen, lockern verhornte Hautzellen, die schließlich leicht abgespült werden. Trockene Haut wird durch das Aktivieren der Schweißdrüsen und Wassereinlagerungen in die Hornschicht verbessert. Neben dem schöneren Hautbild trainieren die Warm-Kalt-Reize unsere Gefäße, wie die Ärztin und Sauna-Expertin Dr. Ulrike Novotny erklärt. „Wird das finnische Schwitzbad richtig praktiziert, stärkt es vor allem die Venenfunktion. Saunieren wirkt auf die Venen wie ein Aufbautraining von innen. Es erfolgt durch die Überwärmung des Körpers mit anschließender Abkühlung“, erklärt Dr. Novotny und rät, bei einer Venenschwäche das Saunabad immer liegend zu beginnen. „Dann ist der Blutfluss in den Beinen optimal. Die Blutgefäße werden nicht eingeengt oder abgeknickt. Zusätzlich können die Beine mit den Händen und mit leichtem Druck ausgestrichen werden, stets von den Füßen in Richtung Leiste. Nach dem Saunagang ist das kalte Abduschen zwingend notwendig, auch Bewegung an der frischen Luft ist ratsam. Erst danach liegend ruhen. Bei ausgebildeten Krampfadern, Besenreisern und Thrombosen vor dem Saunabesuch jedoch immer den Arzt fragen.“

Ruhiger Herzschlag, entspannte Muskeln

Wärme ist für viele Beschwerden ein idealer Therapeut. Daher kann ein Saunabesuch verspannte Muskeln lösen und Schmerzen lindern, zum Beispiel bei chronischen Gelenkserkrankungen oder Krämpfen im Unterleib, wie sie während der Menstruation auftreten können. Schließlich wirken die abwechselnden Kalt-Warm-Phasen auf unser Nervensystem. Besonders erholsam wirkt die einige Zeit nach dem letzten Saunabad auftretende beruhigende Phase, verbunden mit ruhiger Herzschlagfolge, umfassender Muskelentspannung und angenehmer Müdigkeit. Nach dem Saunieren ist der Tiefschlaf länger, der Schlaf daher insgesamt besonders erholsam.

Immer auf den Körper hören

Angst vor der ungewöhnlich hohen Hitze, die bei der finnischen Sauna zwischen 80 und 105 Grad Celsius liegt, müssen Anfänger nicht haben. „Die trockene Hitze, wie sie in der finnischen Sauna herrscht, wird vom Menschen grundsätzlich besser vertragen als feuchte Hitze. Anfängern ist daher zu empfehlen, sich in der finnischen Sauna auf die unterste Stufe zu setzen und im Liegen zu saunieren“, rät Günter Weisgram, Geschäftsführer des Österreichischen Sauna Forums (www.saunaforum.at).

„Wichtig ist, in der Sauna immer auf den eigenen Körper zu hören und nicht auf die Uhr zu schauen. Wer sich nach drei, vier, fünf Minuten bereits unwohl fühlt, sollte die Sauna verlassen. Dafür langsam aufsetzen, kurz warten, hinausgehen. Draußen aber nicht stehen bleiben, sondern auf und ab gehen. Sonst sackt das Blut in die Beine.“

Um in den Genuss der langfristig gesundheitsfördernden Wirkung des Saunierens zu kommen, empfiehlt der Fachmann, regelmäßig, etwa ein Mal in der Woche, in die Sauna zu gehen. „Menschen, die regelmäßig in der Sauna schwitzen, vertragen auch die Hitze im Sommer“, verrät Weisgram.

Wer sich dennoch mit den Temperaturen in der finnischen Sauna nicht anfreunden will, kann im Dampfbad, einer Biosauna oder Infrarotkabine Wärme tanken. „Die Temperaturen sind bei Dampfbad und Biosauna nur halb so hoch, aber die Luftfeuchtigkeit ist deutlich höher. Daher kann die Hitze in diesen Heißluftbädern als unangenehm empfunden werden. Für ältere Menschen, die mit dem Saunieren beginnen möchten, ist die Infrarotkabine mit 30 bis 45 Grad Temperatur zu empfehlen. Hier ist die Herz-Kreislaufbelastung am geringsten, weil danach nicht kalt, sondern lauwarm abgekühlt wird. Für alle anderen gilt, probieren Sie die Formen des Saunierens aus und achten Sie dabei auf das eigene Wohlbefinden. So werden Sie Ihre Form des Heißluftbadens finden.“
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