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Ausgabe Nr. 01/2020 vom 30.12.2019, Foto: picturedesk.com
Roderick David Stewart
wurde am 10. Jänner 1945 in der englischen Hauptstadt London geboren. Er ist der Sohn einer Engländerin und eines schottischen Bauarbeiters. Die Karriere als Profifußballer scheiterte.

Im Jahr 1969 wurde Stewart Sänger der Gruppe „Faces“. Der Durchbruch als Solokünstler gelang ihm 1971 mit der Single „Maggie May“. Stewart hat mit fünf Frauen acht Kinder in die Welt gesetzt.

Heute ist der Sänger in dritter Ehe mit Penny Lancaster verheiratet. Ihre beiden Kinder sind 14 und acht Jahre alt.
„Meinen Geburtstag verbringe ich im Rollstuhl“
Aufgrund seiner musikalischen Erfolge gehört der von Prinz William geadelte Brite Sir Rod Stewart zu den reichsten Menschen Englands. Am 10. Jänner feiert er nun seinen 75. Geburtstag und wird dann im Rollstuhl sitzen. Warum das so sein wird, erzählte Stewart im Gespräch mit der WOCHE-Reporterin Katja Schwemmers.
Herr Stewart, am 10. Jänner werden Sie 75 Jahre alt. Mit welcher Erwartung blicken Sie Ihrem Ehrentag entgegen?
Ich bin kein Geburtstagstyp, mich lässt so ein Datum eher kalt. Solange ich in ein Pub auf ein Bier gehen kann, ist meine Welt in Ordnung.

Das ist Ihr Plan für Ihren Geburtstag?
In diesem Jahr ist es anders: Ich muss am 7. Jänner ins Spital, weil ich ein künstliches Knie bekomme. Denn durch das Fußballspielen hat sich über die Jahre mein Knie verabschiedet. Ich gehe also am 7. ins Spital und komme pünktlich zu meinem Geburtstag am 10. wieder heraus. Ich werde dann aber im Rollstuhl sitzen.

Haben Sie ein mulmiges Gefühl vor der Operation?
Ach, nein, es ist in Ordnung. Ich habe keine Angst. Ich hatte so viele Jahre, in denen das Fußballspielen ein großer und wichtiger Teil meines Lebens war. Das ist nun einmal der Kollateralschaden.

Aus dem Feiern wird dann wohl nichts …
Ich rolle nach Hause und lade mir ein paar Freunde ein – von ihnen lasse ich mich dann verwöhnen. Wie gesagt: Ich mache mir nichts aus Geburtstagen. Aber für Frauen sind sie eine große Sache. Das merke ich immer an meiner Frau.

Fühlen Sie sich denn wie 75?
Ja, verdammt! Warum umgebe ich mich auf der Bühne wohl immer mit vielen hübschen Frauen? Damit sie mich auf Trab halten (lacht).

Haben Sie bestimmte Wünsche?
Gute Gesundheit für mich und meine Familie. Das ist schon alles. Und ich selbst will das Beste für andere Menschen tun. Sei gut und tue Gutes – das sage ich auch immer meinen Kindern. Darüber hinaus kann ich mir nichts wünschen, denn ich bin wunschlos glücklich. Ich hatte ein wundervolles Leben. Ich will natürlich auf der Erde bleiben, so lange ich kann. Gut, ein Dreifach-Triumph für den schottischen Fußball-Klub Celtic Glasgow wäre ein Fußballwunsch von mir. Und mehr Zusammenhalt auf der Welt und Verständnis für einander wären auch schön, denn momentan scheint alles auseinanderzufallen. Ob ich das alles noch erleben werde, liegt bis zu einem gewissen Punkt auch in meinen eigenen Händen.

Wie meinen Sie das?
Männer sind verschrien dafür, nicht zu Ärzten gehen zu wollen und sich zu wenig um sich selbst zu kümmern. Ich bin genau das Gegenteil davon. Ich genieße alle Vorteile der modernen Medizin. Da gibt es so viel technisches Gerät, das du heutzutage dafür einsetzen kannst, um sicherzugehen, dass du gesund bist. Ich gehe ständig zur Blutabnahme. Das ist fast schon ein Tick von mir. Wenn jemand all diese Möglichkeiten ignoriert, macht er das auf eigene Gefahr. Meine Tumore haben die Ärzte ja überhaupt erst gefunden, weil ich bei der Vorsorgeuntersuchung war.

Sie haben zwei Mal erfolgreich den Krebs bekämpft: Im Jahr 2000 wurde Schilddrüsenkrebs bei Ihnen diagnostiziert, vor einigen Jahren Prostatakrebs. Sind Sie seither für jedes Jahr dankbar?
Oh ja. Das Wort Krebs verbreitet solch einen Schrecken. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie ich mich fühlte, nachdem mir von den Ärzten mitgeteilt wurde, dass ich offiziell als geheilt bezeichnet werden könne. Mir gibt das einen besseren Blick aufs Leben. Ronnie Wood (Mitglied der „Rolling Stones“, Anm. d. Red.) und ich – wir beide mussten zur selben Zeit da durch. Und ich stimme überein mit dem, was er sagt: „Jeden Tag willst du aufstehen, Spaß haben und so viel wie möglich aus dem Tag herausholen.“ Ronnie und ich fühlen dieselbe Dankbarkeit. „Einer mag uns da oben, Rod“, meinte er neulich zu mir. Es stimmt. Wir sind nicht nur gesegnet mit wunderbaren, gesunden Familien. Wir haben große Erfolge in unseren Karrieren gefeiert. Und nun sind wir beide auf der besseren Seite des bösen K-Wortes angekommen.

Im Oktober 2016 wurden Sie von Prinz William zum Ritter geschlagen. War das ein Höhepunkt in Ihrem Leben?
Das war ein denkwürdiger Tag. Er hat mein Leben zwar nicht großartig verändert, ehrlich gesagt, sogar überhaupt nicht. Aber es ist schon schön, wenn ich in ein Hotel komme und sie mich begrüßen mit „Sir Rod“. Wem würde das nicht Spaß machen?

Sie haben erst kürzlich mit Ihrem sinfonischen Werk „You‘re In My Heart“ zum zehnten Mal die Album-Hitparade in England angeführt. Mit 74 Jahren sind Sie der älteste Solokünstler, dem das gelungen ist …
… dabei hatte ich mit dem Album kaum etwas zu tun. Es sind die Original-Lieder, veredelt durch das Royal Philharmonic Orchestra. Es wurde alles für mich gemacht – von meinem Produzenten-Freund Trevor Horn. Ich habe nicht einmal den kleinen Finger gerührt.

Sie meinten einmal, Sie hätten eine weibliche Seite. Wie kommt die zum Ausdruck?
Ich mag Mode und ich habe keine Scheu, mit schönen Servietten am Tisch zu sitzen. Zudem liebe ich es, mit meiner Frau einkaufen zu gehen. Ich bin stolz auf meine weibliche Seite. Aber genauso stolz bin ich, wenn ich Fußball spiele und danach mit meinen Freunden einen trinken gehen kann. Ich stehe auf beide Enden der Skala und genieße das Beste der zwei Welten.

Haben Sie eine Mode-Regel?
Oh ja, sie lautet: drei Mal umziehen pro Tag, mindestens. So war ich schon immer drauf.
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