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Ausgabe Nr. 5152/2019 vom 17.12.2019, Foto: Werner Kmetitsch
Adi Hirschal als „Frosch“ in der Fledermaus. Am 31.12., 17.1. und 2.2.
Mit Adi Hirschal, 71, wird der „Frosch“ in der „Fledermaus“ zum grantelnden Wiener Hausmeister
In der Faschingszeit, vor allem rund um Neujahr, wird vielerorts die „Fledermaus“ aufgeführt, die berühmte Operette von Johann Strauss. In der Inszenierung zu Silvester an der Grazer Oper (Stmk.) schlüpft Adi Hirschal in die Rolle des Gefängniswärters „Frosch“, die vom 71jährigen gebürtigen Tiroler aber äußerst eigenwillig interpretiert wird.
Herr Hirschal, was macht für Sie der Reiz aus, in die
Rolle des „Frosch“ zu schlüpfen?

Der Reiz ist, überhaupt auserkoren zu werden, der „Frosch“ zu sein. Da konnte ich natürlich nicht „Nein“ sagen. Für mich als Schauspieler ist das eine wunderbare Sache.

Wie oft haben Sie schon den „Frosch“ gespielt?
Ich habe ihn vor langer Zeit schon einmal in Innsbruck (T) gespielt, das ist aber schon 15 bis 20 Jahre her, war aber ebenfalls fein.

Sie sind in Innsbruck (T) geboren, gelten aber als Ur-Wiener. Welcher Beamter ist dieser Frosch eigentlich, ein Wiener oder ein Tiroler?
Mein „Frosch“ in Graz ist ein Wiener, sozusagen ein „Zua-
grasta“ (lacht), denn die Grazer Oper hat sich den Wiener gewünscht. Er ist zudem kein Gefängniswärter, sondern ein grantelnder Hausmeister, der sich schon in der Pause unter die Leut‘ mischt. Gemeinsam mit dem Publikum werde ich das Wienerlied „Der Schani“ singen, eine alte Wiener Moritat.

Der „Frosch“ torkelt sonst immer betrunken mit einer Flasche in der Hand herum, aber in dieser Aufführung ist das anders …
Das Besondere an dieser Inszenierung ist, dass der Frosch aufgehört hat zu trinken und seine Betrachtungen als Nüchterner macht. Es ist eine ungewöhnliche Aufführung und daher auch eine Herausforderung. Besonders ist außerdem, dass die „Fledermaus“ in Graz eine äußerst moderne, grelle und farbenprächtige Variante sein wird, die von der Ästhetik her in Richtung des Musicals „Rocky Horror Picture Show“ geht.

Sind Sie schon einmal angeheitert aufgetreten?
Nein, das kann ich mir nicht leisten. Es gibt Kollegen, die werden auf der Bühne mit Alkohol besser, ich werde aber schlechter. Ich kann mich dann nicht mehr konzentrieren. Drum lass‘ ich es bleiben. Dafür trinke ich nach der Aufführung noch manchmal einen Schluck aus der Pulle.

In der „Fledermaus“ geht es um Lug und Trug. Könnte das nicht auch ein Stück aus der heutigen Zeit sein?
Lug und Trug sind zeitlos. Als Theatermensch beschäftige ich mich ja grundsätzlich nicht mit der Harmonie und der Ehrlichkeit der Menschen, sondern am Theater ist interessant, wenn etwas schiefläuft oder aus dem Ruder läuft. Das Dramatische und die Turbulenzen, die sich aus Lug und Trug, aus Treue und Untreue und aus Liebe und Hass ergeben, das sind die wesentlichen Zutaten des Theaters. In der „Fledermaus“ ist das exemplarisch dargestellt.

Welches ist Ihr Lieblingsstück aus der „Fledermaus“?
Mein absolutes Lieblingsstück ist „Brüderlein, Schwesterlein“. Das ist einfach grandios (lacht und singt).

Mit dem „Frosch“ treten Sie in große Fußstapfen, etwa von Helmuth Lohner († 2015), Heinz „Honzo“ Holecek († 2012) und Otto Schenk, 89. Wie fühlt sich das an?
Das ist natürlich eine schöne Reihe an großen Schauspielern und selbstverständlich ist es eine große Ehre.

Was wünschen Sie sich heuer vom Christkind?
Ich bin ein leidenschaftlicher Fotograf, deshalb wünsche ich mir ein Teleobjektiv für meine Kamera. Ich habe es zumindest einmal auf meine Wunschliste gesetzt.

Wie verbringen Sie den restlichen Silvesterabend nach der Aufführung? Werden Sie mit Ihrer Familie feiern?
Ich werde mit meiner Frau und mit Kollegen anschließend noch feiern gehen. Es gibt in Graz einige Partys, da ergibt sich bestimmt etwas.
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