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Ausgabe Nr. 50/2019 vom 10.12.2019
Alexander wurde am 28. März 2012 als drittes Kind von Daniele, 35, und Markus Umundum, 42, in Judenburg (Stmk.) geboren. Er hat mit dreieinhalb Jahren begonnen, Blockflöte zu spielen. Seine Mutter spielt Querflöte, sein Vater Klarinette und Saxofon, Bruder Tobias, 11, spielt Klarinette und seine Schwester Selina, 9, Querflöte. Der siebenjährige Alexander hat nicht nur Freude an der Musik, er treibt auch gerne Sport (Laufen, Schifahren) und interessiert sich für Mathematik und Technik.
„Ich will der Beste der Welt werden“
Sieben Jahre jung und ein Ausnahmetalent auf der Blockflöte. Alexander Umundum aus Spielberg (Stmk.) überzeugte beim größten Blockflötenbewerb Europas in Amsterdam (Niederlande). Der Blockflöten-Virtuose erreichte in seiner Altersklasse (bis elf Jahre) den ersten Platz. Wir sprachen mit dem jüngsten Flöten-Lehrer unseres Landes über seine „guten Ohren“, seine Hobbys, seine musikalischen Eltern und Geschwister und darüber, was er sich heuer vom Christkind wünscht.
Alexander, wie war das für dich, als du erfahren hast, dass du beim größten Blockflöten-Bewerb Europas gewonnen hast?
Super war das (lacht übers ganze Gesicht).

Hast du damit gerechnet?
Nein. Wir waren 23 in meiner Gruppe. In allen Altersklassen war nur ein einziger aus unserem Land dabei und das war ich. Ich war auch der Jüngste.

Wie hast du dich auf deinen großen Auftritt in Amsterdam vorbereitet?
Ich habe die Stücke vor dem Wettbewerb genau einstudiert. Gespielt habe ich „Concerto III in D-Dur, Il Gardelino“ von Antonio Vivaldi, „Bravade“ von Jacob van Eyck und von Walter Haberl „Alexander‘s Latin“. Die schwierigen Stellen habe ich oft geübt. Bei einem Sommerkurs in Oberösterreich habe ich viel gelernt. In der Musikschule Fohnsdorf habe ich bei Herrn Manelis (Anm.: Mag. Dimitrij Manelis) mit Klavierbegleitung gespielt.

Kannst du erzählen, wie du dich gefühlt hast, bevor du auf die Bühne musstest?
Vor einem Auftritt esse ich immer in Ruhe noch was. Am liebsten Apfelnockerl, das sind Spätzle mit Apfelmus. In Amsterdam habe ich ein Müsliweckerl gegessen und einen frisch gespressten Fruchtsaft getrunken. Ein bisschen aufgeregt war ich schon. Aber wenn ich dann auf der Bühne stehe, freue ich mich, dass ich vor einem Publikum oder vor einer Jury spielen kann. Weil ich zeigen darf, was ich alles geübt habe. Je mehr Menschen da sind, umso besser (lacht).

Wie lange spielst du denn schon Blockflöte?
Seit viereinhalb Jahren.

Wie hat das begonnen?
Mit drei Jahren habe ich meinen Geschwistern beim Musizieren zugehört. Und da habe ich auch spielen wollen. Zuerst habe ich das G nicht spielen können, dann bin ich aufs Klo gegangen. Danach hab ich‘s noch einmal probiert und alles geschafft.

Wie viel übst du?
Ungefähr eineinhalb bis zwei Stunden am Tag.

In welche Musikschule gehst du?
In Fohnsdorf bei Musikoberlehrer Gerhard Bucher und bei Mag. Rosemarie Grün in Graz (beide Stmk.).

Was spielst du lieber, Klassisches oder Modernes?
Ich spiele alles gerne, am liebsten Vivaldi, Corelli und Jacob van Eyck.

Du hast das absolute Gehör, wie es auch Mozart hatte. Weißt du, was das bedeutet?
Ja, das heißt, dass ich sehr gute Ohren habe (lacht verschmitzt).

Wie lange brauchst du, um ein neues Stück einzustudieren?
Ich kann ziemlich schnell alles auswendig spielen und brauche dann gar keine Noten mehr.

Was möchtest du einmal werden?
Der beste Blockflötenspieler der Welt.

Würdest du gerne neben der Blockflöte auch ein anderes Instrument spielen?
Derweil einmal nicht.

Was ist dein Geheimnis, warum dein Flötenspiel so super ist?
Mir gefällt einfach die Musik. Beim Einschlafen höre ich am liebsten Blockflötenmusik. Und weil ich die Stücke schnell auswendig spielen kann, denke ich mir immer meine eigenen Verzierungen aus.

Wie viele Blockflöten hast du? Was sind die Unterschiede?
Ich habe acht Blockflöten, darunter sind drei Übungsflöten aus Kunststoff. Ich habe eine Sopran-Konzertflöte, eine Traumflöte, eine Konzert-Sopranino und meine neue Drachenflöte, die ich als Preis beim Wettbewerb in Amsterdam bekommen habe.

Wie wählst du deine Flöten aus?
Jede Flöte passt zu einer gewissen Art von Stücken. Die Drachenflöte passt zum Beispiel am besten für moderne Stücke oder Jazz-Musik, die Traumflöte für alte Musik von Jacob van Eyck. Die Sopranino- Blockflöte ist kleiner und somit klingt sie höher. Vor ein paar Wochen hab‘ ich angefangen, mit der Altflöte zu spielen.

Nimmst du in der Weihnachtzeit noch öfters als sonst deine Blockflöte in die Hand? Welche Weihnachtslieder
spielst du am liebsten?

Im Advent haben wir mit unserem Trio „AlSeTo“ viele Auftritte. „AlSeTo“ setzt sich zusammen aus Alexander, also ich, Selina, meiner Schwester, und meinem Bruder Tobias. Ich kann 25 Weihnachtslieder spielen. Am liebsten ist mir heuer ein spanisches Weihnachtslied, weil es schwieriger ist als die üblichen. „Winter“ von Antonio Vivaldi gefällt mir gut und „Feliz Navidad“ auch, weil es so schwungvoll ist.

Spielst du auch in der Kirche?
Ja, zum Beispiel bei Taufen. Im Sommer bin ich in der Kirche in St. Marein (Stmk.) bei der Musikwoche von Frau Lore Schrettner aufgetreten, gemeinsam mit einem internationalen Streichorchester. Bei einigen Messen habe ich auch schon mitgespielt. Am Heiligen Abend spielen wir bei der Kinderkrippenfeier in unserer Kirche in Lind/Maßweg in Spielberg.

Was machst du noch gerne in deiner Freizeit?
Schifahren, Geomag (Anm.: Magnetbausteine) spiele ich gern, und ich habe zwei Lego-Züge mit einem großen Gleis. Und draußen spiele ich auch gerne.

Hast du neben dem vielen Flötenspielen noch Zeit für deine Freunde?
Ja, wenn ich zu ihnen zum Spielen komme, sagen sie immer, „Ah, da is‘ er ja, unser Musiker.“

Deine Freunde haben sich sicher mit dir über deinen Erfolg in Amsterdam gefreut …
Als ich in die Klasse gekommen bin, sind sie auf mich losgestürmt und haben mir gratuliert. Ich habe noch die Schultasche auf dem Rücken gehabt.

Was wünschst du dir vom Christkind?
Einen Hubschrauber, der wirklich fliegen kann, und einen CD-Spieler.

Weißt du schon, was du in den Weihnachtsferien machen wirst?
Blockflöte spielen und Schifahren mit Mama, Papa und meinen Geschwistern. In der Gaal, das ist ein Schigebiet bei uns in der Nähe. Wir haben zu Hause schon 55 Pokale, die Mama, Papa, meine Geschwister und ich bei Schirennen gewonnen haben.

Hast du Blockflötenspieler als Vorbilder?
Lucie Horsch, Dorothee Oberlinger und Maurice Steger.

Unterstützen dich deine Eltern?
Sie üben jeden Tag mit mir, einmal die Mama und einmal der Papa, wer gerade Zeit hat.

Wird dir das Flötenspiel nie langweilig?
Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht spielen will. Nur wenn ich krank bin, aber wenn es mir besser geht, spiele ich gleich wieder. Ich nehme meine Flöte auch mit in den Urlaub und spiele sogar im Auto, weil ich keine Noten brauche. Und wenn ich welche brauche, halten meine Geschwister die Notenblätter.

Sind deine Geschwister auch so musikalisch?
Tobias spielt Klarinette und Selina Querflöte.

Was spielt Ihr am Heiligen Abend zu Hause?
Weil wir schon im Advent so viele Auftritte haben, spielen wir bei der Bescherung meistens nur drei Lieder und natürlich „Stille Nacht“, weil das nur am Heiligen Abend gespielt wird.

Spielst du eigentlich schon vor dem Frühstück auf der Flöte?
Das habe ich gemacht, als ich noch in den Kindergarten gegangen bin. Jetzt habe ich keine Zeit mehr, weil ich in die Schule muss.

Wie geht‘s dir in der Schule?
Gut, Turnen und Mathematik sind meine Lieblingsfächer. Und natürlich Flöte, da bin ich schon ein Lehrer, weil ich in einer Musik-Klasse bin, wo Blockflöte unterrichtet wird. Ich darf unserer Flöten-Lehrerin beim Unterrichten helfen. Das macht Spaß.

Komponierst du auch schon Stücke?
Ja, ein bisschen. Wenn mir was einfällt, sage ich meiner Mama und meinem Papa die Noten an. Aber die kommen meistens mit dem Schreiben nicht mit, weil ich so viele Ideen habe. Deshalb werden sie mir in den Weihnachtsferien zeigen, wie ich auf dem Computer die Noten selbst aufschreiben kann.

Bist du nächstes Jahr wieder bei einem Bewerb dabei?
Vielleicht in Ungarn und in Italien. In zwei Jahren gibt es wieder den Wettbewerb in Amsterdam. Da bin ich wieder dabei, ich bin ja der Titelverteidiger.

Da wünschen wir dir jetzt schon alles Gute dafür, dass du deinen Titel behalten wirst …
Ich glaub‘, das wird ziemlich schwer werden, weil da sicher wieder viele gute Flötenspieler dabei sind.
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