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Ausgabe Nr. 50/2019 vom 10.12.2019, Foto: picturedesk.com
Emilia Clarke
„Für meine Bewunderer bin ich eine Enttäuschung“
In der romantischen Weihnachtskomödie „Last Christmas“, die derzeit in unseren Kinos zu sehen ist, wird die britische Schauspielerin Emilia Clarke, 33, zur Weihnachtselfe. Seit ihrer Rolle als drachenzähmende Königstochter in der amerikanischen Erfolgsserie „Game of Thrones“ gehört sie zu den gefragtesten Schauspielerinnen Hollywoods. Hinter den Kulissen der Serie kämpfte sie jedoch mit gesundheitlichen Problemen, außerdem macht ihr ihre Bekanntheit zu schaffen, verriet sie im Interview.
Frau Clarke, fast zehn Jahre lang haben Sie in der Serie „Game of Thrones“ die mächtige Königstochter und Drachenmutter „Daenerys Targaryen“ verkörpert. Während der Dreharbeiten hatten Sie jedoch zwei lebensgefährliche Aneurysmen im Gehirn. Ihr Kopf wurde zwei Mal operiert. Wie erging es Ihnen dabei?
Ich schwebte zwischen Leben und Tod, es gab Tage, da dachte ich, dass ich sterbe. Aber ich kämpfte, schwieg und spielte die Drachenkönigin. Diese Rolle war das Geschenk meines Lebens. Ich stand mit 25 Jahren vor 500 Statisten und einem 150-köpfigen Filmteam mit vier Kameras, einer Kamera-Drohne und zwei Drachen. Da bekommst du gehörigen Auftrieb.

Leben Sie jetzt eine neue Freiheit, nachdem die epische Saga um Eis und Feuer nach acht Staffeln und 73 Folgen zu Ende gegangen ist?
Ja, denn vorher kam ich aus dem Nichts. Diese Lebens-Chance hat mich finanziell unabhängig gemacht. Ich habe jetzt keine Sorgen mehr. Ich bin äußerst dankbar dafür, und jetzt für die neue Freiheit.

Ihr neuer Film „Last Christmas“ ist ganz anders als die Serie „Game of Thrones“. Sie spielen Kate, die als grummeliger Elf in einem Weihnachtsladen arbeitet, bis sie ihren Prinzen trifft. Was hat Sie an dieser Rolle gereizt?
Was ich zuerst mitbekam, war, dass die Schauspielerin und Filmproduzentin Dame Emma Thompson, 60, ein Drehbuch über einen Weihnachtsfilm schrieb, der „Last Christmas“ heißt. Ich hörte ihren Namen und war mir sofort sicher, dass ich es nicht einmal lesen brauche, weil es so gut sein wird. Da wollte ich dabei sein. Thompson spielt im Film meine kroatischstämmige Mutter Petra. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Als dann auch noch Paul Feig, 57, als Regisseur mit ins Boot geholt wurde, war ich restlos überzeugt.

In einer Szene des Filmes trinken Sie und Emma Thompson sich als Mutter-Tochter-Duo zusammen durch die Weihnachtsmärkte in London …
Bei einer Szene ist es nicht geblieben. Wir haben an vielen unterschiedlichen Plätzen zusammen getrunken – und das nicht nur in den Straßen Londons.

Im Gegensatz zu „Daenerys“ in „Game of Thrones“ dürfen Sie in „Last Christmas“ auch singen …
Ja, allerdings war ich im Vorfeld unfassbar nervös. Ich liebe es zu singen, daher war es wunderbar, diese Möglichkeit zu bekommen. Tatsächlich wollte ich immer, dass sich Schauspiel und Singen bei meinen Rollen die Waage halten. Es ist vor allem etwas, das ich ernstnehme, weil es mir pure Freude bereitet. Aus diesen Gründen wollte ich es nicht versauen. Weihnachtslieder wie „Last Christmas“ (1984) von „Wham“, die ich im Film gesungen habe, höre ich zudem allesamt gerne.

Was bedeutet Ihnen Weihnachten?
Es ist das Fest der Liebe (seufzt). Leider ist mein Vater vor drei Jahren an Krebs gestorben. Ich habe zum ersten Mal den echten Tod kennengelernt. Wir feiern jetzt ohne ihn, werden aber immer an ihn denken. Mein größtes Weihnachtsgeschenk habe ich mit zehn Jahren bekommen, ein neues Fahrrad, das unter dem Tisch versteckt war. Es war Magie.

Im Film sind Sie in einem grünen Elfenkostüm zu sehen. Haben Sie das eigentlich behalten?
Nein. Wobei, jedes Mal, wenn ich irgendwo drehe, ist es so, dass ich immer wieder frage, ob ich nicht dieses oder jenes behalten könnte. Ich hätte es auf jeden Fall machen sollen, weil ich das Kostüm komisch finde. Da muss ich dringend noch einmal nachfragen.

Vor Kurzem sind Sie 33 Jahre alt geworden. Jetzt haben Sie in Ihren jungen Jahren schon so viel erreicht. Was haben Sie sich für das neue Lebensjahr vorgenommen?
Tatsächlich jede Menge. Ich will das Leben feiern, trinken, glücklich sein, und das an jedem Tag des Jahres. Vielleicht auch Bungee-Springen. Wobei, nein, das vielleicht doch eher nicht (lacht). Aber ich will alles erreichen, was ich mir vorgenommen habe und einfach eine schöne Zeit verbringen.

Das wird dann wohl für Sie als Britin außerhalb der EU sein?
Ich bin äußerst verärgert über einen möglichen Austritt aus der EU. Hoffentlich löst sich das alles irgendwie zum Guten auf.

Sie sind mittlerweile ziemlich bekannt. Stört Sie das?
Na ja, ich fahre nicht mehr mit dem Bus oder mit der U-Bahn, denn ich müsste mich wohl eine Million Mal fotografieren lassen. Leider bin ich deshalb eine andauernde Enttäuschung für meine Bewunderer.

Welche Träume haben Sie noch?
Ich bin alleinstehend und frei und lebe in meinem Haus in Los Angeles in Kalifornien (USA). Ich lasse das Leben auf mich zukommen. Demnächst möchte ich mir einen Hund anschaffen. Außerdem will ich eine eigene Filmfirma gründen.
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