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Ausgabe Nr. 48/2019 vom 26.11.2019, Foto: AdobeStock
Weihnachtskaktus – willkommener Farbtupfer an grauen Tagen
Er blüht genau zur rechten Zeit
In seinem Namen steckt zwar das Wort Kaktus, aber er stammt nicht aus der Wüste. Er hat nicht einmal richtige Dornen. Dafür scheint er ganz genau zu wissen, wann Weihnachten ist. Denn pünktlich zur Adventzeit präsentiert er sich in unserem Land von seiner schönsten Seite – der Weihnachtskaktus.
Bei uns sind sie seit Großmutters Zeiten beliebte Zimmerpflanzen, da sie ausgerechnet in der kalten Jahreszeit ihre leuchtenden Blüten entwickeln. Doch eigentlich wächst der Weihnachtskaktus in den feucht-warmen Regenwäldern von Mittel- und Südamerika. Und dort nicht etwa am Boden, sondern in luftiger Höhe. Genauer gesagt gedeihen die Pflanzen als „Aufsitzer“ in den Astgabeln von Bäumen und leben dort von Niederschlägen und den frei werdenden Nährstoffen von verrottendem Laub.

„Diese Wildform des Weihnachtskaktus gilt in ihrem Verbreitungsgebiet als inzwischen stark gefährdet. Die in unseren Wohnungen kultivierten Gewächse sind somit fast ausschließlich diverse Farbzüchtungen der Ursprungsform“, weiß der Kakteenprofi Matthias Uhlig.
Wer also seine Fensterbank mit den bezaubernden Winterblühern schmücken will, hat die Qual der Wahl. Immerhin sind derzeit bereits mehr als tausend Sorten bekannt.

Mit einem klassischen stacheligen Kaktus hat das eher wie ein Strauch wirkende Gewächs allerdings wenig Ähnlichkeit. „Die Sprossen sehen aus wie dickfleischige Blätter. Sie sind etwa drei Zentimeter lang und reihen sich wie Glieder einer Kette aneinander“, beschreibt der Gärtnermeister. Die häufigste Blütenfarbe des Weihnachtskaktus ist knallig rot bis zart blassrosa. Es gibt jedoch auch Varianten mit pinken, orangen, gelben und weißen Blüten.

„Eine Augenweide, gerade wenn es draußen trist und grau ist“, meint Uhlig. Die Blütenform erinnert an eine leicht geknickte Röhre und ist ein kleines Wunderwerk der Anpassung. Kolibris sind in freier Natur die Bestäuber. Damit die Vögel bequem im Schwirrflug vor der Blüte verweilen können, sind die unteren Blütenblätter stärker zurückgebogen als die oberen. Typisch sind auch die langen Stempel und Staubgefäße, die weit aus der Blüte herausragen, sodass der Kolibri sie gut erreicht.

Eine Einzelblüte, die sich meist am oberen Ende eines Blattgliedes bildet, hält bei optimaler Temperatur (ca. 20 Grad) etwa vier bis sieben Tage. „Doch da sie sich nach und nach öffnen, kann uns eine Pflanze bis zu vier Wochen mit ihrer Blütenpracht erfreuen“, berichtet der Fachmann. Die Größe hängt meist vom Alter der Pflanze ab. Es gibt aber auch eigene Mini-Züchtungen.

Ein weiterer Vorteil der Weihnachtskakteen ist, dass sie pflegeleicht und damit auch durchaus für Menschen ohne grünen Daumen geeignet sind. Aufgrund seiner Herkunft aus dem Dschungel ist der Weihnachtskaktus jedoch anders zu behandeln als die üblichen Kakteen auf der Fensterbank. So vertragen die Pflanzen keine pralle Sonne, „weil sie im Grunde gewohnt sind, durch das Blätterdach der Regenwaldbäume geschützt zu werden“, sagt Matthias Uhlig. Aber zugleich sind die Weihnachtskakteen lichthungrig und gedeihen am besten in durchlässiger humoser Erde am hellen Fensterbrett mit Ausrichtung nach Osten oder Westen.

Auch mögen es die Tropenpflanzen nicht allzu trocken. Es ist daher ratsam, „die Gliedersprosse ab und zu mit etwas Wasser zu besprühen“.

Wie viele andere Pflanzen verträgt der Weihnachtskaktus auch keine Staunässe. Weshalb eine Viertelstunde nach dem Gießen – am besten mit Regenwasser oder abgekochtem, kaltem Leitungswasser – die überschüssige Flüssigkeit aus dem Untersetzer entfernt werden sollte. Für Weihnachtskakteen im Haus ist eine Wasserzugabe ein, zwei Mal wöchentlich meist völlig ausreichend.

Zum Düngen empfehlen Profigärtner spezielle Kapseln aus dem Fachhandel, die auch ein Schädlingsbekämpfungsmittel enthalten. Damit kann fast nichts falsch gemacht werden. Denn die Kapseln kommen in die Erde und die Pflanze kann sich nach und nach von selbst nehmen, was sie braucht. Hwie
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