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Ausgabe Nr. 48/2019 vom 26.11.2019, Foto: Thomas & Thomas
Katharina Abt wurde am 6. Juni 1967 in München geboren und wuchs dort auf. Von 1988 bis 1991 besuchte sie die Westfälische Schauspielschule in Bochum. Abt war Ende der 1980er Jahre in Kinofilmen zu sehen und spielt seitdem parallel Theater- und Fernsehrollen. Beachtung fand ihre Besetzung in der Serie „Der Bulle von Tölz“, wo sie an der Seite von Ottfried Fischer die Nachfolge von Katerina Jacob antrat.

Seit 2016 ist die in Hamburg lebende Schauspielerin die erste Kommissarin in der Serie „Die Rosenheim-Cops“.
„Ich hab‘ schon lang kein Auto mehr“
Katharina Abt, 52, hat die Männerwirtschaft der „Rosenheim-Cops“ beendet. Am Donnerstag (20.15, ORF 2) versprüht sie als attraktive Hauptkommissarin Verena Danner aber zum letzten Mal ihren Charme. Warum, das erzählt die Schauspielerin in einem WOCHE-Gespräch über „Wohlfühl-Fernsehen“, ihre Liebe zum Meditieren und ihr autofreies Leben.
Frau Abt, Sie sind die erste weibliche Kommissarin in der Serie „Die Rosenheim-Cops“. Wie war das für Sie?
Ich habe mich sehr wohl gefühlt und war glücklich damit, es hat viel Spaß gemacht. Das war unkompliziert. Anders als bei normaleren Krimiserien bin ich mit Stöckelschuhen herumgestöckelt. Einem Verbrecher hinterherzurennen, wäre nicht so leicht gewesen. Aber das musste ich Gott sei Dank nicht, bei den „Rosenheim-Cops“ ist doch alles ein bisschen gemächlicher.

Warum absolvierten Sie nur vier Einsätze?
Zwei Kommissarinnen sind wahrscheinlich eine zu viel (lacht). Da in den neuen Folgen eine junge Kollegin kommt (Anm.: Vanessa Eckart, 32), war‘s das mit meinem Einsatz. Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht, weil die Arbeit unkompliziert war.

Die „Rosenheim-Cops“ sind mittlerweile Kult, die Einschaltquoten hoch. Was macht Ihres Erachtens den Erfolg der Krimiserie aus?
Zum einen sind es sicher die positiven Charaktere der Hauptdarsteller, die überhaupt nicht verlogen sind. Und natürlich die sympathischen Schauspieler. Mit Marisa Burger, der „Frau Stockl“, bin ich gut befreundet. Ich meine, das Erfolgsrezept ist, dass die Zuschauer die gute Stimmung im Team spüren. Und dass der Mordfall gar nicht so wichtig ist. Vielmehr geht‘s um das menschliche Miteinander. Selbst überaus intellektuelle Menschen, die ich kenne, lieben die „Rosenheim-Cops“. Es ist wie ein Wohlfühl-Faktor, jede Woche eine ähnliche Fernseh-Kost und eine halbwegs heile, schöne Welt serviert zu bekommen. Womöglich liegt das an dem ständigen Optimierungsdruck, dem die Menschen ausgesetzt sind. Und daran, dass das Leben anstrengender wird.

Wobei entschleunigen Sie?
Seit einem Jahr meditiere ich täglich. Auch wenn das klischeehaft klingt, ich ruhe mehr in mir und muss nicht immer das letzte Wort haben. Es gelingt mir, anderen besser zuzuhören, was mir als Zwilling-Geborene oft schwergefallen ist.

Gehen Sie es auch im Advent und zu Weihnachten langsamer an?
Ich bin keine große „Weihnachts-Freundin“, aber ich mag die Jahreszeit, weil es früher dunkel wird. Mit Weihnachtsmärkten kann man mich allerdings jagen. Rund um die Feiertage spiele ich im Schauspiel Kiel (D) „Schöne Bescherungen“. In der bitterbösen Weihnachtskomödie schmücke ich auf der Bühne den Christbaum, das reicht (lacht).

Vor Kurzem konnten Sie die ORF-Zuschauer in einem Rosamunde-Pilcher-Film sehen, einer ähnlich erfolgreichen Reihe …
Pilcher-Filme scheinen den gleichen Wohlfühl-Effekt wie die „Rosenheim-Cops“ zu haben. Wobei die Pilcher-Filme von heute zeitgemäßer wirken, weil es bei den Frauen nicht mehr nur um die Liebe, sondern auch um den Beruf geht. Mir war jedenfalls sofort klar, dass ich da dabei sein will. Mit dem einzigen Nachteil, dass ich wegen Theatervorstellungen gezwungen war, oft zwischen Hamburg und Cornwall (England) herumfliegen zu müssen. Ansonsten wäre ich sehr gerne im schönen Cornwall geblieben. Greta Thunberg wäre nicht stolz auf mich gewesen (lacht). Aber mit dem Zug hätte das zu lange gedauert.

Planen Sie einen Winterurlaub?
Ein winterlicher Surf-Urlaub auf Costa Rica würde mir schon gefallen. Beruflich geht‘s leider oft nicht ohne Flugzeug, aber privat verzichte ich auf das Fliegen. Also wird‘s nix mit Costa Rica. Überhaupt fühle ich mich wie der bravste Mensch. Ich habe schon seit zehn Jahren kein Auto mehr und versuche, alles mit dem Zug zu erreichen. Und in der Stadt fahre ich oft mit dem Rad.

Das klingt alles äußerst nachhaltig …
Ja, umweltbewusst zu leben, ist mir wichtig. Seit ein paar Monaten ernähre ich mich vegan, allerdings mit Honig. Eigentlich dürfen Veganer wegen der Bienen gar keinen Honig essen. Aber ich möchte nicht darauf verzichten, weil mir Honig guttut. Im Prinzip bin ich mittlerweile makellos (lacht). Und das Rauchen habe ich mir schon vor vielen Jahren abgewöhnt.

Bekochen Sie Ihre Gäste nun auch nur noch mit veganen Speisen?
Die Beilagen sind vegan, für die Fleischesser ist meistens ein Henderl dabei. Meine Gäste kriegen auch Butter und Obers bei mir. Es wäre mir zu extrem, andere Menschen zu bevormunden. Mein bester Freund fährt zum Beispiel einen SUV. Auch wenn ich zu ihm sage, ach wie peinlich, bleibt er trotzdem mein Freund.

Wenn Sie privat der Umwelt zuliebe auf lange Flugreisen verzichten, welche Urlaubsziele peilen Sie dann an?
Möglichst alles, was gut mit dem Zug erreichbar ist. Im Jänner arbeite ich am Theater in München. Von dort aus habe ich vor, per Bahn für ein paar Tage nach Wien zu reisen. Ich liebe die schöne Stadt. Sie erinnert mich an die wunderbaren Dreharbeiten von „Der Bulle von Tölz“. Das war lustig. Ich war mit dem Otti (Anm.: Schauspieler Ottfried Fischer) nach einem Besuch im Akademietheater im Hotel Imperial etwas trinken. Dort fotografierten uns Paparazzi. Die Schlagzeilen lauteten dann, Ottfried Fischer sei mit seiner blonden Geliebten gesichtet worden. Otti und ich haben uns vor lauter Lachen zerkugelt, als wir tags darauf gelesen haben, „Er trank Bier, sie Rotwein, beide saßen lange in der Bar …“ Dass ich nur seine Kommissar-Kollegin war, wusste damals in Wien anscheinend niemand. Ich jedenfalls habe mich riesig gefreut, dass es endlich von mir Paparazzi-Bilder gab.
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