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Ausgabe Nr. 47/2019 vom 19.11.2019, Fotos: F1online, BestCare24 GmbH
Kontakte zu Agenturen mit Gütesiegel

(Auszug)
BestCare24 GmbH,
www.bestcare24.at, 1030 Wien
(B, NÖ, OÖ, ST, W),
Tel.: 01/2350524

Caritas Rundum Zuhause betreut, www.caritas-rundumbetreut.at,
1040 Wien (B, K, NÖ, OÖ, S, ST, W),
Tel.: 0810/24 25 80

Healthcare 24,
www.hc24.at, 9400 Wolfsberg
(K, ST, W), Tel.: 04352/36680

Antonius PflegeDienst GmbH,
www.24-stunden-betreuung.at,
2531 Gaaden (B, NÖ, OÖ, S, ST, W),
Tel.: 02237/87 47

Leben in Würde,
www.lebeninwuerde.at,
8055 Seiersberg (B, K, OÖ, ST, W),
Tel.: 0316/26 2462 l Verein Pflegegruppe, www.pflegegruppe.at, 1100 Wien
(B, NÖ, OÖ, T, V, W), Tel.: 057801 1180

Die Liste aller ÖQZ-24 Vermittlungsagenturen gibt es hier: oeqz.at/zertifizierte-vermittlungsagenturen. Die telefonische Auskunft über die in der Heimatregion tätigen Agenturen mit Gütesiegel gibt es unter 0660/3407711 (Mo.–Fr., 9–16 Uhr).
BSc. Kerstin Marchner
Gütesiegel für die 24-Stunden-Pflege
Eine plötzliche schwere Erkrankung oder altersbedingte Gebrechlichkeit kann jeden Menschen zum Pflegefall werden lassen. Ist eine Rundum-Pflege zu Hause durch Angehörige nicht möglich, stehen private Anbieter für die 24-Stunden-Pflege zur Verfügung. Das neue Gütesiegel „ÖQZ-24“ hilft bei der Wahl, eine qualitätsvolle Betreuung aus Hunderten von Agenturen zu finden.
Es herrscht „Wildwuchs“ auf dem heimischen Vermittlungsmarkt für die 24-Stunden-Pflege. Das steht fest. Rund achthundert private Agenturen werben um das Geschäft mit pflegebedürftigen Menschen.

Mit dabei sind allerdings auch Anbieter, die nicht einmal einen Geschäftsstandort in unserem Land haben, nur über das Internet mit ihren Kunden in Kontakt stehen und mit auffallend niedrigen Preisen locken. Für Hilfesuchende ist es mittlerweile unmöglich, in dem Anbieter-„Dschungel“ die Qualität der Pflegeleistungen zu beurteilen.

Abhilfe soll nun das erste Qualitätssiegel „ÖQZ-24“ für Anbieter von 24-Stunden-Pflege schaffen, das vom Sozialministerium ins Leben gerufen wurde. Erste Agenturen, die sich freiwillig der Prüfung durch das Ministerium unterzogen haben, wurden bereits ausgezeichnet, darunter der Pflegedienstleister BestCare24 mit Sitz in Wien. Die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Kerstin Marchner, Leiterin des BestCare24-Netzes, erklärt, welche Qualität das Gütesiegel garantiert.

Frau Marchner, was sagt das Gütesiegel für den Kunden nun aus?
Einiges und ich nenne gerne ein paar Beispiele. Zum einen bekommen nur jene Agenturen dieses Gütesiegel, die einen Firmensitz in unserem Land und eine aufrechte österreichische Gewerbeberechtigung „Organisation von Personenbetreuung“ haben. Weiters garantiert es, dass die Betreuer und Betreuerinnen qualifiziert sein müssen und die Betreuung des Kunden von einem diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger oder einer Krankenpflegerin begleitet werden, und zwar mit Hausbesuchen.

Welche Qualifikation müssen die Betreuer bei einem
Anbieter mit „ÖQZ-24“-Siegel vorweisen?

Entweder haben sie eine Ausbildung, die im Wesentlichen einer Heimhelferin entspricht, oder sie können mindestens einen Pflegekurs im Umfang ab zweihundert Stunden Theorie und Praxis nachweisen. Die dritte Möglichkeit ist, sie haben mindestens sechs Monate die Betreuung eines Pflegebedürftigen sachgerecht durchgeführt.

Anbieter mit Gütesiegel sehen fixe Hausbesuche durch heimische diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger vor. Was passiert dabei?
Zum einen erfolgt durch sie das kostenlose Erstberatungsgespräch. Es wird erörtert, welche Pflege der Kunde benötigt. Die diplomierte Fachkraft überzeugt sich davon, in welchem Gesundheitszustand der zu Pflegende ist. Ob er mobil ist, ob er Schmerzen hat, wie sich seine Ernährung gestaltet und vieles mehr. Zum anderen kommt die diplomierte Fachkraft mindestens einmal im Quartal zu Besuch. Bei uns findet dieser Hausbesuch alle sechs bis acht Wochen statt. Dabei wird geklärt, ob sich die Pflegesituation geändert hat. Zum Beispiel, ob sich der Gesundheitszustand verschlechtert hat. Benötigt der Kunde vielleicht statt eines Gehstockes nun einen Rollator?

Pflegebedürftige Menschen sind oft krank. Welche Aufgaben darf der Betreuer dann übernehmen?
Die Hauptaufgabe ist die Hilfe im Alltag, bei der Körperhygiene, beim Einkauf, und bei Erledigungen zu helfen, spazieren zu gehen und Essen zuzubereiten. Die Betreuer dürfen auch bei der Bedarfsmedikation helfen. Das heißt, sie dürfen beispielsweise Augentropfen und Hustensaft verabreichen, Schmerztabletten geben oder Pflaster wechseln. Nimmt der Kunde Dauermedikamente ein, klärt die diplomierte Fachkraft mit dem Betreuer, welche das sind und wie viele und wie oft sie eingenommen werden müssen. Spezialisierte Aufgaben wie Verbände wechseln müssen aber vom Hausarzt oder einem dafür ausgebildeten mobilen Team übernommen werden.

Welche Leistungen sind mit dem Gütesiegel noch garantiert?
Zum Beispiel der „Notfallplan“. Das ist eine Mappe mit allen wichtigen Kontaktdaten und Rufnummern, etwa von Angehörigen und vom Hausarzt. Dazu gibt es eine graphische Darstellung der Blaulichtorganisationen.
Und auch eine Auflistung und Nummern, die erklären, wer bei Problemen zu kontaktieren ist, etwa bei
plötzlichen Veränderungen des Betreuungsaufwandes, bei Erkrankung der Betreuerin und des zu pflegenden Kunden. Fällt eine Betreuungsperson aus, ist garantiert,
dass innerhalb von drei Tagen Ersatz kommt. Die diplomierten Fachkräfte beraten auch bei der Pflegegeldeinstufung und dem Erhöhungsantrag sowie über die Bedingungen der Förderung für eine 24-Stunden-Betreuung des Bundesministeriums. Auch das ist eine Leistung, die zertifizierte Agenturen gewährleisten.
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