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Ausgabe Nr. 46/2019 vom 12.11.2019, Fotos: Judith M.Troelss
Gasthof Roither „Mitten in der Welt“
Neußerling 211,
4175 Herzogsdorf (OÖ)
Tel.: 07231/2470

Küche: Sa und So: 9 bis 22 Uhr,
Mi bis Fr: 16 bis 22 Uhr,
Mo und Di: Ruhetag

Auf einen kleinen Schluck. Gewöhnlich bringen die Mitarbeiter von Johannes Roither (2. v. r.) den Gästen zu trinken.
Wild essen mitten in der Welt
Der geografische Mittelpunkt unseres Landes liegt zwar in der steirischen Ortschaft Bad Aussee, doch in der oberösterreichischen Region Mühlviertel dürfte das Zentrum wohl das Gasthaus „Mitten in der Welt“ sein. Hier werden derzeit ausgesuchte Wild-Schmankerln serviert.
Der Name „Mitten in der Welt“ ist für ein Gasthaus gleichermaßen ungewöhnlich wie auch originell. Er wurde bereits im Jahr 1906 festgelegt, als das Restaurant in Herzogsdorf (OÖ), im Herzen des Mühlviertels, entstanden ist. „Mein Urgroßvater hatte die Idee zur Namensgebung, weil die umliegenden kleinen Ortschaften damals alle einen Kilometer entfernt waren und der Gasthof sozusagen den Mittelpunkt gebildet hat. Vor mehr als hundert Jahren dachten die Menschen eben noch nicht global, sondern in viel kleineren Dimensionen“, meint Johannes Roither schmunzelnd.

Der 44jährige führt den Familienbetrieb in vierter Generation. „Ich habe im Jahr 1999 das Restaurant von meinen Eltern übernommen und den Hauptbereich des Gebäudes zehn Jahre später komplett erneuert. Schließlich ist es auch in der Gastronomie wichtig, nicht stehenzubleiben, sondern sich ständig weiterzuentwickeln“, ist Roither überzeugt, der sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen kann, schließlich hat er noch drei weitere Standbeine „am Rande der Welt“. Im Jahr 2009 eröffnete er das Kaffee-Restaurant „Cubus“ in der Landeshauptstadt Linz und im Jahr 2013 das „Gramaphon“ in Gramastetten, ebenfalls OÖ. Dort werden dem Gast nicht nur ausgezeichnete Speisen serviert, sondern für das Ohr auch verschiedene Musikgruppen, die im „Gramaphon“ auftreten. „Vor zwei Jahren wurde auch noch das Ripperl-Restaurant ,Jack the Ripperl‘ in Linz aus der Taufe gehoben“, berichtet der Wirt von Nachwirkungen des Schaffens seiner Eltern. „Sie haben bereits vor 45 Jahren das Ripperl-Essen geboren. Damit wollten sie dem umsatzschwachen Mittwoch entgegenwirken. Der Mittwoch als Ripperl-Tag hat sich bis heute gehalten.“

Wenn es seine Zeit erlaubt, bereitet Johannes Roither die gegrillte Köstlichkeit selbst zu, denn der Absolvent der Gastgewerbefachschule Bad Leonfelden (OÖ) und leidenschaftliche Koch steht selbst gern am Herd. „Die Gastronomie und das Kochen machen mir einfach Spaß. Diese Leidenschaft habe ich von meinen Eltern übernommen“, meint der Wirt und schaut zu seiner Mutter Hedwig hinüber, die gerade Semmelknödeln ins kochende Salzwasser gibt. Die 77jährige arbeitet noch immer im Betrieb mit. „Wir legen großen Wert auf Qualität und bereiten unsere Speisen am liebsten aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln zu. Wir beziehen sie von Lieferanten, die wir schon lange kennen und schätzen.“

Monatlich wechselnde Themenschwerpunkte, wie etwa jetzt im November die Wildwochen, sorgen für besondere Geschmackserlebnisse im Restaurant „Mitten in der Welt.“ So kann der Gast als Vorspeise etwa zwischen einer Wildpüreesuppe mit Cognac, Obers und Croutons (5,50 Euro), einer Mühlviertler Rahmsuppe mit Schwarzbrotschnitzeln und Ravioli mit Rehfleischfülle (5 Euro) oder einem falschen „Vitello Tonnato“ aus rosa gebratenem heimischem Wildschwein, fein aufgeschnitten und mariniert mit Topinambur-Kaperncreme, Apfelbalsamicoglace, Kapernbeeren und Sprossen (11 Euro) wählen.

Als Hauptspeise folgt dann entweder ein Hirsch-Cordon-bleu in Schwarzbrot-Leinsamenpanier mit Hirschschinken, Eferdinger Shiitake und Zwettler Käsefülle mit Petersilienerdäpfel und Preiselbeeren (19 Euro) oder ein gefüllter Wildschweinbauch (vom heimischen Wildschwein) im Mühlviertler Pale Ale geschmort und mit Süßerdäpfelstampf und Chioggia-Rübengemüse (18 Euro). Der Rehbraten mit Wurzelrahmsauce, Semmelknödel, gebackener Erdäpfelzigarre, Blaukraut und Rotweinbirne (19,50 Euro) lässt Wildfleisch-Liebhaber und jene, die es werden wollen, voll auf ihre Kosten kommen. Das passende Ambiente dazu bietet die Jägerstube, die 20 Gästen Platz bietet.

Natürlich gibt es auch traditionelle Fleischgerichte wie etwa einen ofenfrischen Schweinsbraten (12,50 Euro) oder einen gedünsteten Zwiebelrostbraten (15 Euro) und verführerische Desserts.

Weil Johannes Roither als Geschäftsmann ja nicht stehenbleiben will, hat er nach den „wilden Tagen“ schon die nächste Aktion parat.

„Ab 28. November servieren wir jeden Donnerstag ein Drei-Gänge-Überraschungsmenü inklusive Aperitif um 29 Euro.“ Die passenden Weine kredenzt der ausgebildete Diplomsommelier selbst. morri
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