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Ausgabe Nr. 46/2019 vom 12.11.2019, Fotos: AdobeStock, Communicatins Agency GmbH
Kalter Wind, Infektionen und trockene Heizungsluft belasten unsere Augen.
Dr. Christoph Faschinger
Unsere Augen sind jetzt im Dauerstress
Während die Temperaturen „Richtung Winter“ sinken, steigen die Stressfaktoren für unsere Augen. Trockene Luft, eine schlechte Sicht aufgrund von Nebel und Nässe sowie die erhöhte Ansteckungsgefahr durch Erkältungsviren belasten sie. Wer jetzt auf seine Augen schaut, behält in der kalten Jahreszeit den gesunden „Durchblick“.
Der Herbst bietet jedes Jahr ein farbenfrohes Schauspiel. Gelbes, rotes und grünes Laub bilden ein „Feuerwerk“ der Farben, an dem wir uns kaum sattsehen können. Ein tiefblauer Himmel und das goldig-warme Licht der Herbstsonne runden das schöne Bild ab. So erfreulich dieser Anblick ist, für die Augen ist der Herbst eine stressige Zeit, weiß Erwin Stella, Experte der Bundesinnung der Augenoptiker und Optometristen. „Kalter Wind, eine schlechte Sicht aufgrund der Wetterverhältnisse und Erkältungsviren sind die größten Stressfaktoren und setzen unseren Augen in der kühlen und kalten Jahreszeit zu.“ Doch das ist nicht alles. Auch Heizungsluft und Blendeffekte durch Schnee machen es unseren Augen nicht leicht. Die Folgen können schmerzende, gerötete, tränende und müde Augen sein. Experten verraten, wie wir unserem Sehorgan die kommenden Wochen und Monate erleichtern.

Eine Autofahrerbrille hilft in dieser Jahreszeit gleich mehrfach

Frühe Dunkelheit, lange Dämmerung, eine tiefstehende Sonne oder rutschiger Asphalt. Für Autofahrer erhöht der Herbst mehrfach das Sicherheitsrisiko auf der Straße. „Nur wenigen Autofahrern ist bewusst, dass ihre Alltagsbrille im Straßenverkehr eventuell nicht ausreicht“, sagt Stella und erklärt, wie eine Autofahrerbrille den Fahrer unterstützt. „Diese spezielle Brille bietet zum Beispiel Schutz vor Blendung. Bei LED-Lichtern entgegenkommender Autos ist der Blauanteil besonders hoch. Das blendet. Die speziellen Brillengläser verringern dank Veredelung und Beschichtung den Blauanteil auf ein Minimum. Kontrastsehen und Farbwahrnehmung werden mit Hilfe von eigenen Filtern verbessert. Gleitsichtgläser für Autofahrer wiederum haben einen extrabreiten oberen Bereich für die Fernsicht. Sie ermöglichen auch bei Blicken aus den Augenwinkeln ein besseres Sehen. Schließlich sind eine dünne Fassung und Bügel wichtig. Sie schränken das Blickfeld nicht ein. Große Brillengläser helfen, jegliches Geschehen im Außen- und Rückspiegel mit kleinsten Kopfbewegungen zu überblicken.“

Die Augen als Tor für Erkältungsviren

Den meisten Menschen ist nicht bewusst, welche wichtige Rolle die Augen in der Erkältungszeit spielen. „Ja, Viren können über das Reiben der Augen von den Fingern zu den Lidern und zur Bindehaut gelangen und eine Infektion auslösen. Deshalb sollten juckende Augen nur mit sauber gewaschenen Händen gerieben oder ein sauberes Taschentuch verwendet werden“, bestätigt Augenarzt Dr. Christoph Faschinger von der MedUni Graz. Durch Viren oder Bakterien gereizte Augen sind gerötet, tränen verstärkt und schmerzen. Es hilft, in dieser Jahreszeit die Hände oft zu waschen sowie Türklinken, Arbeitsgeräte und Mobiltelefone zu desinfizieren.

… damit kein Auge „trocken“ bleibt

Trockene Augen gehören zu den häufigsten Augenleiden. Eine trockene Heizungsluft und geringe Luftfeuchtigkeit in den Wohnungen oder Büros verstärken häufig die Symptome. „Trockene Luft führt zu einer verstärkten Verdunstung der Tränenflüssigkeit. Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent bei einer Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad. Günstig wirken sich hier Luftbefeuchter aus. Kurzzeitiges Öffnen der Fenster ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Luft im Freien sauber ist und keine Abgase, keinen Feinstaub enthält“, empfiehlt Dr. Faschinger. „Trockene Raumluft, Computerarbeit sowie der Ventilator des Computers und der Drucker belasten die Augenoberfläche noch stärker. Deshalb sind zehnminütige Pausen nach 50 Minuten Arbeit eine gute Erholung, schließen Sie dabei ruhig die Augen.“

Unterstützend wirken Tränenersatz-Tropfen. „Wich-
tig ist, dass bei diesen Tropfen keine Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid dazugemischt sind. Sie schädigen auf Dauer die Augenoberfläche. Die vom Arzt verordnete Art der Tropfen ist immer vom Schweregrad des ‚trockenen‘ Auges abhängig. Bewährt haben sich weiters Augensalben mit Vitamin A und Bepanthen, die abends eingestrichen werden.“

UV-Licht und die Reflexion im Schnee können uns „erblinden“ lassen

Schifahren, Rodeln, Tourengehen, Wandern. Der späte Herbst und der Winter bieten zahlreiche Vergnügungen im Freien. Doch die hohe Sonnenintensität und die Lichtreflexion durch Schnee belasten das Auge stark. Damit es nicht zur „Schneeblindheit“ kommt, einer lokalen Entzündung der Hornhaut und Bindehaut mit Schmerzen, Rötung und Krämpfen in den Lidern sowie im Extremfall einer mehrtägigen Blindheit, sollten die Augen bei Schneelage geschützt werden. Im Hochgebirge sind Gletscherbrillen zu empfehlen, die das Auge komplett umschließen. Zum Schifahren und Spazieren im Schnee in mittleren Höhen eignen sich Schibrillen mit UV-Schutz und Sonnenbrillen mit einem UV-400-Siegel. Schutz vor Blendung bietet ein Polarisationsfilter. Leidenschaftliche Wintersportler, die optische Brillen tragen, können an die Möglichkeit einer optischen Schibrille denken. Ein Innenclip mit eingebauten optischen Gläsern verwandelt jede Schibrille in eine optische Schibrille. Die Gefahr des Beschlagens (und einer damit verbundenen schlechten Sicht) ist gebannt.

Kalter Wind bringt die Augen zum „Weinen“

Ein Spaziergang im Freien ist zu jeder Jahreszeit gesund. Bläst dabei kalter Wind, treibt das vielen Menschen die Tränen in die Augen.

„Kalter Wind stimuliert die Tränendrüse zu vermehrter Produktion, jedoch nur des wässrigen Anteiles der Tränen. Das heißt, diesen Tränen fehlt Fett und Schleim. Sie rinnen über die Wangen, weil das ableitende Tränensystem mit der Menge überlastet ist, und sind lästig, da sie das Sehen beeinträchtigen können. Schutz gewähren Brillen, die auch seitlich gut abschließen, meist sind das ‚Sportbrillen‘.“
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