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Ausgabe Nr. 46/2019 vom 12.11.2019, Fotos: Pressestelle Flughafen, duty
Die Besucherwelt ist von Montag bis Samstag von 8 bis 18.30 Uhr geöffnet und kostet für Erwachsene 15,90 Euro (Kinder 10,90 Euro). Frei wie ein Vogel mit Birdly zu fliegen, ist von Montag bis Sonntag, 10–18 Uhr möglich (5,– Euro).

Anfragen und Buchungen unter
Tel.: 01/7007 22150,
oder per Mail: besucherwelt@viennaairport.com.
Anmeldung am Besucherwelt-Terminal.
Die Erlebnisräume gewähren multimediale Einblicke in die Luftfahrt.
Fliegen – und doch am Boden bleiben
In seiner Besucherwelt bietet der Flughafen Wien-Schwechat Gästen nicht nur die Möglichkeit, ins Flughafen-Geschehen hautnah einzutauchen. In einem virtuellen Cockpit erleben Besucher Start und Landung aus der Pilotenperspektive und in einem Simulator steuern sie sich wie ein Vogel durch die Zeit der Dinosaurier oder die Häuserschluchten von New York (USA).
Uiiiii! Jetzt bin ich ganz nah am Saurier vorbeigeflogen“, ruft Alexander. „Jetzt segle ich wieder den Berg hinauf.“ Was der zehn Jahre alte Bub sieht, sind nicht einfach Bilder von einem simplen Computerspiel. Alexander sitzt nicht vor dem Computer und spielt einen Vogel, in diesem Moment ist er ein Vogel. Die Füße liegen parallel in einem Gestell, Hände und Arme befinden sich auf den beweglichen Flügelplatten. Auf dem Kopf trägt er eine sogenannte VR-Brille, die ihn durch eine virtuelle Welt gleiten lässt. Durch Drehbewegungen mit den Händen kann er Hindernisse umkurven. Bewegt er seine Arme nach unten, geht der virtuelle Vogel in den Sturzflug. „Je nach Geschwindigkeit regelt der Simulator den Gegenwind des vor dem Gerät montierten Lüfters“, erklärt Instruktorin Therese Kacsics die Feinheiten des „Birdly“ genannten Simulators, der damit eine nahezu perfekte Illusion eines Vogelfluges bietet. Er bildet den Höhepunkt einer Tour durch die Besucherwelt des Flughafens Wien-Schwechat (NÖ), die Luftfahrtinteressierten, Kindern und Familien einen spannenden Einblick in das rege Treiben am größten Flughafen unseres Landes gewährt.

Beginnend im Besucherwelt-Terminal, erkunden Besucher zunächst mittels Busrundfahrt das Flughafen-Vorfeld. Hierbei kann das Flughafen-Geschehen hautnah miterlebt und spannende Abflüge und Landungen aus nächster Nähe beobachtet werden. „Hier wird ein Airbus 321 gerade mit einem sogenannten Pushback-Fahrzeug auf die Startbahn gerollt“, erklärt der Busfahrer Günter Weber den etwa 20 Teilnehmern der Tour, der sein Gefährt ganz nahe am Geschehen abstellt, damit die Gäste die Prozedur gut beobachten können. „Diese Flugzeugschlepper sind notwendig, weil die meisten Strahlflugzeuge keine Möglichkeit besitzen, aus eigener Kraft rückwärtszurollen“, weiß der 46jährige. Während Flugreisende aus der begrenzten Perspektive der ovalen Flugzeugfenster nur einen kleinen Ausschnitt des Geschehens erkennen, sehen die Teilnehmer der Rundfahrt, dass am Vorfeld rundum geschäftiges Treiben herrscht. Auch über die unterschiedlichen Flugzeugtypen weiß Weber, der seit 20 Jahren am Flughafen arbeitet, Bescheid. „Das ist ein A350“, erklärt der 46jährige, als sich der Bus langsam einer Maschine der China Airlines nähert. „Eines der modernsten Airbus-Modelle. Es ist das Verkehrsflugzeug mit dem höchsten Anteil an Kohlenstofffaserverbundwerkstoffen in Rumpf- und Tragflächenstruktur.“ Vorbei an Pier Nord sind in einiger Entfernung zwei siloartige Gebilde zu sehen. „Das Kerosin-Tanklager. Es fasst mehr als sechs Millionen Liter Treibstoff“, erklärt Weber. Eine Menge, die wohl für lange Zeit reichen muss – möchten wir meinen. „Zu Spitzenzeiten reicht der Vorrat für drei Tage“, klärt der Fahrer die verwunderten Besucher auf. „Damit nicht ständig Tankfahrzeuge das Lager füllen müssen, ist es über eine eigene Leitung direkt mit der nahegelegenen Raffinerie verbunden.“

Nach etwa einer Stunde endet schließlich die informative Rundfahrt und die Besucher werden zu den Erlebnisräumen geleitet. Wo sie beispielsweise in einem überdimensionalen Flugzeug-Cockpit virtuell Abflüge und Landungen aus der Pilotenperspektive erleben. Mit großen Augen verfolgt Alexander mit seiner Schwester Anja das Geschehen. „Der Alexander ist mein Patenkind“, erklärt Helga Schwarz, nachdem die Simulation beendet ist. „Ich hab‘ mir gedacht, da die Kinder heute schulfrei haben, nehme ich ihn und seine Schwester in die Besucherwelt mit.“ Eine gute Wahl, denn auch wie der Flughafen aus Sicht des Fluglotsen aussieht und wie die Flugsicherheit funktioniert, erfahren die großen und kleinen Gäste in einer Nachbildung des 109 Meter hohen „Towers“ ebenso wie den Weg, den ein Koffer nimmt, nachdem er den Check-in-Schalter passiert hat. Die überaus interessante und lehrreiche Tour durch den Flughafen endet mit einem Abstecher auf die Besucherterrasse, von der aus die Gäste einen Rundum-Blick auf das Flughafen-Gelände genießen können.
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