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Ausgabe Nr. 46/2019 vom 12.11.2019, Fotos: picturedesk.com, Sony
Mit seiner um 31 Jahre jüngeren Kollegin Christin Stark ist Reim glücklich.
Auf „MR20“ gibt‘s klassische Rockmusik und Irischen Folk.
Sein Tag ist von Ritualen bestimmt
Ohne strenge Rituale geht bei Matthias Reim nichts. Sie sind wichtig für ihn, um auf dem geraden Weg zu bleiben. Der Deutsche, der im Jahr 1990 mit dem Lied „Verdammt, ich lieb‘ Dich“ die Hitparaden stürmte und zwischenzeitlich eine schwere finanzielle sowie persönliche Krise zu meistern hatte, kann wieder lachen. Er ist verliebt und hat mit „MR20“ ein frisches Album hergestellt. Es ist sein 20. „MR“ steht für seinen Namen, mehr fiel dem 61jährigen nicht ein, wie er dem WOCHE-Reporter Steffen Rüth im Gespräch verraten hat.
Herr Reim, ist der Titel Ihres neuen Albums „MR20“ in einem Anflug von leichtem Größenwahn entstanden, nach dem Vorbild des einzigartigen Fußballers Cristiano Ronaldo, dessen Kürzel „CR7“ ist?
Eigentlich nicht (lacht). Mir ist einfach kein besserer Name für mein zwanzigstes Album eingefallen.

Das neue Lied „Hauptstadt“ ist ein Loblied auf die deutsche Hauptstadt Berlin. Dabei leben Sie gar nicht dort …
Stimmt, mir sind kleinere Städte lieber. Ich lebe im Süden Deutschlands, am Bodensee. Aber ich finde Berlin „cool“. Ich genieße das Durcheinander unterschiedlichster Kulturen. In Berlin kann jeder sein, wie er will. Zudem ist meine Mutter in Berlin aufgewachsen.

Ziehen Sie bei Besuchen nächtelang in Berlin um die Häuser?
Nein, ich treffe mich ab und zu mit zwei Freunden und trinke drei Bier, von 22 Uhr bis 23.30 Uhr. Dann gehe ich schlafen.

Sie wissen im Vorhinein, von wann bis wann Sie Bier trinken?
Ja, ich habe meine festen Rituale. In meinem Beruf bin ich viel alleine und langweile mich. Es gibt genug Kollegen, die dem Alkohol verfallen sind. Durch strenge Stundenpläne meinerseits konnte ich das immer vermeiden.

Welche Rituale sind Ihnen heilig?
Ich gehe abends ungerne essen und nur, wenn ich auf Tour bin. Zuhause mache ich mir abends ein Salamibrot. Essen macht müde, ich bin lieber topfit. Daheim in Stockach am Bodensee esse ich mittags, mache abends von halb acht bis halb neun Sport in meinem privaten Sportstudio, gehe noch einmal bis etwa 23 Uhr arbeiten, kraule zum Herunterkommen ein paar Bahnen in meiner Schwimmhalle, dusche – und dann gehe ich an meinen beleuchteten Kühlschrank und nehme mir mein erstes und einziges Bier des Tages heraus.

Sie sind also ein Nachtmensch?
Ja. Aufstehen um zehn, frühstücken um elf, abends nicht vor zwei Uhr ins Bett. Das ist mein Rhythmus.

Und Ihre 30jährige Freundin Christin Stark, ebenfalls Sängerin?
Sie hat sich rasch daran gewöhnt. Musste sie auch, denn in dieser Hinsicht bin ich unnachgiebig. Sie steht meistens zwei Stunden früher auf und geht leider auch früher schlafen.

Sind Sie glücklich?
Überaus und ziemlich zufrieden. Ich hoffe, dass unsere Beziehung für immer hält. Vor zwei Jahren haben wir uns sogar eine gemeinsame Tätowierung stechen lassen. Ein Herz, eine Musiknote und einen Anker. Mein Tattoo ist groß, ihres kleiner, sie hat ja auch einen schmaleren Arm als ich.

Sie haben sechs Kinder von fünf Frauen. Wollen Sie noch einmal Vater werden?
Ich selbst brauche das ganz bestimmt nicht mehr. Etwas in mir schreit „Um Himmels willen“. Auf der anderen Seite liebe ich meine Lebensgefährtin, und sie hat schon hin und wieder angeklopft, ob ich mir ein Kind wirklich nicht vorstellen könnte. Denn wenn ich irgendwann gehe, hat sie bestimmt noch fünfzig Jahre ohne mich, und ein Blick in meine Augen auch im Alter wäre für sie wunderschön.

Also?
Ich denke darüber nach. Ich genieße das Leben mit den Kindern wirklich. Vor Kurzem waren sie in den Herbstferien bei mir.
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