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Ausgabe Nr. 45/2019 vom 05.11.2019, Foto: Kilian Jornet
„Bergfilmfestival“ Graz 2019 – die faszinierende Welt „dort droben“
Der Berg ruft
Mit zwei Brettln den fast senkrechten, zwei Kilometer langen „Nant Blanc“-Gletscher in Frankreich hinunterwedeln. Das ist nur eines der vielen waghalsigen Abenteuer, die Besucher des Bergfilmfestivals vom 12. bis 16. November in Graz (Stmk.) bestaunen können. Fast alle Bergfilme werden dabei von den Filmschaffenden in den Kinos persönlich vorgestellt.
Bergsteiger Robert Schauer, 66, aus Graz (Stmk.) hat viel zu erzählen. Immerhin war der Gründer und Organisator des Festivals „Mountainfilm Graz“ im Jahr 1978 auch der erste Mensch aus unserem Land am höchsten Berg der Welt, dem 8.848 Meter hohen „Mount Everest“ im Himalaya. Und damals war er noch keine 25 Jahre alt.

„Überall, wo es Felsen gab, wollte ich hinauf. Ich war besessen davon“, erinnert sich die Bergsteigerlegende an seine bescheidenen Anfänge in Andritz-Weinzödl, dem Hausklettergarten der Grazer. Mit erspartem Geld kaufte er sich als Jugendlicher ein 30 Meter langes Seil, „mehr konnte ich mir damals nicht leisten“. Damit machte er seine ersten klettertechnischen Übungen.

Doch bei seinen Ausflügen in die Steilwände ging natürlich nicht immer alles glatt. „Ich habe dabei auch Knochenbrüche erlitten. Meiner Mutter habe ich das Klettern aber immer als harmlos dargestellt“, schmunzelt Robert Schauer, der es mittlerweile wesentlich „ruhiger“ angeht. Mit der Organisation des „Mountainfilm Graz“ hat der 66jährige ohnehin alle Hände voll zu tun. Hat sich das Bergfilmfestival in den vergangenen Jahren doch zum beliebten Treffpunkt für Abenteurer, Naturfilmer und Bergsteiger aus aller Welt gemausert. „Die Filmemacher präsentieren ihre Geschichten auch persönlich auf der Bühne und geben Hintergrundinformationen zu den abenteuerlichen Drehbedingungen“, erklärt Schauer. Heuer sind Filmschaffende aus 36 Ländern mit insgesamt 262 Bergsportdokumentationen und faszinierenden Naturfilmen mit dabei. 125 Filme wurden für den Wettbewerb angemeldet.

Zu den Höhepunkten gehören dabei der Multimediavortrag „Jenseits der Grenze. Reise zum Gipfel des Everest“ von Tashi Tenzing Norgay. Der Enkel von Tenzing Norgay, der 1953 mit Sir Edmund Hillary als
erster Mensch am Gipfel des Everest stand, spricht dabei über eben jenen Berg und die Kultur der im Himalaya lebenden Sherpa.

„Die Leistungen der Sherpas gelten als Grundstein vieler weiterer erfolgreicher Expeditionen auf das ‚Dach der Welt‘, das auch Tashi bereits drei Mal erreichte“, weiß der Bergprofi Schauer. Nicht verpassen sollten Naturbegeisterte auch die Weltpremiere des Filmes „Zeppelinskiing: Mit dem Luftschiff in die Berge“ vom heimischen Filmemacher Heinz Leger. Drei Schifahrer, darunter auch der 26jährige Extremsportler Fabian Lentsch aus Völs (T), wollten Geschichte schreiben und seilten sich von einem Zeppelin auf den 2.107 Meter hohen Gipfel der Bürser Mittagsspitze in der Alpenregion Bludenz (V) ab, um anschließend auf Schiern die steile Flanke zu befahren.

Den krönenden Abschluss des Festivals bildet die „Lange Nacht des Bergfilms“ am 16. November ab 19 Uhr im „Congress“-Graz. „Dabei bekommen alle Preisträger ihre Trophäen überreicht und die ausgezeichneten Filme werden dem Publikum vorgeführt“, erklärt Schauer. Hwie
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